editorial.
Als Redakteur von bergundsteigen stelle ich mir bei jeder Ausgabe die Frage, ob man denn aus den unterschiedlichen Beiträgen auch tatsächlich etwas lernen kann, ob sie ausreichend spannend oder zumindest einigermaßen unterhaltsam sind? Dabei bin ich mir natürlich der Tatsache bewusst, dass es wohl niemanden gibt, der an allen Texten Gefallen findet. Vielen Beiträgen und den darin enthaltenen Ideen gibt man nicht einmal eine Chance, da das Thema als anstrengend, unnötig, langweilig oder zu theoretisch abgetan wird. ...
kommentar.
Sisyphos war König zu Korinth und Sohn des Aiolos. Er soll um das Jahr 1400 v. Chr. gelebt, sich durch große Weisheit ausgezeichnet und zur Vergrößerung Korinths sehr viel beigetragen haben. Heute bekannt ist er vor allem als eine Figur der griechischen Mythologie, von den Göttern dazu verdonnert, einen Felsblock auf ewig einen Berg hinaufwälzen, der, fast schon am Gipfel, jedes Mal wieder ins Tal rollt. Das geflügelte Wort Sisyphusarbeit ist zum Synonym geworden – für sinnlose und gleichzeitig schwere Tätigkeit ohne absehbares Ende. ...
dialog.
[Synchron-Abseiltechnik] Die Themen in bergundsteigen werden immer besser und interessanter. Nachdem immer wieder völlig falsche Vorstellungen von der Synchron-Abseiltechnik herumgeistern, sende ich eine Beschreibung aus der AV-Lehrschrift von 1988 (S. 60) bzw. aus Seiltechnik/Hoi (gibt es seit ca. 1976, S. 34. Auf der hinteren Umschlagseite ist diese Abseiltechnik auch abgebildet, auf dem Foto sieht man, wie eine Seilschaft im Rahmen der Glocknerwand-Überschreitung von einem Felsturm mit dieser Technik abseilt ...
krautundruabn.
Dass die Trilogie von Pit Schubert Sicherheit und Risiko in Fels und Eis I-III wohl unangefochten die ewige Bestsellerliste der alpinen Ausbildungsliteratur anführt, dürfte niemand in Frage stellen (Band ist in der 9., Band II und III in der 3. Auflage erschienen). Wenn dir diese drei Bände unbekannt sind, dann beneiden wir dich, deren Lektüre noch vor dir zu haben: auf dich wartet eine Mischung aus tragischen und komischen alpinen Unfallereignissen und deren Analyse mit einem Schwerpunkt auf Ausrüstung und Materialnormen ...
bergsönlichkeit - Pit Schubert.
von Schubert Pit
Was hat sich im Klettersport verändert? Die ganze alpine Kletterei ist eigentlich rückläufig. Gerade erst war ich an einem schönen Wochenende im Wilden Kaiser und da findest du kaum mehr Kletterer: an der ganzen Fleischbank von oben bis unten, Karlsspitze, Christaturm, Bauernpredigtstuhl – keine einzige Seilschaft. Gerade einmal eine Seilschaft am Nordgrat der Hinteren Goinger Halt. Auch im Oberreintal ist es inzwischen so. An den Zinnen ist noch Betrieb ...
Portfolio - Pit Schubert.
von Schubert Pit
Im Bergsport gibt es zwei Päpste: Werner Munter, den „Lawinenpapst“, und bereits davor, lange bevor ganz Deutschland Papst wurde, Pit Schubert, der mit dem Titel „Sicherheitspapst“ versehen wurde. Mehrere Generationen von Bergsteigerinnen und Kletterern assoziieren ihn mit diesem Begriff, nur die älteren wissen, dass Pit alles andere als ein Risikoverweigerer war und ist, wie einige Fotos und die dazugehörigen Geschichten zeigen.
Gehen am kurzen Seil.
von Hoi Klaus
Eigentlich wollten wir (Würtl und Plattner) an dieser Stelle einen zusammenfassenden Beitrag zur Technik „Gehen am kurzen Seil“ bzw. den möglichen Alternativen schreiben und auch die verschiedenen Ansätze und Bezeichnungen in den Alpenländern aufzeigen. Das haben wir aber auf eine der nächsten Ausgaben verschoben. Denn bei unserer Recherche zum kurzen Seil sind wir immer wieder zu ein paar kopierten und abgegriffenen, zusammengehefteten Blättern zurückgekommen ...
"Es wird schon nicht gerade jetzt passieren" ....
von Popall Peter
Das Seil ist ein Symbol für Verbundenheit. „Gemeinsam gegangen, gemeinsam gefangen!“, drückt - zwar recht hart aber dennoch - dasselbe aus, was viele unter der hoch gepriesenen Bergkameradschaft verstehen. Versinnbildlicht und tagtäglich praktiziert in Form von mehrere Menschen, die durch das Seil verbunden gemeinsam bergauf Richtung Gipfel steigen. Stürzt einer, dann folgen ihm die anderen in den Abgrund - großes Kino und nicht umsonst ebendort ...
Gehen am kurzen Seil ist heikel. Die Alternativen auch..
von Hasler Bruno, Winkler Kurt
„Noppa“ tödlich verunglückt: so mussten wir es im Juli 2016 in den Schweizer Medien lesen. Wir erfuhren, dass es im Abstieg vom Piz Bernina geschah: kurzes Seil, vermutlich ein Mitreissunfall. Leider gibt es jedes Jahr tragische Unfälle im Hochgebirge, zwei Drittel sind Stürze über eine grosse Höhe – Fälle also, bei denen die Seilsicherung versagt hat oder das Opfer nicht angeseilt war. ... ...
"Solo Quattro Metri".
von Wiedmann Otti
Eingefleischte Kletterer spitzen die Ohren, wenn die Sprache auf die Messnerführe am Mittelpfeiler des Heiligkreuzkofel kommt. Die Erschließungsgeschichte dieser Wand liest sich wie das Who-is-who der Kletterszene von der Mitte des letzten Jahrhunderts bis heute. Die Gebrüder Messner hinterließen eine bis heute harte Nuss, die unser Autor Otti Wiedmann gemeinsam mit Andi Orgler erstmals knacken konnte. Er erinnert sich und berichtet von den Menschen und Routen ...
Skitourenguru.
von Schmudlach Günter
Skitourenguru bewertet täglich das Lawinenrisiko auf 625 populären Skitouren der Schweiz. Indem der Benutzer schnell zu einer Kandidatenliste von Skitouren mit tiefem Lawinenrisiko gelangt, kann diese neue Plattform einen Beitrag zur Lawinenunfallprävention leisten. Günter Schmudlach, der Entwickler und Betreiber von www.skitourenguru.ch, erklärt im Folgenden, weshalb auch Skeptiker dieser Entwicklung eine Chance geben sollten. ...
Schneewissen einst & heute.
von Höller Peter
Der Untertitel mag im ersten Moment provokativ klingen. Bei kritischer Betrachtung der Literatur stößt man aber unweigerlich auf die Frage, ob die Schnee- und Lawinenkunde dem Tourengeher in den letzten Jahrzehnten tatsächlich nennenswerte (neue) Erkenntnisse brachte? Peter Höller, der Autor dieser Zeilen, traut sich jedenfalls zu behaupten, dass die heute verwendeten Grundsätze und Prinzipien zum überwiegenden Teil aus den 20er- und 30er-Jahren des vorigen ...
Übermut.
von Peskoller Helga
In vier Schritten – Sturz, Stimmung und Zufall, Energieüberschuss und innere Erfahrung, die Sanftmut nähren: abseits vom Glück – sammelt das Folgende aus einer erlebten Erinnerung weitere Bausteine für eine kleine Theorie des Überlebens. Als etwa fünf Meter über mir, lautlos, in einer Art Embryohaltung, langsam wie in Zeitlupe, ein Körper durch die Luft fiel, streckte ich, auf einem Sims stehend und nur eine Armlänge entfernt, die Hand nach ihm aus, zog sie aber wieder zurück ...
leichtgemacht - Was tun im Notfall..
von Plattner Peter, Würtl Walter
Dass wir beim Bergsteigen mit Unfällen konfrontiert werden können, dürfte keine überraschende Neuigkeit sein. Dennoch setzen sich die meisten von uns mit diesem Faktum erst dann auseinander, wenn wir von einem solchen alpinen Notfall unmittelbar betroffen sind. Kein Wunder, dass es dann aufgrund der mitunter sehr belastenden Situation recht rasch zu Überforderung und falschen Handlungen kommen kann. Die Wahrscheinlichkeit, selbst einmal von einem alpinen ...
Terrestrische Bergrettung.
von Hasenauer Paul
Die Arbeit der Bergrettung wird in Bergsteigerkreisen allgemein als uneingeschränkt positiv gesehen. Dies ist leicht nachzuvollziehen angesichts der Tatsache, dass Einsätze oft unter sehr schwierigen Rahmenbedingungen durchgeführt werden und dadurch, dass die geleistete Hilfe nicht selten im wahrsten Sinne lebensrettend ist. Manchmal bleibt der Dank der Geretteten aus und nach der erfolgten Bergung ist von den Opfern nichts mehr zu hören und zu sehen ...
Kletterhallenstudie.
von Janotte Julia, Schwiersch Martin, Streicher Bernhard, Hellberg Florian, Hummel Christoph
Die letzten DAV-Kletterhallenstudien (bergundsteigen #50/#51/#81/#82/#93) konzentrierten sich auf die Beobachtung des Verhaltens von Sicherern im regulären Kletterbetrieb. Mit der aktuellen Studie hingegen untersuchten wir zusätzlich zum Routine-Sicherungsverhalten das Sicherungsverhalten in der Belastungssituation bei spezifischen Sturzszenarien. Also ganz konkret, wie Sichernde bei - inszenierten - Stürzen reagieren, wie sie ihr Sicherungsgerät bedienen ...
schräg.
Jatz werd´s kurz a weng zaach ...