Blockiert am Hechenberg. 3/17
von Würtl Walter, Berloffa Bruno
Betrachtet man das Unfallgeschehen auf alpinen Klettertouren, gehen zahlreiche schwere Unfälle – auch mit tödlichem Ausgang – darauf zurück, dass sich die Kletterer verstiegen haben und im zunehmend schwieriger werdenden Gelände ohne ausreichende Absicherung gestürzt sind. Im Mai 2017 war eine leistungsstarke und auch alpin erfahrene Seilschaft in der Schoißwohl-Spitzenstätter am Hechenberg bei Innsbruck unterwegs. ...
Ein Unfall, seine Ursachen und was man dagegen tun kann .... 3/17
von Würtl Walter, Plattner Peter
In der praktischen Unfallforschung steckt einiges an Potential um den zugrundeliegenden, relevanten Mechanismen auf die Spur zu kommen. Auf der Basis einer kompetenten und objektiven Unfallerhebung durch die Alpinpolizei haben wir die Möglichkeit, die Tatsachen – soweit sie bekannt oder rekonstruierbar sind – in Überlegungen der Prävention einfließen zu lassen. Dabei darf jedoch nicht vergessen werden, dass einfache Schlüsse zwar naheliegend, aber nicht zwingend ...
Flugunfälle im alpinen Gelände Österreichs von 2006 bis 2015. 3/17
von Woyke Simon, Ströhle Mathias, Paal Peter, Ebner Hans
Drachenfliegen, Paragleiten, Speedfliegen, BASE und Wingsuiten sind traditionelle bzw. jüngere Bergsportdisziplinen. So unterschiedlich sie und die dazu benötigten Fluggeräte sind, alle spielen sich in der Luft ab – mit dem Risiko abzustürzen und sich zu verletzen oder zu Tode zu kommen. Das Autorenteam Woyke/Ströhle/Paal und Ebner hat sich aufgrund der Datengrundlage der Unfalldatenbank des Österreichischen Kuratorium für Alpine Sicherheit das alpine ...
Am seidenen Faden. 2/17
von Lehner Gerald, Becksteiner Hubert, Senn Werner
Handys, Helikopter und Versicherungen sind keine Garantien für das Überleben im Gebirge. Dennoch glauben Freizeitsportler noch immer an diesen Mythos. Anhand eines schweren Unfalles seiner Kletterpartnerin schildert Gerald Lehner, wie schnell das Leben auch mit moderner Technik am seidenen Faden hängen kann. Die Hubschrauberpiloten Hubert Becksteiner und Werner Senn liefern dazu Fakten aus der Flugphysik. ...
Notfall Alpin. Die ersten 5 Minuten. 2/17
von Dahlmann Philipp
Der Beginn unserer Ersten-Hilfe-Serie von Philipp Dahlmann beschäftigt sich wie im Interview auf Seite 24 angekündigt mit den ersten 5 Minuten bei der Versorgung von Verletzten. Gelingt uns ein guter, strukturierter Einstieg, ist es unerheblich, ob es sich um eine Bagatellverletzung oder eben einen wirklichen alpinen Notfall handelt. Hat man einmal diese erste entscheidende Phase gut absolviert, ...
Seilrisse. Hintergründe & Neuigkeiten. 2/17
von Semmel Chris, Gebel Daniel
Es ist schlicht und ergreifend die Horrorvorstellung: man stürzt und der gewohnte Ruck bleibt aus. Der Fall will einfach nicht enden, das Seil hält nicht. Meist ist es der Sicherungspartner, der einen Fehler macht. Dann wird es weit – aber es stoppt irgendwann. Nicht so, wenn das Seil reißt! Chris Semmel und Daniel Gebel fassen zusammen, warum Seile reißen können und informieren über aktuelle Erkenntnisse. ...
Lawinenunfälle Schweizer Alpen. 1/17
von Schweizer Jürg, Techel Frank
Grüne Weihnachten werden häufiger. Viele Orte in den Schweizer Alpen verzeichneten den schneeärmsten Dezember seit Messbeginn vor rund 150 Jahren. 2016 war ausserdem das dritte Jahr nacheinander, in dem in den Skigebieten über Weihnachten kaum (natürlicher) Schnee lag. Was heisst das für die Lawinenunfälle? Bekanntlich besagt eine Bauernregel, weniger Schnee heisst nicht weniger Lawinenunfälle. ...
Unfälle auf Hochtouren. 1/17
von Winkler Kurt, Hasler Bruno, Mosimann Ueli
Mann, Ausländer, unangeseilt an einem Viertausender unterwegs. Eine Analyse der Schweizer Unfallstatistik zeigt die Risikogruppen – und wirft Fragen auf zur Sicherungstechnik auf Hochtouren. Wunderschöne Aussicht oder wüste Bilder? Auf Hochtouren erleben wir oft beides: eine herrliche Berglandschaft soweit das Auge reicht und erschreckende Zustände, ...
Wann lohnt sich das kurze Seil (nicht)?. 1/17
von Winkler Kurt, Hasler Bruno
In bergundsteigen #96 haben Kurt Winkler und Bruno Hasler verschiedene Sicherungsmethoden für Hochtouren vorgestellt, darunter auch das Gehen am kurzen Seil: Eine Sicherung für einfaches, aber trotzdem absturzgefährdetes Gelände, bei der wir das Seil straff und ganz kurz (ca. 1 m) halten und auf Fixpunkte verzichten. ...
Lawinenunfall Schneebiger Nock. 4/16
von Hofer Matthias
Nach der Riesenlawine an der Schneespitze am 6. Januar 2015 mit zwei Toten (Bericht bergundsteigen #93, Winter 15) kommt es etwas mehr als ein Jahr später wiederum im Südtiroler Reintal und nur elf Kilometer entfernt zu einem großen Lawinenunfall: Am Samstag, den 12. März 2016, wird eine gigantische Lawine am Nordwesthang des Schneebigen Nocks (3.358 m) ausgelöst und reißt sechs Skitourengeher in den Tod ...
Terrestrische Bergrettung. 3/16
von Hasenauer Paul
Die Arbeit der Bergrettung wird in Bergsteigerkreisen allgemein als uneingeschränkt positiv gesehen. Dies ist leicht nachzuvollziehen angesichts der Tatsache, dass Einsätze oft unter sehr schwierigen Rahmenbedingungen durchgeführt werden und dadurch, dass die geleistete Hilfe nicht selten im wahrsten Sinne lebensrettend ist. Manchmal bleibt der Dank der Geretteten aus und nach der erfolgten Bergung ist von den Opfern nichts mehr zu hören und zu sehen ...
Kletterhallenstudie. 3/16
von Janotte Julia, Schwiersch Martin, Streicher Bernhard, Hellberg Florian, Hummel Christoph
Die letzten DAV-Kletterhallenstudien (bergundsteigen #50/#51/#81/#82/#93) konzentrierten sich auf die Beobachtung des Verhaltens von Sicherern im regulären Kletterbetrieb. Mit der aktuellen Studie hingegen untersuchten wir zusätzlich zum Routine-Sicherungsverhalten das Sicherungsverhalten in der Belastungssituation bei spezifischen Sturzszenarien. Also ganz konkret, wie Sichernde bei - inszenierten - Stürzen reagieren, wie sie ihr Sicherungsgerät bedienen ...
Risiko als Risiko. 2/16
von Badura Jens
„Elementare Reduktions-Methode“ oder „Stop or Go“? Lawinenairbag ja oder nein? Helme für Tourenskigänger – eine Pflichtsache oder auf freiwilliger Basis? Auch im kommenden Winter werden diese und thematisch verbundene Fragen wieder rege öffentlich diskutiert werden – spätestens dann, wenn die ersten Lawinentoten zu beklagen sind und die Konjunktur des Konjunktiv (hätten sie doch ... wären sie nicht) wieder anzieht. Dabei wird, dem Markt sei Dank, ...
Diving into the unknown. 2/16
von Paakkarinen Sami
Der folgende Beitrag fällt in unsere Kategorie „über den Tellerrand schauen“ und berichtet von einer inoffiziellen Bergungsaktion nach einem tödlichen Höhlentauchunfall. Es geht also nicht hoch auf den Berg hinauf, sondern tief in den Berg hinein und während ich diesen Einleitungstext schreibe, berichtet explorersweb, dass am Everest in den letzten Tagen vermutlich mehrere hundert Bergsteiger den Gipfel erreicht haben. Natürlich mit Sauerstoffgeräten ...
50 Fragen, wenn es passiert ist. 2/16
von Mayer Philipp
Das Leben ist endlich, das wissen wir. Bergsteigen ist gefährlich, das wissen wir auch. Aber wenn eine nahestehende Person bei einem Bergunfall ums Leben kommt, bricht eine Welt zusammen. Was bisher klar war, wird plötzlich unklar. Was bisher selbstverständlich war, wird plötzlich fragwürdig. In diesem Beitrag stelle ich 50 Fragen zum Umgang mit dem Unfalltod einer Freundin oder eines Freundes, eines Kameraden oder einer Kameradin. Die Fragen sollen helfen, das Unfassbare fassbar ...
Lawinen im Sommer. 2/16
von Würtl Walter
Dass es auch in den Sommermonaten oder in der Übergangszeit Lawinen gibt, wird im Bergsport - grob gesagt - schlicht ignoriert. Lawinen gehören zum Winter. Und der endet bekanntermaßen irgendwann einmal im Frühjahr und beginnt frühestens zu Allerheiligen. Bestätigt wird das durch den Umstand, dass es dazwischen keinen amtlichen Lawinenlagebericht gibt! Kein Lagebericht – keine Lawinengefahr, so einfach ist das! Schaut man in die Datenbank der Alpinpolizei ...
Wieder nichts gelernt. 2/16
von Würtl Walter, Plattner Peter
„Aus Unfällen lernen!“ ist dem Zitat entsprechend einer der wichtigs-ten Inhalte in Ausbildungen zu riskanten Tätigkeiten. Im Bergsport ist das Interesse an Unfällen besonders hoch. So gibt das Österreichische Kuratorium für Alpine Sicherheit eine eigene Zeitschrift für Alpinunfälle und Alpinunfallstatistik heraus (analyse:berg). Wahrscheinlich ist keine andere Betätigung oder Sportart so auf Unfälle fokussiert – vergebens sucht man z.B. die Herausgabe ...
Am Schicksalsberg. 1/16
von Mörtl Edi, Mansberger Thomas
„Servus Peter. Seit mehreren Jahren sind wir Abonnenten von bergundsteigen. In eurer Zeitschrift nehmen alpine Unfälle, deren Analyse und die Diskussion darüber, was man daraus lernen kann, einen breiten Raum ein. Deshalb wenden wir uns heute an dich. Eventuell hast du von dem Spaltensturz am Großen Wiesbachhorn am 11. April 2015 gehört. Wir sind die beiden, die in die Spalte gefallen sind. Und wir glauben, dass wir nichts verkehrt gemacht haben. ...
bergundsteigen im Gespräch mit Markus Amon. 1/16
von Amon Markus
Schon seit einiger Zeit wollten wir einen Beitrag über die alpine Rettung aus der Luft bringen, doch irgendwie hat es sich nie ergeben. Anlässlich des Unfalls am Wiesbachhorn (S. 20) war es aber ein Anliegen, mit einem der beteiligten Retter zu sprechen und so haben wir Markus um ein Interview gebeten. Bei dieser Gelegenheit wollten wir aber gleich mehr von der Christophorus Flugrettung wissen, denn man hat ja nicht alle Tage die Gelegenheit, mit dem „obersten Flugretter“ zu sprechen.
Wir leben in einem Medienzeitalter. 1/16
von Preradovic Milena
Während wir vor der digitalen Revolution noch topinformiert waren, wenn wir morgens unsere Kreiszeitung gelesen und abends die Tagesschau gesehen haben, werden wir heute von Medien überspült. Sie sind überall und allgegenwärtig und durch die sozialen Netzwerke durchdringen sie inzwischen auch unser Privates. Außerdem geht medial jetzt nichts mehr verloren. Jeder Artikel, der jemals irgendwo auf dieser Welt ins Internet gestellt wurde, ...
Wie wird alarmiert. 1/16
von Altenhofer Norbert
In Österreich gibt es ausgezeichnete Organisationsstrukturen, was Alarmierung und Versorgung bei Unfällen, Großschadensereignissen und Katastrophen anbelangt. Dies ist im Wesentlichen Sache der Bundesländer und historisch unterschiedlich gewachsen. Die Person, die einen Notruf absetzt, bekommt in der Regel davon gar nichts mit, hier geht es um die Abläufe im Hintergrund. So gibt es in Tirol eine „Integrierte Leitstelle“ - eine zentrale Stelle, ...
Pressearbeit in der Bergrettung. 1/16
von Riedler Maria
Das große Medieninteresse zum Einsatz am Wiesbachhorn war für die Bergrettung durchaus bewältigbar und war, von der Pressearbeit her betrachtet, ein eher routinemäßiges Ereignis. Die wirklichen Probleme in unserer (ehrenamtlichen) Arbeit mit den Medienvertretern entstehen durch ein für mich absolut unverständliches Alarmierungssystem: Aus welchem Grund auch immer werden die meisten Redaktionen in Salzburg - zeitgleich wie die Bergrettung - bei Einsätzen alarmiert bzw. informiert. ...
Blitzunfälle in Österreich. 1/16
von Lanthaler Michael, Ströhle Mathias, Würtele Andreas, Ebner Hans, Paal Peter
Eine retrospektive Analyse von 2006 bis 2014 Der Wetterbericht für jenen Tag hatte „mehr Wolken als Sonne und ab und zu Regen, örtlich auch Gewitter“ vorhergesagt (1). An diesem spätsommerlichen Nachmittag im September 2000 wurde eine zehnköpfige Gruppe im Karwendelgebirge vom Blitz getroffen. Zwei Personen waren auf der Stelle tot, zwei wurden schwer verletzt und drei weitere teilweise gelähmt. ...
Inferno am Dreikönigstag. 4/15
von Beikircher Werner
Am 6. Januar 2015 lösen Tourengeher im über 40° steilen Gipfelhang der Schneespitze im Reintal/Südtirol eine Lawine aus. Ein Mensch kann nur noch tot ausgegraben werden, ein weiterer stirbt zehn Tage später im Krankenhaus an seinen Verletzungen. Die Primärlawine löste allerdings zig weitere Lawinen aus und es hätte auch Dutzende weitere Skitourengeher erwischen können, die an diesem Tag unterwegs waren. Werner Beikircher über ein Lawinengeschehen ...
Wieviel Unsicherheit braucht der Mensch. 2/15
von Pflügl Thomas
Wir kennen Thomas Pflügl schon lange als ÖAV-Funktionär und Bergsteiger. Sie haben in den vergangenen Jahren immer wieder Leserbriefe von ihm rund um den Themenblock „Risiko“ gelesen. Wir waren von seinem enormen Hintergrundwissen, seinem Zugang und seinen Aussagen überrascht und angetan - deshalb dann nicht verwundert, als wir erfuhren, dass er sich auch beruflich damit auseinandersetzt - und haben ihn gebeten, seine Gedanken zu Sicherheit & Unsicherheit zu notieren. ...
Gerissene Schlingen. 2/15
von Patterer Heribert, Bauernfeind Florian
Bandschlingen gehören traditioneller- und beruhigenderweise zu den Ausrüstungsgegenständen, denen wir blind vertrauen. 22 kN Norm-Bruchkraft scheinen überdimensioniert und irgendwoher geistert im Hinterkopf herum, dass auch belassene und ausgeblichenes Schlingen gar nicht so schlecht halten - fürs Abseilen zumindest. Gut, der Bruch der Bandschlingenäste eines Klettersteigsets (wir berichteten darüber ausführlich) und die darauffolgenden Diskussionen und Erkenntnisse ...
Wieder nichts gelernt. 1/15
von Würtl Walter
Obwohl der Winter aufgrund der schlechten Schneelage lawinentechnisch gesehen recht spät begonnen hat, gab es ab Ende Dezember zahlreiche Unfälle. Schon nach den ersten Lawinen wurde über Tageszeitungen, Internet, Radio und Fernsehen in nie dagewesenem Ausmaß vor dem Verlassen der gesicherten Pisten gewarnt. Dabei entstand recht schnell der Eindruck, dass es sich um den schlimmsten, unberechenbarsten und heikelsten Winter seit Bestehen der kalten Jahreszeit handelt. ...
Kletterunfälle im Klartext. 3/14
von Würtl Walter, Würtele Andreas
Gerade in den letzten Monaten wurde viel über Unfälle, Sicherungsgeräte und Risiken beim Klettern diskutiert - auf teilweise sehr abstrakter Ebene . Oftmals geben die Protagonisten in der „Fachdiskussion“ aber eher ihre persönlich Meinung oder ihre ganz spezifischen Erfahrungen wieder als tatsächliche Fakten. Um einen Gesamteindruck des Unfallgeschehens zu bekommen, durchforsteten Walter Würtl und Andreas Würtele die Alpinunfalldatenbank ...
Alte Schlingen & Reepschnüre. 3/14
von Hochrein Thomas, Dürrbeck Stefan, Hellberg Florian
Eine bekannte Situation: Draußen am Fels findet man bereits vorhandene Schlingen vor - als fixe Expressschlinge, Abseilstände oder Sanduhrschlinge. Dieses Material ist häufig über viele Jahre Wind und Wetter ausgesetzt und in der Regel lässt sich kaum abschätzen, welche Festigkeitswerte noch zu erwarten sind. Unfälle in Sportkletterrouten mit fix belassenen Express-schlingen sind eine Konsequenz der geschilderten Problematik. ...
Die Wirksamkeit des Lawinenairbags. 3/14
von Haegeli Pascal, Falk Markus, Zweifel Benjamin, Procter Emily, Jarry Frédéric, Logan Spencer, Kronholm Kalle, Biskupic Marek, Brugger Hermann
Was bringt ein Lawinenauftriebssystem, ein Lawinenairbag tatsächlich? Darüber gibt es mehrere Untersuchungen: einige kommen von Herstellern, andere sind nicht mehr ganz aktuell, die meisten sind nicht vergleichbar, weil unterschiedliches Zahlenmaterial verwendet wurde. Pascal Haegeli und sein Autorenteam haben analysiert und bewertet und in einer internationalen Studie die Wirksamkeit des Lawinenairbags mit den aktuellsten Daten dargestellt. ...
bergundsteigen im Gespräch mit Markus Raich. 2/14
von Würtl Walter
Mitte Mai dieses Jahres haben wir bei einem Fortbildungskurs Markus Raich kennengelernt. Er sprengt im Winter bei den Loser Bergbahnen Lawinen und ist dort verantwortlich für alles rund um die alpine Sicherheit. Im Sommer ist er Geschäftsführer eines Hochseilkletterparks in Altaussee. Markus machte sich auch einen Namen als Fotograf und Kameramann, gemeinsam mit Lutz Maurer brachte er den Bildband „Hoch und Heilig” (Styria Verlag) heraus. ...
Wege aus der Krise. 1/14
von Kirschner Hans
In bergundsteigen 2/13 widmeten sich mehrere Beiträge dem Thema „Krise am Berg“. Anlässlich des Lawinenkolloquiums 2014, das am 16. Jänner in Salzburg stattfand, referierte Hans Kirschner in seinem Vortrag „Krise und Intervention“ nicht nur, wie unser Gehirn in Stresssituationen reagiert, sondern stellte auch das Konzept der Bergrettungs-Peers im Bundesland Salzburg vor. ...
Modeskitouren. 4/13
von Würtl Walter, Plattner Peter
Fünf Probleme auf vielbegangenen Schitouren. „Geh Modeschitouren“, lautet die häufige Empfehlung, wenn Schitoureneinsteiger um einen guten Tipp zum Start ihrer Schitourenkarriere fragen. Unter einer sogenannten Modetour wird eine Schitour verstanden, die besonders häufig gemacht wird. Aufgrund der ständigen Begehung bzw. Befahrung der Hänge wird der natürliche Schneedeckenaufbau permanent gestört bzw. verfestigt ...
Unfälle Sommer 2013. 3/13
von Würtl Walter, Plattner Peter
Was für ein Bergsommer. Tausende Menschen unterwegs im Gebirge, großteils Bombenverhältnisse. Natürlich sind auch Unfälle geschehen, teilweise mit tödlichem Ausgang, jeder verbunden mit dem Schicksal von Menschen. Die Unfallmuster sind meist seit Jahrzehnten dieselben und hinlänglich bekannt, gelegentlich passiert aber „etwas Neues“. Walter Würtl und Peter Plattner haben mit Unterstützung der Alpinpolizei einige aktuelle Unfälle herausgepickt ...
Unfallmuster. 3/13
von Semmel Chris
„Aus Unfällen lernen!“ Darum geht es Chris Semmel und dem Deutschen Bergführerverband. In unregelmäßigen Abständen werden sie für bergundsteigen Unfälle analysieren und aufzeigen, was schief gelaufen ist. Diesmal ein Klassiker: Unfallmuster beim Anseilen mittels Karabinern. Dass man sich möglichst immer direkt einbinden - und das Anseilen mittels Karabiner vermeiden sollte -, ist hinreichend bekannt. Natürlich gibt es Situationen, in denen das Anseilen ...
Keine Chance. 3/13
von Slupetzky Heinz
Als 2006 ein bekannter österreichischer Kletterer starb, weil die überhängende Eiswand eines alten Lawinenkegels zusammen brach, während er daran eiskletterte, war die Bestürzung groß. Selten oder nie wurde von solchen Unfällen berichtet und die Frage trat auf, ob er einfach zur falschen Zeit am falschen Ort war oder ob ein Kletterer mit seinen Eisgeräten diese Eismassen zum Einsturz bringen kann. Heinz Slupetzky hat sich seit gut sechs Jahren mit diesem Thema beschäftigt...
krise. 2/13
von Winter Stefan
Schwere Bergunfälle und ernste alpine Notlagen sind lebensbedrohlich. Sie treten ungewollt, plötzlich und mit Härte ein. Überlebende, Hinterbliebene und Einsatzkräfte sind auf einen Schlag mit starken Emotionen, komplexen organisatorischen Aufgaben und Entscheidungsdruck konfrontiert. Das Krisenmanagement von DAV, OeAV, SAC und AVS koordiniert, unterstützt und wickelt ab. Eine Standortbestimmung. Für Sektionen gibt es viele Möglichkeiten ...
Alpine psychosoziale Notfallversorgung. 2/13
von Brunner Heiner, Müller-Cyran Andreas
Die psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) hat im deutschen Sprachraum in den letzten 20 Jahren eine rasante Entwicklung genommen. Von medizinischen Notfällen, bei denen der Rettungsdienst zum Einsatz kommt, sind außer dem verletzten oder erkrankten Patienten auch dessen soziales Umfeld mehr oder weniger stark psychisch betroffen. Freunde, Angehörige, Arbeitskollegen, Ersthelfer: sie alle sind in das rettungsmedizinische Geschehen involviert - und durch das unvorhersehbare ...
Zurück in die Berge. 2/13
von Schwiersch Martin
Bergsteigen ist gefährlich. Unfälle geschehen und Menschen werden verletzt oder sterben. Nicht nur körperlich, sondern auch psychisch können bei allen Betroffenen Verletzungen zurückbleiben. Welche das sein können und welche Hilfen es gibt, betrachtet Martin Schwiersch. Bergunfälle sind - Gott sei Dank - selten, obwohl so viele Menschen in den Bergen unterwegs sind. Auf ein Bergleben gerechnet sieht dies jedoch anders aus. Eine Studie des Psychologischen Instituts ...
Hinter deiner Angst liegt deine Kraft. 2/13
von Kerber Christian
Unterstützung durch Hotlines und psychologische Hilfe nach einem Unfall - alles schön und gut. Aber wie oft passiert denn wirklich etwas; etwas „Gscheites“, also berstende Knochen und so. Meist hat Frau und Mann doch Glück und kommt oft noch einmal glimpflich davon. Wie sich ein solcher vermeintlich „glimpflicher“ Zwischenfall auf sein Leben ausgewirkt hat, erzählt Christian; offen und ehrlich und dafür möchte ich ihm an dieser Stelle meinen großen Respekt und Dank zollen ...
Sicherungsgeräte im Vergleich. 2/13
von Semmel Chris
Verwirrende Vielfalt? Dass es etwa 5000 verschiedene Automodelle gibt, verwundert niemanden. Na und? Alle haben ein Lenkrad, Bremse und Gas; und die sind immer an der selben Stelle positioniert. Sicherungsgeräte gibt es etwa 40 verschiedene. Zugegeben, da sind schon einige Exoten darunter, wie „Sum“ oder „Logic“. Aktuell marktrelevant sind etwa 15. Davon wiederum sind sechs empfehlenswert bzw. haben ihre Berechtigung auf dem Markt. Das Problem: Anders ...
Immer noch Klettersteige. 2/13
von Plattner Peter, Würtl Walter
In bergundsteigen 3/12 haben wir ausführlich über den ersten, in bergundsteigen 1/13 über den zweiten groß angelegten Rückruf von Klettersteigsets berichtet. Die heurige Eisenwege-Saison steht vor der Türe und da sich einiges getan hat, nutzen Plattner/Würtl die Gelegenheit, sich nochmals Gedanken zum K-Thema zu machen. Nochmals kurz zusammengefasst, was bisher geschah (Details bitte in den erwähnten bergundsteigen-Ausgaben nachlesen):" Im August 2012 stürzt im Klettersteig ...
Sechs Tage in der Gletscherspalte. 2/13
von Putzer Gabriel, Brugger Hermann, Wenzel Volker, Paal Peter
Die Liste der eingeladenen Gäste für den großen ZDF-Jahresrückblick „Menschen 2012“ war lang und prominent und quotenfördernd: Ministerpräsident Beck, Halbschwester Obama, Popqueen Loreen, Gewichtheber Steiner, Costa Concordia-Überlebende ... und der Mann, der sechs Tage in der Gletscherspalte überlebt hat. Auf einem aperen Gletscher alleine in eine Spalte zu stürzen, ist alpinistisch gesehen wahrlich keine Glanzleistung. Doch hat der Mann gezeigt, wie ausweglose ...
Parallelwelten. 1/13
von Hartmann Hans Peter
Der Blick über den Tellerrand hinaus tut gut. Auch beim Bergsteigen. Umso mehr, wenn es um Themen geht, mit denen wir uns – im Gegensatz zu anderen Menschen – erst seit Kurzem beschäftigen (möchten). Wie zB mit dem Thema „Verantwortung“ - uns selbst gegenüber und gegenüber unseren Freunden, Klienten oder unbekannten Alpinisten. Doch benötigen wir hier weniger die Meinungen von pädagogisch gebildeten Referenten, welche selbst noch nie in ihrem ...
Homo verticalis indoorensis. 4/12
von Funk Felix, Schwiersch Martin, Hellberg Florian
Die Spezies der Hallenkletterer löst sich langsam von ihrem Urvater, dem kletternden Bergsteiger, und wird zunehmend eine eigenständige Art. Im ersten Teil ihres Beitrages beleuchten die Autoren die jüngsten Entwicklungen anhand einer neuen Studie der DAV-Sicherheitsforschung und zeigen die Veränderungen im Vergleich zu zurückliegenden Studien auf. Durch die Entwicklung neuer Sicherungsgeräte beginnt für die traditionellen Methoden ein Überlebenskampf ...
Unfallursache: Seilriss!. 4/12
von Wallner Robert, Würtele Andreas
Regelmäßig diskutieren und lamentieren wir beim alpinen Klettern über die Vor- und Nachteile der Sicherung direkt vom Körper. Max Berger ist, wenn es um anspruchsvolle alpine Routen geht, seit langem ein Verfechter der Körpersicherung. Da er nun handfeste Zahlen und Testergebnisse zu dieser Thematik hat, hielt er die Zeit reif, einen Beitrag zu diesem Thema zu verfassen. Diskussionen dazu werden erwartet und sind erwünscht. Nachdem jahrzehntelang mit weichen ...
Nur ein Leben. 4/12
von Keil Benno
Super Tag. Schon bei der Auffahrt von Hintertux Richtung Gefrorene Wand wissen wir, dass heute - am ersten Tag nach diesen „Aprilschneefällen“ - die Bedingungen hervorragend sind. In der Gondel schwebend zirkeln schon die ersten Freerider unter uns ihre Spuren in die pistennahen Pulverhänge. Sonne, fetter Spray und natürlich die rekordverdächtige Schneelage dieses Winters in Nordtirol. Wir sind hier, um eine Spezialrunde vom Skigebiet über den Kleinen Kaserer ...
jung & wild vs erfahren. 4/12
von Zweifel Benjamin
Im Gegensatz zum Expressflaschenzug - den wir in der letzten Ausgabe von bergundsteigen an dieser Stelle vorgestellt haben - ist der Seilrollenflaschenzug das Mittel bzw. die Rettungstechnik der Wahl, wenn es darum geht, jemanden zum Stand hinaufzuziehen. Der Seilrollenflaschenzug ist etwas aufwändiger zu bauen, dafür aber ein „doppelter Flaschenzug" mit 4-facher Übersetzung (+ Reibung). Komplett frei hängende Personen können aber dennoch nur mit höchster Anstrengung ...
DAV-Bergunfallstatistik. 3/12
von Randelzhofer Peter, Hellberg Florian
Grundlage der DAV-Unfallstatistik sind Unfälle und Notfälle, die die Mitglieder der DAV-Versicherung melden. Anders als bei den Jahresberichten der Rettungsinstitutionen kann man die Unfallzahlen des DAV also auf eine klar definierte Personengruppe beziehen, nämlich auf den Mitgliederstand. Dieses Verhältnis drückt die Unfallquote aus, also die Anzahl der Unfälle und Notfälle geteilt durch die Mitgliederzahl. So berück- sichtigt diese Unfallquote in grober Näherung das Ausmaß ...
Immer wieder Klettersteige. 3/12
von Hellberg Florian
Der vielzitierte Bergsportboom ist jedes Wochenende an den Klettersteigen der Alpen sichtbar. Notsituation Nummer eins ist bekanntermaßen das „Blockiert-Sein“ - Tendenz steigend. Ein Sturz mit Verletzungsfolge kommt selten vor, einer mit tödlichem Ausgang nahezu nie und wenn doch, wurde meist kein Set verwendet bzw. dieses falsch bedient. Über zwei tödliche Klettersteig-Unfälle im heurigen Jahr berichtet Florian Hellberg. Und über die Hintergründe, warum 24 Klettersteigsets ...
Das K-Thema. 3/12
von Plattner Peter
Das Zitat stimmt, das hat er tatsächlich gesagt, irgendwann Ende der 70er-Jahre: „Ich bin so vielen glücklichen Menschen auf Klettersteigen begegnet, dass ich dafür sein muss [...]“. Es ist Juni, ein angenehm entspannter Nachmittag auf Schloss Sigmundskron und er, mein Gegenüber, ist Reinhold Messner. Wenige erinnern sich, dass auch eines seiner ersten Bücher den Titel „Dolomiten Klettersteige“ trug, das war 1974. Geplant war, das ganze Gespräch mit Reinhold Messner ...
Karabinerbruch x2. 2/12
von Semmel Chris
Karabinerbrüche sind selten. Trotzdem sind Karabiner jener Ausrüstungsgegenstand in der Sicherungskette, der am häufigsten versagt. Sie brechen häufiger als Bohrhaken, Seil oder Gurt. Gleich zwei Mal innerhalb von drei Wochen kam es im Sommer 2011 in Tirol beim Sportklettern zu einem Karabinerbruch. Chris Semmel hat sich diese Unfälle näher angesehen. Am 14. Mai 2011 verunglückte ein deutscher Sportkletterer in der Route „Knusperzapfen“ (7c) am Schleier Wasserfall ...
Zum Tode verurteilt. 4/11
von Bilek Hanno, Würtl Walter
Dass eine Lawinenauslösung stets mit Lebensgefahr verbunden ist, muss unter Tourengehern, Variantenfahrern und Winterbergsteigern nicht extra betont werden, da nach wie vor über 50 % der Ganzverschütteten die Lawine nicht überleben. Dass der Anteil der Traumatoten bei Lawinenunfällen aber deutlich höher ist als bislang angenommen, ist dennoch eine Überraschung. Die Grundlage zum „Überleben bei Lawinenereignissen“ stellt sowohl in der theoretischen Diskussion ...
Augenkrankheiten & -verletzungen in den Bergen. 3/11
von Paal Peter, Brugger Hermann, Beikircher Werner
Eine Sehstörung kann im Gebirge Lebensgefahr bedeuten. Im schlimmsten Fall kann durch die Einschränkung der Sehkraft eines Alpinisten eine ganze Bergsteigergruppe in Not geraten. Die Gefahr von Augenbeschwerden und Sehstörungen ist in den Bergen erhöht und Risikofaktoren sollten beachtet werden. Zum Beispiel sind in den Bergen Menschen mit Kontaktlinsen oder mit vorangegangenen Augenoperationen anfälliger für Augenkrankheiten. ...
Wie gefährlich ist es, ein Spitzenbergsteiger zu sein?. 3/11
von Weinbruch Stephan
„Das Lexikon der Alpen“ erschien im Jahr 1977 und ist ein Standardwerk der Alpinliteratur. Der Autor Toni Hiebeler führt dort unter anderem 390 Alpinisten an, die Alpingeschichte geschrieben haben. Stephan Weinbruch hat recherchiert, wie viele dieser Spitzenbergsteiger im Laufe der letzten zwei Jahrhunderte ihr Leben in den Bergen verloren haben und ob es Zeiten gegeben hat, die für Topalpinisten besonders gefährlich gewesen sind – und warum. ...
Kletterunfälle im Frankenjura. 3/11
von Lade Patrick, Köstermeyer Guido
Mehr als 10.000 Routen an über 1.000 Türmen und Felsen. Kurt Alberts Roter Punkt wurde hier geboren, und Wolfgang Güllich kletterte dort Action Direct. Das Frankenjura ist das bedeutendste außeralpine Klettergebiet. Guido Köstermeyer und Patrick Lade haben auf Grundlage der Polizeiberichte die Kletterunfälle im Frankenjura analysiert. Unfälle treten beim Klettern im Vergleich zu anderen (Berg)Sportarten relativ selten auf. ...
Vermisst am Großglockner. 3/11
von Ebner Hans, Bilek Hanno, Tembler Peter
Der höchste Berg Österreichs ist traditionell Anziehungspunkt und Tummelplatz für Bergsteiger aller Nationalitäten. Dementsprechend häufig sind daher auch Einsätze zur Bergung von Verletzen oder Erschöpften durch den Hubschrauber oder durch bodengebundene Kräfte der Bergrettung und Alpinpolizei. Hanno Bilek, Hans Ebner und Peter Tembler schildern den wohl tragischsten und schwierigsten Einsatz der letzten Jahre im Herbst 2010 ...
Achtung Stein 2. 3/11
von Meyer Jürg, Scheiber Thomas
Im letzten Heft berichteten wir über das Material unserer Kletterträume, die Alpengesteine. Wie sind all diese Gesteine dorthin gekommen, wo sie uns mit Kletterfels erfreuen oder als Steinschlag bedrohen? In diesem zweiten Teil geben die Autoren einen Überblick und Einstieg in die wichtigsten Prinzipien der Alpenbildung, im dritten Teil folgt dann eine Vorstellung der großen Baueinheiten der Alpen. ...
krautundruab'n. 2/11
Achterknoten nie zurückstecken! Letzten Sommer ereignete sich in der Schweiz ein tödlicher Alpinunfall: Ein zurückgesteckter Achterknoten – eine Eidgenössische Spezialität - hatte sich gelöst. Daraufhin wurden Tests zur Festigkeit dieses Knotens durchgeführt: mit verheerenden Resultaten, wie Bruno Hasler zu berichten weiss: Verwendet man neue Seile für eine Seilverkürzung - auch „Seilabbund beim Seiltransport“ genannt - kann sich der Achterknoten unter Umständen lösen; darum wurde für diese Anwendung der zurückgesteckte Achterknoten entwickelt. ...
Absturz in der Kletterhalle. 2/11
von Wallner Robert
In den letzten beiden Ausgaben brachte uns Ulli Benker auf den aktuellen Stand der Technik, was GPS & Karten & Handys betrifft. Dass dieses Navigationsgerät im alpinen Gelände – und nicht nur hier, sondern auch zB in Autotunnels ... – verschieden schlau angewandt werden kann, ist bekannt. So ist es wenig zielführend, wenn auf Schihochtour bei schlechter Sicht zwar das Display akribisch beobachtet, aber nicht wahrgenommen wird, dass man währenddessen in einen ...
Sind Bergunfälle männlich. 2/11
von Mosimann Ueli
Es ist Freitag, der 10. Oktober 2010 bei der ICAR-Tagung in der Slowakei und wir erwarten mit Spannung den Vortrag von Patrick und Greg. Die beiden sind Größen in der alpinen Rettung und bekannt für außergewöhnliche Unfallbeispiele. Patrick Fauchère ist Deputy Chief Pilot bzw. Flight Safety Manager bei der Air-Glaciers und Präsident der ICAR-Flugrettungs- kommission. Greg Zen-Ruffinen ist Mitglied der Medizinischen Kommission der ICAR und Notarzt bei der Air-Glaciers ...
Ein hoffnungsvoller Lawinenunfall. 1/11
von Fauchère Patrick, Zen-Ruffinen Greg, Würtl Walter
Es ist Freitag, der 10. Oktober 2010 bei der ICAR-Tagung in der Slowakei und wir erwarten mit Spannung den Vortrag von Patrick und Greg. Die beiden sind Größen in der alpinen Rettung und bekannt für außergewöhnliche Unfallbeispiele. Patrick Fauchère ist Deputy Chief Pilot bzw. Flight Safety Manager bei der Air-Glaciers und Präsident der ICAR-Flugrettungs- kommission. Greg Zen-Ruffinen ist Mitglied der Medizinischen Kommission der ICAR und Notarzt bei der Air-Glaciers ...
Unfallursachen und Risiken beim Hallenklettern. 1/11
von Ernst Björn, Kuntnawitz Stefan
Das Risiko beim Klettern wird bestimmt durch unterschiedliche Einflussfaktoren, die einzeln betrachtet mit beherrschbaren Gefahrenpotentialen behaftet sind. Zum Unfall kommt es immer erst dann, wenn mehrere dieser Faktoren gleichzeitig zusammenwirken. In der vorliegenden Studie haben Björn Ernst und Stefan Kuntnawitz versucht die wichtigsten Faktoren zu erfassen, zu untersuchen und einander so gegenüberzustellen, dass das Gesamtrisiko für bestimmte Situationen ...
Ein nicht ganz alltäglicher Seilriss. 4/10
von Semmel Chris, Hellberg Florian
Am schönsten sind Unfälle, bei denen alle Beteiligten unbeschadet überleben und aus denen man direkte Lehren ziehen kann. Genau so ein Fall wurde uns in der letzten Eissaison zugetragen. Zwei Seile sind besser als einsEine Zweierseilschaft war an den Renkfällen im österreichischen Kaunertal unterwegs. In der dritten Seillänge querte der Vorsteiger vom Stand wenige Meter und stieg dann weiter gerade hoch, nach 18 m Kletterstrecke setzte er die dritte ...
Keine Haftung für Felsausbruch. 3/10
von Ermacora Andreas
In einem Klettergarten in Weißbach bei Lofer stürzte eine Kletterin ab und verletzte sich schwer, nachdem sich ein etwa 1000 kg schwerer Felsbrocken gelöst hatte. Daraufhin klagte sie den Oesterreichischen Alpenverein auf Schadenersatz (rund Euro 150.000,-) mit der Begründung, dass dieser seiner Wartungsverpflichtung nicht nachgekommen ist und einen Geologen beauftragen hätte müssen, um die Labilität des Gesteins rechtzeitig zu erkennen. ...
Wie riskant ist Bergsport?. 3/10
von Hellberg Florian, Rendelzhofer Peter
Wie gefährlich sind Wandern, Klettern oder Skitourengehen? Im August wurde die DAV-Bergunfallstatistik 2008/09 vorgestellt. Peter Randelzhofer und Florian Hellberg geben einen Überblick zu den wesentlichen Entwicklungen und den Ursachen für Unfälle im Bergsport. Seit 1979 veröffentlicht der DAV seine Bergunfallstatistik, die Daten reichen zurück bis in die fünfziger Jahre. Grundlage sind die dem DAV-Versicherungsschutz gemeldeten Unfälle und Notfälle der Mitglieder. ...
Sucheinsatz am Großvenediger. 3/10
von Ebner Hans, Berger Siegfried, Franzeskon Franz
Anfang April 2010 überlebten vier Schneeschuhwanderer im Großvenedigergebiet auf 3400 m nach einem Schlechtwettereinbruch drei Nächte in einer Schneehöhle, bevor sie von einem Polizeihubschrauber nahezu unversehrt gefunden wurden. Das Medieninteresse war riesig, nicht zuletzt wegen der Beteiligung eines deutschen Lokalpolitikers. Anhand dieses konkreten Einsatzes beleuchten Hans Ebner, Siegfried Berger und Franz Franzeskon ...
Um ein Haar. 2/10
von Mailänder Nicho
Der Autor ist in der Kletterszene nun wahrlich kein Unbekannter. Seit Jahrzehnten am Fels kletternd hat er - ohne ihm nahetreten zu wollen - ein Alter erreicht, das beweist , dass er was Risikoeinschätzung und Sicherungstechnik betrifft recht erfolgreich unterwegs sein muss. Dass gerade ihm ein Beinahe-unfall mit dem Standardsicherungsgerät Tuber passiert, lässt aufhorchen. Ort und Zeit der Handlung: Schleierwasserfall im Dezember 2007. ...
Mein Absturz in der Kletterhalle. 2/10
von Zak Heinz
„Heinz hatte in der Halle einen Grounder!” Wir konnten es kaum glauben. Er, der Extremkletterer und Seiltechnik-Buchautor verunfallt nicht etwa bei einer Erstbegehung im Karwendel sondern in der Tivoli-Kletterhalle. Wir wollten wissen, was genau geschehen ist. Bumm – ein dumpfer Aufschlag übertönt den Lärmpegel der zum Bersten gefüllten Kletterhalle. Plötzlich ist es bedrückend still. Ein Kletterer war aus 14 Meter Höhe auf dem Betonboden aufgeschlagen. ...
Im Gespräch mit Chris Semmel. 2/10
von Semmel Chris, Plattner Peter
Nicho und Heinz, beide sind erfahren, kennen sich super gut aus, haben ihre wilden Zeiten im Gebirge überlebt. Wie kann den beiden der beschriebene Beinaheunfall bzw. Absturz passieren? Ich denke, man wähnt sich zu leicht in Sicherheit. Man erlebt immer wieder, dass man alles im Griff hat, hält viele Stürze und dann kommt doch das eine zum anderen: ein zu dünnes Seil, ein Runout und ein weiter Sturz, kein Sichtkontakt oder der Sturzzug just in dem Moment, ...
Aus Fehlern lernen, aber wie ...?. 2/10
von Cronrath Michael
Michael Cronrath hat sich in seiner Diplomarbeit mit der Vermittlung von Sicherungsmethoden beim Klettern auf der Basis von erlebtem Handeln auseinandergesetzt und lässt uns an seinen Erkenntnissen teilhaben. Die meisten Bergsteiger kennen das Gefühl, bei einer Bergtour, die nicht optimal gelaufen ist, mehr gelernt zu haben, als wenn alles perfekt nach Plan funktioniert hätte. So kann es zB ein wertvolles und intensives Erlebnis sein ...
Spaltensturz mit Z-Wert 10. 1/10
von Frasnelli Carlo
Wir konnten die Erzählung einer begeisterten Bergsteigerin nicht glauben, als sie uns von einem Spaltensturz am Morteratschgletscher berichtete, der aufgrund einer Schibindung relativ glimpflich ausgegangen ist. Wir haben nachgefragt, geforscht und jetzt beschreibt Carlo Frasnelli im folgenden Beitrag, warum er in Zukunft am winterlichen Gletscher wieder auf ein Seil und nicht nur auf zwei Metallbolzen vertrauen wird. ...
Lawinenunfall Rifflsee 07. 4/09
von Wallner Robert
Der Oberste Gerichtshof in Wien (OGH) hat am 23. Juni 09 sein Urteil zum Lawinenunfall im Nordwesthang des Grubenkopfes vom 2. März 07, bei dem eine Person getötet und eine weitere leicht verletzt wurde, gefällt. Der OGH hatte das Urteil des Oberlandesgerichtes Innsbruck (OLG) zu überprüfen und kam zum Ergebnis, dass dieses falsch war. Das OLG hatte im Gegensatz zum Landesgericht Innsbruck (LG) keine besonders gefährlichen Verhältnisse angenommen, ...
Sturz am Walkerpfeiler. 3/09
von Pfaundler Hansjörg
„Weißt du mehr vom Unfall vom Hansjörg?“, wurde ich in unseren Redaktionsräumen von einem Bergführerkollegen gefragt. Natürlich hatte ich keine Ahnung. Meine darauffolgenden Fragen „Der Pfaundler Hansjörg? Wo? Am Walker, wie geht es ihm ....?“ konnten nicht beantwortet werden und so war ich froh und erleichtert, als ich ihn ein paar Minuten später am Mobiltelefon erreichte und erfuhr, dass seine Verletzungen wieder reparierbar sein sollten. ...
Grenzen der Flugrettung. 3/09
von Tiefengraber Jochen
Der Notarzthubschrauber ist bei der Bergung und Versorgung verletzter oder erschöpfter Bergsteiger in der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken. Als Bergsteiger hat man die Gewissheit, im Notfall rasch geborgen und medizinisch versorgt zu werden. Aber nicht immer ist es den Hubschrauberbesatzungen möglich, direkt zum Verletzten zu kommen. Über limitierende Faktoren eines Hubschraubereinsatzes im alpinen Raum berichtet der Pilot Jochen Tiefengraber. ...
Felsausbruch in der Polditraverse. 3/09
von Ermacora Andreas
Einem tragischen Kletterunfall mit Todesfolgen folgte ein aufwändiges Zivilverfahren gegen Veranstalter, Bergführer und Seilschaftsführer. Die Vorwürfe erwiesen sich vor Gericht als nicht haltbar. Andreas Ermacora berichtet. Der Peilstein ist der größte und schönste Klettergarten im Großraum Wien, in dem schon seit Generationen geklettert wird. Derzeit gibt es ca. 850 Kletterrouten, die sich auf 26 Sektoren verteilen. ...
Seilrisse - ein Resümee. 2/09
von Schubert Pit
Seit 2006 hat die Zahl an Seilrissen unter österreichischen und deutschen Kletterern zugenommen. Innerhalb von nur drei Jahren sind sechs Seilrisse bekannt geworden. Gemessen am Zeitraum davor ist dies auffallend. So gab es von 1983 bis 2005, also während 23 Jahren, gerade einmal zwei Seilrisse, wie in Abb. 1 zu sehen ist. Im Juli kam es in den Dolomiten an der Rienzwand zum Bruch eines Einfachseiles mit tödlichem Ausgang. ...
Verkettung von glücklichen Umständen. 2/09
von Hofer Michael
Michael hat ein eigenes Notfalltelefon und immer ein Reserve-LVS-Gerät mit auf Skitour. Weiters trägt er Kabelbinder, Schrauben, Leatherman, 25 Meter 8-mm-Seil, Stirnlampe, Energieriegel und noch so einiges andere immer in seinem Rucksack mit. Penibel und genau ist er. Dennoch er- und überlebte er ein ganz besonders unerwartetes Abenteuer, an dem er uns mitlernen lässt. Es war Montag, der 16.03.2009. Geplant war keine Schitour, doch nachdem sich das Wetter ...
Auf der sicheren Seite. 2/09
von Rabensteiner Mike
Am 4. April dieses Jahres ereignete sich an der Wildspitze ein Unfall bei einem Wechtenbruch. Dabei ist ein erfahrener Bergsteiger in den Tod gestürzt. Folgendes Interview berichtet von der anderen, der sicheren Seite; wie es ist, wenn die Wechte bricht, was danach kommt und gibt Ausblick, wie entscheidend wenige Zentimeter sein können. Das Gespräch führte Paul Mair mit Mike Rabensteiner. ...
Effizienz der Kameradenrettung bei minimalem Training. 1/09
von Genswein Manuel, Eide Ragnhild
Obwohl die Wirksamkeit und der Nutzen der Kameradenrettung mit LVS, Schaufel und Sonde theoretisch nicht in Frage gestellt wird, werden oft ernste Zweifel laut, wenn es um die Effizienz und die Überlebenschancen in der Praxis geht; insbesondere bei komplexen Szenarien mit mehreren Verschütteten. Ob und wie erfolgreich Anfänger nach einem relativ kurzen Training solche Situationen lösen können, haben die Autoren untersucht. ...
Seil & Schihochtour. Eine Empfehlung. 1/09
von Würtl Walter, Plattner Peter
Die Hauptsaison für die klassischen Hochtouren im vergletscherten Gelände der Ost- und Westalpen steht vor der Tür. Beim Packen des Rucksackes wird nun auch vermehrt zu Seil und Gurt gegriffen – oft mit gemischten Gefühlen, denn vielen Bergsteigern erscheint die richtige Seil- und Sicherungstechnik bei Schihochtouren als besonders anspruchsvoll. Nicht ganz zu unrecht, denn Schihochtouren gelten als Königsdisziplin im Bergsport, ...
Die Geschichte vom fiesen Achterknoten. 1/09
von Stopper Dieter
Die Kletterhallen sind besonders in den Übergangszeiten und im Winter mehr als gut besucht. Kaum vorstellbar sind die möglichen Fehlerquellen, die diese Erhöhung der Frequenzen mit sich bringt. Von einem vorerst undurchsichtigen „Fall“ weiß Dieter Stopper zu berichten. Im Sommer 2008 knallte ein Kletterer in einer Halle in Süddeutschland aus einer Höhe von über 10 Metern ungebremst ...
Zahlen, Daten, Fakten. 4/08
von Bilek Hanno, Ebner Hans
Das Österreichische Kuratorium für Alpine Sicherheit ist eine bundesweite, unabhängige Plattform und Dachorganisation der „alpinen Szene“ Österreichs. Zentrales Anliegen ist die Förderung der Unfallprävention im Bergsport durch Forschung und Information. Eine der Aufgaben ist die Analyse und Auswertung der Alpinunfallstatistik. Die Daten dazu liefert die österreichische Alpinpolizei, die das Unfallgeschehen vor Ort aufnimmt. ...
1 Kletterunfall. 3 Welten.. 3/08
von Hoffmann Olaf, Schrag Karl, Bergmann Aldo
Ich werde wach und es ist dunkel. Ich denke, der Wecker müsstejeden Moment klingeln. Ich arbeite als Elektriker in einer KFZWerkstattund ein Zuspätkommen wird nicht geduldet. Aberirgendetwas stimmt heute nicht. Ich möchte aufstehen undkomme nicht vom Fleck, fühle mich wie angenagelt ans Bett. Dummer Alptraum! ch warte auf das Klingeln. Plötzlich steht ein Wildfremder im weißen Kittel neben mir ...
Losing way. 3/08
von Schubert Pit, Aoyama Chiaki
Chiaki Aoyama ist Professor an der Kansai-Universität in Osaka und befasst sich mit Notfallszenarien nach Erdbeben, Vulkanausbrüchen und Tsunamis, die in Japan immer wieder auftreten - auch wenn wir davon nichts erfahren, weil deren Ausmaß nicht für eine Berichterstattung in unseren Breiten ausreicht. Aoyama befasst sich auch mit Umweltkatastrophen und mit medizinischen Kunstfehlern ...
tatort. 4/07
von Auckenthaler Maria, Hofer Norbert
Kletterunfälle in der Halle, die daraus resultierenden gerichtlichen Verfahren, die Haftung des Hallenbetreibers sowie mögliche Versicherungen gegen dieses Risiko wurden in bergundsteigen 3/07 erläutert. In Fortsetzung zu diesem eher theoretischen Teil sollen nun einige Kletterunfälle und die anschließenden Verfahren dargestellt werden, die sich im letzten Jahr im Sprengel des Oberlandesgerichtes Innsbruck ereignet haben. Unfallhergang, verwendete Sicherungsmittel, ...
glück auf breiten flügeln. 4/07
von Höfer Josef
Man kann sich seiner Bestimmung nicht entziehen, aber man kann Glück haben. Das Leben hat noch viel vor mit mir.Scheiße, blöd gelaufen, Riesenglück gehabt – danke. Menschen haben das Recht, Fehler machen zu dürfen.Das Riffelseegebiet im Pitztal (Tirol) ist eine meiner Lieblingsgegenden. Kenn' ich es doch schon seit Jahren als eine Gegend, wo Einsamkeit, wunderbare Landschaft und rassige, aber auch einfache Gipfel zu finden sind. ...
halbseilbruch. 3/07
von Schubert Pit
Seilbrüche können sich bekanntermaßen nur noch durch Säureeinfluss, Schmelzverbrennung und Belastung über eine scharfe Fels- oder sonst wie geartete Kante ereignen. Da auf Gletschern keine Seilbelastung über eine scharfe Kante zu erwarten ist, hat sich die Lehrmeinung durchgesetzt, dass ein Halbseil hier sicherheitstechnisch ausreichend ist. Nun ist es allerdings in einer schneebedeckten Eisrinne zum Bruch eines Halbseiles gekommen. ...
durchgescheuert. 3/07
von Schubert Pit
Stürze in Kletterhallen sind, sofern korrekt gesichert wird, von geringer Höhe. Auch die maximale Fangstoßkraft - jene Kraft, die im Augenblick der größten Seildehnung auftritt - ist aufgrund des günstigen Sturzfaktors und der dynamischen Körpersicherung gering. So ist der Bruch einer Expressschlinge in der Kletterhalle nicht vorstellbar. Passiert ist das aber trotzdem....
strings & gummis. 2/07
von Schubert Pit
Am 29. September letzten Jahres kam es im Bereich der Sonnenwände, in der Nähe der Loferer Alm (Salzburg), zu einem Unfall beim Abseilen. Im Unfallbericht heißt es sinngemäß: "Ein 41-jähriger Kletterer wollte an der Abseilstelle "Graues Buch" abseilen. Er hängte seine Selbstsicherung am Stand ein und lehnte sich nach außen. Dabei löste sich die Bandschlinge vom zugeschraubten (!) Schraubkarabiner und der Kletterer stürzte in die Tiefe. ...
warten wir noch ein paar tote ab.. 2/07
von Siebert Walter
Immer wieder erschüttern mich Unfälle, die mit ganz einfachen Mitteln, die schon lange bekannt sind, zu vermeiden wären. Dennoch setzen sich diese Maßnahmen nur sehr schleppend durch - teilweise werden sie auch abgelehnt! Der nächste Unfallist vorprogrammiert und nur eine Frage der Zeit. Landet ein Fall auf meinem Schreibtisch, den ich als Sachverständiger begutachten muss, dann läuft er vor meinem geistigen Auge ab. ...
tod in der eiskapelle. 1/07
von Slupetzky Heinz
Kurz vor Weihnachten 2006 ereignete sich in der Gemeinde Hintersee (Land Salzburg) in der Osterhorngruppe ein tödlicher Unfall beim Eisklettern. Durch die große Bekanntheit des Verunglückten und die tragischen Begleitumstände erlangte das Ereignis große Aufmerksamkeit in den Medien und somit in der Öffentlichkeit. Die nachfolgende Diskussion nach dem "Warum?" war unausweichlich ...
(un-)glück. 1/07
von Trotter Wulf
... und wie jedes Jahr werden wieder die besten Glückwünsche ausgetauscht: "Ein gutes neues Jahr", dass es "erfolgreich" verlaufen möge, "gesund bleiben", und ja, "ein bisschen Glück gehört auch dazu", vor allem aber "Gesundheit, das ist das Wichtigste", wie man hört! Warum empfinden die meisten Menschen die Gesundheit als wichtigstes Gut? Warum wird das Glück so bemerkenswert häufig erst an zweiter oder dritter Stelle in der Kette ...
spalten. 1/07
von Mosimann Ueli
Spricht man über die Unfallgefahren beim Schneesport im freien Gelände, ist der Fokus sehr stark auf das Thema Lawinenverschüttung gerichtet. Tatsächlich sind Lawinenverschüttungen trotz großer Fortschritte beim Risikomanagement, der Tourenplanung und immer leistungsfähigeren Geräten zur Ortung von Verschütteten - immer noch weitaus die häufigste Ursache von tödlichen Unfällen ...
lawinenunfall am rendl. 4/06
von Riedl Harald
Mit 4 Todesopfern war der Lawinenunfall am Vorderen Rendl im Arlberggebiet der folgenschwerste im Winter 2004/05 in Österreich. Besonderes Aufsehen erregte dieser Unfall nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass einige der Betroffenen von einem staatlich geprüften Skiführer angeführt wurden. Wie der Sachverständige die Fakten darstellen, welche Schlüsse er ziehen würde und wie diese vom Gericht gewürdigt werden, interessierte besonders auch die Fachleute ...
notfälle beim eisklettern. 4/06
von Mosimann Ueli
Inspiriert von den Schotten - welche diese eiskalte Facette des Bergsteigens schon früher betrieben - entdeckte vor gut 30 Jahren auch die Kletterelite des Festlandes diese Spielart des vertikalen Fortbewegens. Dies zunächst wohl als eine Variante, die lange Winterpause zu überbrücken. Heute ist das Eisklettern in den moderaten Schwierigkeitsgraden auch dem "bergsteigenden Mittelstand" zugänglich. ...
die schwerkraft vor dem gesetz. 3/06
von Kocholl Dominik
Jemand klettert eine kleingriffige, leicht überhängende 8 minus in einer Halle. Er rastet kurz, startet dann entschlossen in Richtung Schlüsselstelle und erspäht, während er mit seinen Augen den Trittwechsel koordiniert, direkt in seinem Sturzraum einen anderen Kletterer. Er ist sich nicht sicher, die Stelle 100%ig klettern zu können und setzt sich kontrolliert ins Seil und ärgert sich über den verpatzten Durchstiegsversuch aber auch über die Ignoranz des anderen Kletterers. ...
ab_seil_sturz. 3/06
von Mosimann Ueli, Rehnelt Robert
Das Felsklettern in den mittleren und oberen Schwierigkeitsgraden boomt. Wesentlich dazu beigetragen haben sicher (auch) die neuen Klettergebiete mit perfekt abgesicherten Routen. Die in anderen Ländern oft heftig geführte Diskussion über die Ethik von Routensanierungen hat in der Schweiz kaum stattgefunden und so wurden und werden auch ältere Routen gut bis sehr gut abgesichert. In den Schweizer Alpen und im Jura sind während der letzten ...
hakenausbruch. 2/06
von Schwaiger Manfred
Kaum eine Vorstellung beim Klettern ist vergleichbar schrecklich wie das Ausbrechen des Hakens, an dem man sich gerade abseilt. Genau das passierte im vergangenen Herbst im Hochköniggebiet, wobei ein Kletterer zu Tode stürzte. Im Rahmen seiner Tätigkeit als Alpinpolizist hatte Manfred Schwaiger die Aufgabe, die Unfallerhebung durchzuführen. Der Unfall: Am 29. Oktober 2005 stiegen zwei junge Kletterer bei schöns-tem Spätherbstwetter ...
sommer 3x3. 2/06
von Sturzenegger Ronnie, Manser Tanja
Die Unfallstatistiken des Schweizer Alpen Clubs bewegen sich seit vier Jahren auf einem konstanten Niveau. Die Unfallzahlen schwanken zwar von Jahr zu Jahr, aber immer nur innerhalb einer statistisch nicht signifikanten Abweichung. Im Schnitt scheinen 1370 dokumentierte Unfälle pro Jahr (2001 - 2004) auf. In 650 Fällen war ein Sturz als Unfallursache angeführt worden, 300 Mal ein Blockieren und in 120 Fällen war fehlende Orientierung bzw. Verirren die Unfallursache. ...
apropos - abs und tourenbindung. 1/06
von Koblmüller Edi
Nur “innerlich” und nicht öffentlich habe ich mich bisher selbstkritisch mit der Frage auseinandergesetzt, warum der Lawinenunfall überhaupt passiert ist - und mit der Frage, ob da nicht auch die ”Psychologie deroptimalen Ausrüstung” eine Rolle gespielt haben könnte. Ende Februar 2005 bin ich in den Abruzzen um Haaresbreite dem Lawinentod entgangen. Das persönliche Grenzerlebnis beim ...
stufe 2 _ unter 30°. 1/06
von Enzenberg Albrecht
Gewöhnlich bin ich in einer offenen Gruppe von Freunden unterwegs: wer Zeit hat, geht mit. Wobei es keine Hierarchie gibt, da alle mehr oder weniger gleich erfahren sind - allerdings bei unterschiedlicherAusbildung. Das Problem des “Führers aus Gefälligkeit” wurde immer wieder heftig diskutiert, ebenso wie die Standardausrüstung, die es mitzuführen gilt. Daher kam mir im März 2005 eine organisierte Tour mit dem Ziel Lamsenjochhütte (Karwendel) sehr gelegen. ...
spaltensturz am taschachferner. 1/06
von Gasteiger Peter
Vielen Bergsteigern aber auch Skiläufern ist der Taschachferner als imposanter Talgletscher in den Ötztaler Alpen gut bekannt. Weit mehr als tausend Mal wird er jeden Winter befahren, wobei es durchaus üblich ist, "unangeseilt" die Abfahrt in Angriff zu nehmen. Die vielen Befahrungen und der Umstand, dass der Taschachferner eigentlich als “eher sicher" gilt, dürfen dennoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es immer wieder zu tödlichen Spaltenstürzen kommt. ...
das erste mal. 1/06
von Schubert Pit
Glücklicherweise sind Seilrisse heutzutage sehr sehr selten - gemessen an der Vielzahl von Sportkletterstürzen, die tagtäglich absolviert werden und die sicher in die Tausende gehen. So lässt jeder Seilriss schließlich aufhorchen.Ein Seilriss beim Ablassen ist eigentlich nicht vorstellbar, weil die Belastung zu gering ist. Jedes Seil hält mehr als das Zwanzigfache dessen, was beim Ablassen an Belastung auftritt. ...
lawinenreport. 4/05
von Würtl Walter
148 bekannt gewordene Unfälle, 353 Beteiligte, 72 zum Teil schwer Verletzte und 48 Tote sind die erschreckenden Eckdaten des vergangenen Winters. Damit starben in der Saison 2004/05 fast doppelt so viele Menschen wie im langjährigen Durchschnitt. Im vorliegenden Beitrag wird versucht, interessante Aspekte des Unfallgeschehens herauszuarbeiten, die es uns (vielleicht) ermöglichen, "Unfallmuster" zu erkennen. ...
akte kuno k.. 4/05
von Kaserer Kuno
Es ist November. Ein Genuatief steuert feuchte Luftmassen gegen die Alpen. Es regnet und regnet. Mehrere Niederschlagsperioden folgen aufeinander und bringen in diesem beginnenden Winter gute Tourenverhältnisse. Durch die hohen Temperaturen haftet der Schnee auf jedem Stein. Mein damaliger Freund Carlo und ich sind oft unterwegs, entweder auf Skitour oder im Skigebiet Schnalstaler Gletscher zum Variantenfahren. ...
das schneebrett. 4/05
von Zobl Norbert
04.02 - 06.02.2005. Ein Tourenwochenende für die OEAV-Sektion Imst-Oberland wurde von mir organisiert. Insgesamt 10 Teilnehmer werden von zwei staatlich geprüften Berg- und Skiführern und einem Lehrwart Hochalpin begleitet und unterstützt. Untergebracht sind wir in der Lizumer Hütte in den Tuxer Alpen, ein klassischer Ausgangspunkt für Skitouren mit den Schwerpunkten Aus- und Fortbildung. ...
kein signal von werner m.. 4/05
von Beikircher Werner
Der 19. Februar 2005 ist ein schöner Tag im Nordosten Südtirols, nicht allzu kalt, nicht zu viel Wind. Wind hat es nun schon Wochen lang gegeben in diesem Jahr, stürmischen Wind, Nordstau ohne Unterlass und immer wieder Schnee auf der Nordseite der Zillertaler Alpen. An deren Südseite, im Frankbachtal, einem kurzen Seitental des Ahrntales und eingerahmt von hohen Dreitausendern, ist an diesem Morgen ...
knack, da geht die säule ab. 4/05
von Odermatt Urs
"Meine Motivation, das hier auszubreiten, ist die Hoffnung, ähnliche Unfälle in Zukunft zu vermeiden, nicht zuletzt im Andenken an Massimo Farina, der in einer ähnlichen Situation leider kein Glück hatte." (Urs Odermatt) ... Zusammen mit Karin und Rolf klettern wir Hydrophobia im Brunnital. Die Einstiegssäule war ca. eine Woche vor uns während einer Begehung von Tobias Dollinger gerissen und hatte sich um ca. 10 cm gesenkt ...
ein klettertag im frühherbst. 3/05
von Steiner Erwin
Sonntag, 26. September 2004, ein Frühherbsttag wie aus dem Hochglanz-Prospekt des Tourismusverbandes. Ideal für Klettertouren in den Dolomiten. Ideale Verhältnisse auch für den Bergführer, seinen Gästen einen perfekten Tag in den Bergen zu bieten.Wie üblich sind die einheimischen Bergführer aus dem Hochpustertal sehr früh unterwegs - nicht zuletzt, ...
hallenklettern - narrensicher oder fehlerträchtig?. 2/05
von Mersch Jan, Trenkwalder Pauli, Schwiersch Martin, Stopper Dieter
In bergundsteigen 1/05 haben die Experten des deutschen Alpenvereins eingehend über Design und Methodik einer empirischen Sportkletterstudie berichtet, die in ihrer Konzeption bislang einzigartig ist und erstmals statistisch gesicherte Daten über Fehlerarten und Fehlerhäufigkeiten beim Hallenklettern liefert. In diesem Beitrag geht es nun um die brennende Frage, von welchen Faktoren Verhaltensfehler abhängen. ...
skitourenunfälle. 1/05
von Mosimann Ueli
Spricht man von Gefahren und Risiken im Skitourenbereich, sind zumeist Lawinenauslösung und Verschüttung sowie die Methoden zur Risikoabschätzung dieser Lawinengefahr die zentralen Themen, welche die Fachwelt beschäftigen. Bereits ein erster Blick in die Statistik bestätigt, dass diese Gewichtung durchaus berechtigt ist. Auch mit immer besseren Prognosemodellen und einer ganzen Palette von neuen Interpretationshilfen kommt es auf Skitouren ...
kalte stunden. 1/05
von Pinggera Helmut
Skitourenwoche auf der Martin-Busch-Hütte. Der erste Tourentag hatte uns bei herrlichem Wetter und größtenteils guten Schneebedingungen auf den Similaun geführt. Dann die übliche Einkehr bei Markus Pirpamer auf der Similaunhütte. Nach einem gemütlichen Plausch über Schneeverhältnisse, die angekündigte Schlechtwetterfront und gemeinsame Bekannte ging's zurück zu unserem eigentlichen Stützpunkt ...
hallenklettern. 1/05
von Mersch Jan, Trenkwalder Pauli, Schwiersch Martin, Stopper Dieter
Sportklettern ist eine sichere Sache. Hallenklettern ist narrensicher. Die Haken halten und sind in ausreichender Menge angebracht. Die feste Struktur bricht in der Regel nicht. Das Sicherungsmaterial ist genormt und kann eigentlich nicht versagen. Das Handling wird geschult und ist durch jahrzehntelange Weiterentwicklung nahezu perfekt. Dennoch treten beim Hallenklettern Unfälle mit zum Teil erheblichen Folgen auf ...
lawinenreport. 4/04
von Würtl Walter
Im langjährigen Durchschnitt versterben in Österreich jeden Winter 26 Menschen in Lawinen. Vergleicht man diese Zahl mit der "Lawinenbilanz" des vergangenen Winters, könnte man beinahe von einem "erfreulichen Ergebnis" sprechen. Dabei vergisst man jedoch, dass Lawinenunfälle niemals erfreulich sein können! Acht Menschen verloren beim Wintersport ihr Leben und 19 Personen wurden zum Teil schwer verletzt ...
die lawine. 4/04
von Eisendle Hanspeter
Die Zeit heilt alle Wunden, sagt man. Amputationen aber bleiben. Nichts ist mehr, wie es vorher war. Den Verlust mir lieb gewordener Personen, den ich als Verantwortlicher mitverschulde, das Scheitern an der Aufgabe, die mir so viel bedeutet, empfinde ich ähnlich wie eine Amputation, das immer wiederkehrende "Aufblitzen" dieses Ereignisses in allen Lebenssituationen schmerzt.
täschhorn. 3/04
von Mosimann Ueli
Am 1. August 2004 stürzten vier österreichische Alpinisten beim Abstieg vom Täschhorn zur Domhütte 600 m tief ab. Wie kam es zu diesem Unfall und vor welchem Hintergrund spielte er sich ab? Im Folgenden eine kurze Schilderung des Umfeldes und des Unfallherganges, soweit dies aufgrund der verfügbaren Informationen rekonstruiert werden kann.Das Täschhorn ist mit seinen 4490,7 m einer der bedeutendsten Viertausender ...
sind hochtouren gefährlich?. 2/04
von Mosimann Ueli
Wer in der Viertausenderregion unterwegs ist, lebt gefährlicher als bei den meisten anderen bergssportlichen Aktivitäten - eine Tatsache, die sich nicht wegdiskutieren lässt. Während der kurzen Zeitspanne der Hochtourensaison im Sommer erreichen uns immer wieder Meldungen wie: "Dreierseilschaft am Mönch abgestürzt", "Fünferseilschaft am Dom mitgerissen", "Bereits zehn Tote am Matterhorn in dieser Saison", ...
basisrate. 1/04
von Schwiersch Martin
Debatten über Fragen wie - „Welches Risiko gehen Bergsteiger ein?“ - „Ist Bergsteigen gefährlicher als Autofahren?“ - „Ist Alpinklettern gefährlicher als Schitourengehen?“ - „Sind Unfälle beim Bergsteigen verhaltensbedingt ?“ - sind relativ wertlos, solange keine verlässlichen Informationen über die Grundwahrscheinlichkeit (Basisrate) von Unfällen, Beinaheunfällen oder unfallträchtigen Verhaltensweisen in den jeweiligen Betätigungsfeldern vorliegen. ...
achterknoten. 1/04
von Siebert Walter
Im Jahre 2000 stürzte in einer Kletterhalle ein Kletterer beim Ablassen mit dem Topropeseil auf den Boden und brach sich den Fuß. Der Anseilknoten, ein Achterknoten, hatte sich gelöst. Dieses Ereignis ist an sich gar nicht so selten, trotzdem unbedeutend, denn, so tragisch und hart es klingt: Nicht einmal Ereignisse mit Toten führen im Allgemeinen wirklich zu substanziellen Veränderungen einer Branche. Schwere Unfälle gehören einfach dazu?! ...
kletterunfälle. 1/04
von Scherer Reinhold
In letzter Zeit häuften sich Unfälle in Tiroler Kletterhallen. Beispielsweise waren nach drei unfallfreien Jahren allein im Oktober in einer Innsbrucker Kletterhalle innerhalb von nur drei Wochen drei schwere Unfälle vorgefallen. Und auch in anderen Hallen gab es schwere Unfälle. Eine Entwicklung, die dem Klettersport nicht gut tut. Klettern ist in, klettern ist cool, klettern kann Jeder. Nur - wer kann auch richtig sichern? ...
masterplan. 1/04
von Wassermann Emanuel, Wicky Michael
„Jetzt bin i doch wieder in en Saich ine gfahre, und hät i doch numme d’Karte besser agluegt, wär das nit passiert!“ Schweizerdeutsch für: „14:00 Uhr, Osthang, knietiefer Nassschnee, es rumpelt und pumpelt aus den Felsen rund um uns!“ Eine gute Tourenplanung hilft, Gefahren im Vornherein zu erkennen und entsprechende Konsequenzen daraus zu ziehen. Dabei hat man genügend Zeit und Ruhe, kann sich Alternativen ...
(sh)it happens. 4/03
von Schwiersch Martin
Die anekdotische Sammlung und Publikation von Fehlern im Zusammenhang mit Unfallereignissen hat eine lange Tradition, Walter Pauses "Tod als Seilgefährte" oder Pit Schubert's "Sicherheit in Fels und Eis" seien als Klassiker hier genannt. Dies ist unverzichtbar - und sollte ergänzt werden durch Anekdoten gut ausgegangener Fehler und Missgeschicke. Was es - gerade auch im Bergsport - zu fördern gilt, ist eine fehlerfreundliche Haltung. ...
letzte chance. 4/03
von Leitner Gerhard, Leitner Monika
Neujahr, Nachmittagskaffee im Wintergarten, eine Hibiskusblüte hat ihren Kelch geöffnet. Wir sitzen und staunen. "... und stell dir vor, du könntest so etwas schönes nie wieder sehen!" Ich staune wieder! Lerne ich da ganz neue Seiten an meinem Mann kennen? Es war der 31. Dezember, 8.00 Uhr, Silvester 2002, es war warm, zu warm für diese Jahreszeit, eine hohe Bewölkung bedeckte den Himmel, es sah nach leichten Regenwolken aus, ab und zu sah man die Sonne ...
kanzianiberg. 3/03
von Ermacora Andreas
Im Juni 2000 ereignete sich in Kärnten ein tragischer Unfall beim Betrieb einer Flying Fox, der die Maßstäbe beim Betrieb solcher Seilaufbauten teilweise neu definiert hat. Der Fall beschäftigte sowohl das Strafgericht als auch die Zivilgerichte. Letztlich konnte weder den Betreibern des Klettergartens noch dem eingeteilten Bergführer ein Verschulden nachgewiesen werden, sodass die Zivilklage der Eltern des tödlich verunglückten Schülers abgewiesen wurde. ...
unfälle schweiz 02. 3/03
von Mosimann Ueli
Seit rund 20 Jahren bearbeitet Ueli Mosimann als Verantwortlicher die Bergunfallstatistik für die Schweiz. Im folgenden Artikel hat er das Bergnotfall- und Bergunfallgeschehen in den Schweizer Alpen und im Jura statistisch erfasst und ausgewertet. Beispielhaft stellt er zwei Ereignisse vom Piz Palü und vom Eiger ausführlicher dar. Obwohl es 2002 um rund 23%weniger Bergtote gab, ist die Gesamtzahl ...
haare bergwärts. 2/03
von Schallhart Werner
"Ufstand sisch zwoi Uhr" - mühsam kriechen wir aus dem Lager. Der seichte Kaffee will noch nicht so richtig runter und viele der verschlafenen Gestalten bekommen schon durch das bereits angelegte Gurtzeug beklemmende Gefühle. Es ist sternenklar und frisch - vor der Hütte formieren sich einzelne Glühwürmchen zu Gruppen und langsam setzt sich die Schlange in Bewegung. Wettervorhersage für Graubünden: sonnig, mäßig warm, Strömung aus Süd-West...
schwimmen gegen schnee. 1/03
von Brugger Hermann
Ein Ehepaar löst bei einer Skitour in Südtirol ein Schneebrett aus. Während der Mann sich aus den Schneemassen befreien kann, wird die Frau vollständig verschüttet. Im letzten Moment, nachdem sie sich in der Lawine mehrmals überschlagen hat und bevor sie mit dem Kopf nach unten endgültig im Schnee festsitzt, gelingt es ihr, eine Hand zum Mund zu führen und sich den Schnee aus dem Mund zu kratzen. Sie denkt noch an ihre Familie und glaubt "nun sei alles aus", bevor sie ...
chronologie eines leichtsinns. 1/03
von Herbst Paul
Im Nachhinein weiß man alles besser - im Nachhinein wissen sogar Alle immer alles besser. Ursachen, die Unglücke heraufbeschwören, liegen oft tief verborgen. Die folgende Nachzeichnung beschreibt eine "leichtsinnig" herbeigeführte Situation, die nur knapp an der Tragödie vorbeigeschrammt ist und die aufgrund ihres guten Ausganges zur "Läuterung" der Betroffenen geführt hat. Auch zeigt dieses Ereignis den unbedingten Zusammenhang ...
Eine tödliche Falle. 2/02
von Slupetzky Heinz
Als sich Anfang August 2001 unterhalb der Kürsinger Hütte in der Venedigergruppe ein tödlicher Bergunfall als Folge eines „Steinschlages“ ereignete, war rasch von der „Ursache“ zu lesen: „Ein klassischer Steinschlag“, „abschmelzendes Toteis“, „ein unterirdisch zusammenstürzender Gletscher“, „inneres Abschmelzen des Gletschers“..... Was war es nun wirklich? Oder ist diese Frage eine „akademische“ angesichts der tragischen Folgen? ...
bergwandern gefährlicher als autofahren?. 2/02
von Brämer Rainer
Die Alpen sind der Deutschen Wandertraum: Gut die Hälfte aller aktiven Anhänger des Gehsports hatten nach eigenem Bekunden ihr schönstes Wandererlebnis in den Alpen, nur ein Viertel in den heimischen Mittelgebirgen der Bundesrepublik. Mit dem Slogan „Wanderbares Österreich" lockte speziell unser Nachbarland schon vor über zwei Jahrzehnten die Wanderer zu Scharen in die Berge. Zweifellos bieten die Alpen ganz außerordentliche Erholungspotenziale...
gefährlich sicher. 1/02
von Scherer Reinhold
„Kein Ort im Bergsport, an dem die Einsicht in unsere Verwundbarkeit so weit entfernt ist, wie in Kletterhallen. Das Ambiente ist das perfekte Narkotikum für unser Gefahrenbewusstsein“ (Editorial 3/01). Reinhold Scherer, seit einem Jahr Geschäftsführer einer Kletterhalle, weiß ein Lied davon zu singen, welche „Unmöglichkeiten“ in Hallen auf der Tagesordnung stehen. Seine Sorgen waren der Ausgangspunkt für eine weitere Sicherheitsinitiative ...
todesrisiko achttausender. 1/02
von Höbenreich Christoph
Die kürzlich von Richard Sale und John Cleare veröffentlichten Daten über die Besteigungen und Todesopfer an den vierzehn höchsten Bergen der Erde veranlassten Christoph Höbenreich zu weiteren Zahlenspielen, aber auch zu einer ernsthaften und letztlich ernüchternden Auseinandersetzung mit dem „Todesrisiko beim extremen Höhenbergsteigen".Die verwendeten Grunddaten basieren auf denChroniken von Elizabeth Hawley für Nepal ...
jamtal, 28.dezember '99. 4/01
von Larcher Michael
Gefahrenstufe 4, Nordwesthang, 400 steil, zu einer Zeit, in der die Hütte normalerweise geschlossen ist, 9 Tote. Was für ein Wahnsinn! Bei diesen Eckdaten sind die Schwarz-weiß-Denker schnell am Plan - auch die aus den eigenen Reihen - und reden von unverantwortlichem Leichtsinn und Geschäftemacherei. Folgender Beitrag von Michael Larcher, der als gerichtlicher Gutachter mit dem Fall betraut wurde, richtet sich an die Graustufen-Denker ...
eisSturz. 4/01
von Slupetzky Heinz
Viele kennen den Fürlegg-Eisbruch im Sonnblickkees, ein ideales und beliebtes Übungsgelände für Eiskurse auf der Rudolfshütte. Selten aber doch gingen beim Eisbruch zu beiden Seiten der Eisverbindung zum unteren Gletscherboden kleinere Eislawinen ab. „Normale“ Ereignisse, bei denen es auch niemals zu einem Unfall kam. Im Sommer 1999 schien die Situation aber kritischer zu werden...
freies seilende vor gericht. 3/01
von Ermacora Andreas
Es ist gut zwei Jahre her, als das Team rund um Robert Renzler im Rahmen der „Kletterscheinaktion“ die zwölf Kletterregeln des Alpenvereins formulierte und durch entsprechende Publikationen der Öffentlichkeit bekannt machte. In Berg&Steigen 1 und 2/2000 wurden sie ausführlich beschrieben. Dieser Beitrag soll nun deutlich machen, wie schnell es geht, bis von Experten formulierte Regeln zu Standards werden und wie schnell diese Standards dann ...
"denn erstens kommt es anders ...". 3/01
von Haslwanter Thomas
Klettern ist ein Teamsport: einer klettert, der andere sichert. Und Abstürze können nicht nur durch einen Fehler beim Klettern, sondern auch durch einen Fehler beim Sichern erfolgen. Anbei ein Beispiel, wie in einer vermeintlich „sicheren“ Situation - beim Ablassen an einer Kletterwand – einem erfahrenen Kletterer ein folgenschwerer Unfall passierte. ... und zweitens als man denkt.“Nach 20 Jahren Klettern ...
das risiko und sein rest. 1/01
von Larcher Michael
Mein erstes Gutachten, das ich als Sachverständiger im Auftrag des Landesgerichtes Innsbruck anzufertigen hatte, konfrontierte mich mit einem tödlichen Spaltensturzunfall, der mir die Grenzen des Machbaren sehr eindrucksvoll vor Augen führte. Bei aller Begeisterung für Risikomanagement und strategisches Handeln sollten wir auch die Grenzen unserer Kunst nicht übersehen. Bescheidenheit erscheint zunehmend ...
im namen des volkes. 1/00
von Gabl Karl
Am 19.3.1996 stürzte ein junger deutscher Schifahrer am Berglasferner in den Stubaier Alpen in eine Gletscherspalte. Er war Mitglied einer 6-köpfigen Gruppe, die im Rahmen eines Aufbaukurses „Schihochtouren“ unter der Führung eines Bergführers über den Berglasferner auf das Wilde Hinterbergl aufstieg und anschließend bei schönem Wetter und guter Sicht über diesen Gletscher abfuhr. Weder beim Aufstieg noch bei der Abfahrt wurde ein Seil verwendet. ...
"Welch ein herrlicher tag". 1/99
von Valentin Gerald
„Eine Lawine!“ Ich schrecke aus meinen Gedanken auf. Als ich hochblicke, ist die weich geformte Winterlandschaft von einem scharfen Anriß durchschnitten und eine Tourengruppe von einem Schneebrett erfaßt. Wie konnte das passieren? Wer hat einen Fehler gemacht? Ich verschiebe die Antwort auf diese Fragen, die mir spontan durch den Kopf schießen, auf später. Jetzt heißt´s erst einmal nichts wie hin zur Unfallstelle!
die "pieps"-schule. 1/99
von Wolf Thomas, Larcher Michael
Kaum ein Ausbilder, der nicht regelmäßig mit der Aufgabe konfrontiert ist, einer Gruppe in kurzer Zeit den Umgang mit dem VS-Gerät beizubringen. Daß dabei ein methodischer Weg sehr hilfreich ist, leuchtet ein. Denn schließlich gibt es auf einem Kurs Wichtigeres: die Prävention, d.h. lernen, wie man sein Risiko kontrolliert.Bevor wir mit unserem „Pieps-kurs“ beginnen, sollten einigeVoraussetzungen ...