Blockiert am Hechenberg. 3/17
von Würtl Walter, Berloffa Bruno
Betrachtet man das Unfallgeschehen auf alpinen Klettertouren, gehen zahlreiche schwere Unfälle – auch mit tödlichem Ausgang – darauf zurück, dass sich die Kletterer verstiegen haben und im zunehmend schwieriger werdenden Gelände ohne ausreichende Absicherung gestürzt sind. Im Mai 2017 war eine leistungsstarke und auch alpin erfahrene Seilschaft in der Schoißwohl-Spitzenstätter am Hechenberg bei Innsbruck unterwegs. ...
Partnercheck 2.0. 3/17
von Larcher Michael, Schwaiger Markus
25 Jahre bergundsteigen, 20 Jahre Partnercheck. In bergundsteigen 3/97 erschien Teil 1, in 1/98 Teil 2 von „Risikomanagement im Klettergarten“, ein Fachbeitrag mit der Zielsetzung, alle Risikoquellen im Sportklettern zu identifizieren und Gegenmaßnahmen anzubieten (nachzulesen im nun komplettierten Online-Archiv unter www.bergundsteigen.at). Es war die Geburtsstunde des Partnerchecks, sowohl des Begriffs als auch der damit verbundene Kontrollroutine. ...
WhooWhoo "Heilige Berge". 2/17
von Daurer Riki
Bergsteigen hat sich verändert. Die Gesellschaft hat sich verändert. Der Wunsch nach Selbstpräsentation und Resonanz, nach Freunden und der Zugehörigkeit zu einer Gruppe war immer schon da. Die Art und Weise der Kommunikation über soziale Massenmedien ist grundlegend neu. Und so kommt es zu einer signifikant wahrnehmbaren und kritisch zu beobachtenden Darstellung der Berge und des Bergsteigens in den sozialen Medien ...
Avalanche goes social. Wie Lawinenabgänge solonreif wurden.. 1/17
von Daurer Riki
Videos vom „Mitschwimmen“ in der Lawinen gehen viral durchs Netz und erreichen unglaubliche Zahlen: der Clip von Tom Oye, Anfang Jänner 2017 auf Facebook gepostet (Abb. 1), hatte eine Reichweite von knapp 10 Millionen und wird fast 70.000 Mal geteilt. Ebenso hoch ist die Anzahl der Kommentare zu solchen Posts - bei dem von Tom 36.000. Was passiert hier? Und was bedeutet das für unsere sozial-mediale Verantwortung als Bergsteiger? ...
Intuition. 1/17
von Michelsen Solveig
Unsicherheiten am Berg rückt man mit immer präziseren Methoden zu Leibe. Risiken minimiert man durch genaue Analysen, aus denen man Muster abzuleiten versucht. Das lässt uns – vermeintlich – immer mehr Sicherheit gewinnen. Doch die ist trügerisch, denn viele Situationen am Berg verlangen eine zügige und komplexe Entscheidung. Und genau dafür ist der reine Verstand nicht gemacht. ...
Bist du auf deiner Tour SOCIAL?. 4/16
von Zweifel Benjamin
Das Schweizer Kernausbildungsteam „Lawinenprävention Schneesport“ hat eine Hilfestellung entwickelt, um gruppendynamischen Faktoren auf Skitour gegenüber aufmerksam zu sein. Konkrete Fragen und Handlungsvorschläge sollen diesem allgegenwärtigen, aber oft schwer greifbaren Thema eine Form geben. Wieso gehen wir eigentlich in die Berge? Um uns in der Natur zu bewegen? Um Zeit mit guten Freunden zu verbringen? Um viele Höhenmeter abzuspulen? ...
Übermut. 3/16
von Peskoller Helga
In vier Schritten – Sturz, Stimmung und Zufall, Energieüberschuss und innere Erfahrung, die Sanftmut nähren: abseits vom Glück – sammelt das Folgende aus einer erlebten Erinnerung weitere Bausteine für eine kleine Theorie des Überlebens. Als etwa fünf Meter über mir, lautlos, in einer Art Embryohaltung, langsam wie in Zeitlupe, ein Körper durch die Luft fiel, streckte ich, auf einem Sims stehend und nur eine Armlänge entfernt, die Hand nach ihm aus, zog sie aber wieder zurück ...
Risiko als Risiko. 2/16
von Badura Jens
„Elementare Reduktions-Methode“ oder „Stop or Go“? Lawinenairbag ja oder nein? Helme für Tourenskigänger – eine Pflichtsache oder auf freiwilliger Basis? Auch im kommenden Winter werden diese und thematisch verbundene Fragen wieder rege öffentlich diskutiert werden – spätestens dann, wenn die ersten Lawinentoten zu beklagen sind und die Konjunktur des Konjunktiv (hätten sie doch ... wären sie nicht) wieder anzieht. Dabei wird, dem Markt sei Dank, ...
50 Fragen, wenn es passiert ist. 2/16
von Mayer Philipp
Das Leben ist endlich, das wissen wir. Bergsteigen ist gefährlich, das wissen wir auch. Aber wenn eine nahestehende Person bei einem Bergunfall ums Leben kommt, bricht eine Welt zusammen. Was bisher klar war, wird plötzlich unklar. Was bisher selbstverständlich war, wird plötzlich fragwürdig. In diesem Beitrag stelle ich 50 Fragen zum Umgang mit dem Unfalltod einer Freundin oder eines Freundes, eines Kameraden oder einer Kameradin. Die Fragen sollen helfen, das Unfassbare fassbar ...
Wieder nichts gelernt. 2/16
von Würtl Walter, Plattner Peter
„Aus Unfällen lernen!“ ist dem Zitat entsprechend einer der wichtigs-ten Inhalte in Ausbildungen zu riskanten Tätigkeiten. Im Bergsport ist das Interesse an Unfällen besonders hoch. So gibt das Österreichische Kuratorium für Alpine Sicherheit eine eigene Zeitschrift für Alpinunfälle und Alpinunfallstatistik heraus (analyse:berg). Wahrscheinlich ist keine andere Betätigung oder Sportart so auf Unfälle fokussiert – vergebens sucht man z.B. die Herausgabe ...
Die Frau und der Ruin des Alpinismus. 1/16
von Steurer Lisi
Seit über einem Jahrhundert kursiert der Sager „Die Frau ist der Ruin des Alpinismus“, der Kennern der alpinen Szene bestens bekannt ist. Oft und gerne zitiert wird er immer wieder Paul Preuß in den Mund gelegt, dabei stammt er zweifelsohne nicht von ihm. Preuß gibt dem unbekannten Urheber dieses Zitates in einer Satire zur „Damenkletterei“ (Deutsche Alpenzeitung 1912) recht, dieser Text möchte allerdings ironisch gelesen werden. ... ...
DAV-Kletterhallenstudie #3. 4/15
von Schwiersch Martin, Streicher Bernhard, Hellberg Florian, Hummel Christoph, Stromereder Philipp
Es war wieder soweit. Die Verhaltensforscher der Abteilung Sicherheitsforschung des Deutschen Alpenvereins haben sich erneut in das Habitat des Homo Verticalis Indoorensis begeben, um das Verhalten und Erleben dieser Spezies noch genauer zu erforschen. Aus vergangenen Studien ist bereits bekannt, dass der Hallenvertikalsportler zwar kognitiv hoch entwickelt ist, manchmal jedoch irrational handelt und dabei Verhalten zeigt, mit welchem er sich selbst oder andere Artgenossen gefährdet.
Unschärfen im Risikomanagement. 4/15
von Harvey Stephan
Lawinenabgänge können räumlich und zeitlich nicht genau vorhergesagt werden. Um mit dieser Unsicherheit in der Praxis umgehen zu können, werden verschiedene hilfreiche Faustregeln und Werkzeuge für die Beurteilung und Entscheidung verwendet. Bei der Aufarbeitung von Lawinenunfällen werden diese jedoch gerne als „Verkehrsnorm“ verstanden. Eine starre Anwendung einzelner Methoden wird aber dem komplexen Sachverhalt im Lawinengelände nicht gerecht. ...
Wieviel Unsicherheit braucht der Mensch. 2/15
von Pflügl Thomas
Wir kennen Thomas Pflügl schon lange als ÖAV-Funktionär und Bergsteiger. Sie haben in den vergangenen Jahren immer wieder Leserbriefe von ihm rund um den Themenblock „Risiko“ gelesen. Wir waren von seinem enormen Hintergrundwissen, seinem Zugang und seinen Aussagen überrascht und angetan - deshalb dann nicht verwundert, als wir erfuhren, dass er sich auch beruflich damit auseinandersetzt - und haben ihn gebeten, seine Gedanken zu Sicherheit & Unsicherheit zu notieren. ...
Games climbers talk about. 1/15
von Dauer Tom
Beim International Mountain Summit im Messner Mountain Museum tauschten sich vergangenen Herbst Protagonisten und Journalisten über die „Perspektiven von qualitätsvoller Berichterstattung im Alpinismus“ aus. Nicht zuletzt unter dem Eindruck des Lawinenunglücks an der Shisha Pangma im Rahmen einer Speed-Rekord-Besteigung sowie der Diskussion um Ueli Stecks Annapurna-Südwand Solobegehung durchwegs kontrovers. ...
Biwak, Blitze, Haflinger. 1/15
von Streicher Bernhart
Blitze zucken durch die Nacht und tauchen den flachen Bergrücken vor mir in grelles Licht. Der Regen peitscht ins Gesicht, der Sturm tobt und zerrt an mir. Rechts von mir sehe ich die Lichter aus dem Tal leuchten. Heimelig und unerreichbar weit weg. Vor mir taumelt die Gruppe mit ihren schweren Rucksäcken. Jeder versucht so gut es geht in der Dunkelheit auf dem rutschigen Pfad so schnell wie möglich vorwärts zu kommen. Blitz … 21 …Donner. Das Gewitter ist über uns. ...
Expertensymposium Risikokultur. 4/14
von Hellberg Florian, Hummel Christoph
Das klassische Bild vom Bergsteigen ist geprägt von ständigen Gefahren, dem Kampf am Berg, dem Ringen um den Gipfel, von Sieg und Niederlage, Erfolg, Ruhm und Verzweiflung. Dies jedenfalls sind zentrale Themen der klassischen alpinen Literatur. Insbesondere mit den Büchern von Reinhold Messner und Reinhard Karl wurden ab Mitte der 70er-Jahre die Geschichten von der Eroberung der Berge um Geschichten der eigenen, ...
Vom Heldenepos zur Risikokultur. 4/14
von Streicher Bernhard
Gerade in den letzten Monaten wurde viel über Unfälle, Sicherungsgeräte und Risiken beim Klettern diskutiert - auf teilweise sehr abstrakter Ebene . Oftmals geben die Protagonisten in der „Fachdiskussion“ aber eher ihre persönlich Meinung oder ihre ganz spezifischen Erfahrungen wieder als tatsächliche Fakten. Um einen Gesamteindruck des Unfallgeschehens zu bekommen, durchforsteten Walter Würtl und Andreas Würtele die Alpinunfalldatenbank ...
Risiko als Motivation. 4/14
von Bunk Sepp
Im Vergleich zu den anderen Vortragenden, welche bei diesem Symposium sprachen, ist mein Zugang zum Berg etwas ungewöhnlich. Denn anders als deren Motivation - und jene der meisten bergundsteigen-Leserinnen - den Berg hochklettern ist, liegt meine Motivation darin, vom Berg abzuspringen. Dennoch teilen wir dieselbe Leidenschaft und freut es mich, auch an dieser Stelle meinen Beruf und mein Hobby etwas näher darzustellen; ...
Appetit auf Risiko & Unsicherheit. 4/14
von Sachs Rainer
Ansätze aus der Versicherungsindustrie. Der professionelle Umgang mit Risiken ist eine Kernaufgabe in der Versicherungsindustrie. Daher wurden im Laufe der Zeit immer ausgefeiltere Methoden entwickelt, um Risiken zu erkennen, sie zu modellieren und zu bewerten und schließlich zu steuern. In diesem Beitrag möchte ich - in Anlehnung an meinen Vortrag im Rahmen des DAV-Symposiums für Risikokultur in München - einen Überblick über wesentliche Elemente ...
Share your Experience. 4/14
von Volkmann Olaf
Risiko und Sicherheit in der Verkehrsfliegerei. Keine Angst, die Redaktion hat sich nicht im Thema für dieses Magazin geirrt und Bergsport mit Verkehrsfliegerei verwechselt. Aber was hat das miteinander zu tun? Zugegeben, beides geht oft in größere Höhen, aber muss es deswegen Parallelen geben? Ich denke, die gibt es, und zwar einige. Natürlich ist nicht alles übertragbar, aber trotz meiner limitierten Erfahrung im Bergsport möchte ich versuchen ...
Wieviel Risikoappetit ist gesund?. 4/14
von Dick Andi
Wollen wir absolute Freiheit der Risikowahl? Wo müssen wir Einschränkungen akzeptieren? Und was können die Institutionen tun, um eine gute Risikokultur der Bergsportler zu fördern? Andi Dick, Lehrteam-Bergführer und Redakteur bei DAV Panorama, schildert, was beim „General-Workshop“ zum Thema „Risikokultur der Zukunft“ herauskam. „Wir leben bereits in einer Risikokultur. Dass es Sicherheit am Berg gäbe, glaubt doch heute keiner mehr ernsthaft“ ...
Risikokultur bei Lawinenentscheidungen. 4/14
von Hellberg Florian, Hasler Bruno
Am Workshop nahmen 16 Experten aus Lichtenstein, der Schweiz, Österreich, Italien (Südtirol) und Deutschland teil. Zusammengesetzt waren die Teilnehmer aus Vertretern von Bergsportverbänden, staatlichen Institutionen, aus der Forschung sowie der Rechtsbeurteilung. Moderiert wurde der Workshop von Bruno Hasler (SAC) und Florian Hellberg (DAV). Zum Einstieg stellten wir Moderatoren die These „Wir Bergsteiger/Bergführer/Tourenleiter/Alpinverbände wollen eine ...
Risikokultur in Kletterhallen. 4/14
von Plattner Peter, Hummel Christoph
Am zweiten Tag des Symposiums „Risikokultur im Bergsport“ liefen parallel drei Workshops. Neben einem allgemeinen Workshop zur Risikokultur der Zukunft (s.S. 52) und einem zum Thema Lawinen (s.S. 56) wurde jener zum Thema „Kletterhallen“ mit besonderer Spannung erwartet. Trafen hier doch drei Expertengruppen mit durchaus verschiedenen Interessen aufeinander. Es versprach, nicht langweilig zu werden. Ehrlich, lieber hätte ich (Plattner) mich ...
Risiko & Kommunikation. 4/14
von Dauer Tom
Im Rahmen des DAV-Expertensymposiums für Risikokultur im Bergsport fand eine Podiumsdiskussion zur „Öffentlichen Wahrnehmung des Risikos beim Bergsport” statt. Die Journalistin Sandra Zistl, der Leiter der Abteilung Bergsport des ÖAV Michael Larcher, der Profibergsteiger Dani Arnold und der Autor und Filmemacher Tom Dauer diskutierten unter der Leitung von DAV-Pressesprecher Thomas Bucher die verschiedenen Facetten dieses Themas. Durchaus unterschiedlich. ...
Gruppendynamik. 1/14
von Zweifel Benjamin
Gruppendynamik beschreibt das Verhalten und die psychologischen Prozesse, die innerhalb einer sozialen Gruppe (intra) oder zwischen Gruppen (inter) stattfinden. Mit Gruppen sind in diesem Fall zwei oder mehr Personen gemeint. Der Psychologe Kurt Lewin (1951) nutzte den Begriff Gruppendynamik, um zu beschreiben, wie Individuen oder Gruppen in sich ändernden Umständen agieren und reagieren. In der Sozialpsychologie gibt es ...
Wege aus der Krise. 1/14
von Kirschner Hans
In bergundsteigen 2/13 widmeten sich mehrere Beiträge dem Thema „Krise am Berg“. Anlässlich des Lawinenkolloquiums 2014, das am 16. Jänner in Salzburg stattfand, referierte Hans Kirschner in seinem Vortrag „Krise und Intervention“ nicht nur, wie unser Gehirn in Stresssituationen reagiert, sondern stellte auch das Konzept der Bergrettungs-Peers im Bundesland Salzburg vor. ...
krise. 2/13
von Winter Stefan
Schwere Bergunfälle und ernste alpine Notlagen sind lebensbedrohlich. Sie treten ungewollt, plötzlich und mit Härte ein. Überlebende, Hinterbliebene und Einsatzkräfte sind auf einen Schlag mit starken Emotionen, komplexen organisatorischen Aufgaben und Entscheidungsdruck konfrontiert. Das Krisenmanagement von DAV, OeAV, SAC und AVS koordiniert, unterstützt und wickelt ab. Eine Standortbestimmung. Für Sektionen gibt es viele Möglichkeiten ...
Alpine psychosoziale Notfallversorgung. 2/13
von Brunner Heiner, Müller-Cyran Andreas
Die psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) hat im deutschen Sprachraum in den letzten 20 Jahren eine rasante Entwicklung genommen. Von medizinischen Notfällen, bei denen der Rettungsdienst zum Einsatz kommt, sind außer dem verletzten oder erkrankten Patienten auch dessen soziales Umfeld mehr oder weniger stark psychisch betroffen. Freunde, Angehörige, Arbeitskollegen, Ersthelfer: sie alle sind in das rettungsmedizinische Geschehen involviert - und durch das unvorhersehbare ...
Zurück in die Berge. 2/13
von Schwiersch Martin
Bergsteigen ist gefährlich. Unfälle geschehen und Menschen werden verletzt oder sterben. Nicht nur körperlich, sondern auch psychisch können bei allen Betroffenen Verletzungen zurückbleiben. Welche das sein können und welche Hilfen es gibt, betrachtet Martin Schwiersch. Bergunfälle sind - Gott sei Dank - selten, obwohl so viele Menschen in den Bergen unterwegs sind. Auf ein Bergleben gerechnet sieht dies jedoch anders aus. Eine Studie des Psychologischen Instituts ...
Hinter deiner Angst liegt deine Kraft. 2/13
von Kerber Christian
Unterstützung durch Hotlines und psychologische Hilfe nach einem Unfall - alles schön und gut. Aber wie oft passiert denn wirklich etwas; etwas „Gscheites“, also berstende Knochen und so. Meist hat Frau und Mann doch Glück und kommt oft noch einmal glimpflich davon. Wie sich ein solcher vermeintlich „glimpflicher“ Zwischenfall auf sein Leben ausgewirkt hat, erzählt Christian; offen und ehrlich und dafür möchte ich ihm an dieser Stelle meinen großen Respekt und Dank zollen ...
Parallelwelten. 1/13
von Hartmann Hans Peter
Der Blick über den Tellerrand hinaus tut gut. Auch beim Bergsteigen. Umso mehr, wenn es um Themen geht, mit denen wir uns – im Gegensatz zu anderen Menschen – erst seit Kurzem beschäftigen (möchten). Wie zB mit dem Thema „Verantwortung“ - uns selbst gegenüber und gegenüber unseren Freunden, Klienten oder unbekannten Alpinisten. Doch benötigen wir hier weniger die Meinungen von pädagogisch gebildeten Referenten, welche selbst noch nie in ihrem ...
Risikowahrnehmung im Lawinengelände. 4/12
von Kristensen Krister, Genswein Manuel, Munter Werner
Obwohl sich wesentlich mehr Menschen im Lawinengelände tummeln, ist die durchschnittliche Zahl der Lawinentoten in den letzten Jahren nicht gestiegen. Schön. Und vermutlich auch ein Ergebnis der vielen Ausbildungs- und Informationsangebote sowie der verbesserten Notfallausrüstung. Warum es aber dennoch immer wieder tödliche Lawinenunfälle bei mit den üblichen Methoden „erkennbaren“ Verhältnissen gibt, und warum dabei regelmäßig erfahrene Personen betroffen ...
Nur ein Leben. 4/12
von Keil Benno
Super Tag. Schon bei der Auffahrt von Hintertux Richtung Gefrorene Wand wissen wir, dass heute - am ersten Tag nach diesen „Aprilschneefällen“ - die Bedingungen hervorragend sind. In der Gondel schwebend zirkeln schon die ersten Freerider unter uns ihre Spuren in die pistennahen Pulverhänge. Sonne, fetter Spray und natürlich die rekordverdächtige Schneelage dieses Winters in Nordtirol. Wir sind hier, um eine Spezialrunde vom Skigebiet über den Kleinen Kaserer ...
Mehr Mensch als Faktor. 4/12
von Müller Markus, Theurillat Thomas
In seiner physischen Topform auf Schitouren unterwegs zu sein, fühlt sich gut an, und die meisten Bergsteiger wissen, wie sie trainieren können, um das zu erreichen. Mindestens so befriedigend ist es, im Faktor, oder sagen wir im Thema Mensch in persönlicher Bestform zu sein. Wie es gelingt dorthin zu gelangen, ist allerdings meist unklar. Mit +eins stellen das Kern-Ausbildungsteam Lawinen und der SAC erstmals ein Trainingskonzept im Bereich Faktor Mensch vor. ...
denn sie wissen nicht, wo sie sind. 1/11
von Schwiersch Martin
In den letzten beiden Ausgaben brachte uns Ulli Benker auf den aktuellen Stand der Technik, was GPS & Karten & Handys betrifft. Dass dieses Navigationsgerät im alpinen Gelände – und nicht nur hier, sondern auch zB in Autotunnels ... – verschieden schlau angewandt werden kann, ist bekannt. So ist es wenig zielführend, wenn auf Schihochtour bei schlechter Sicht zwar das Display akribisch beobachtet, aber nicht wahrgenommen wird, dass man währenddessen in einen ...
Auf Entscheidungstraining. 1/11
von Mersch Jan
Mitte März 2010, ich stehe zusammen mit einer Gruppe DAV-Fachübungsleiter am frühen Nachmittag in einem völlig durchsumpften, riesigen Südhang. Große Nassschneelawinen sind bereits um uns herum abgegangen, immer wieder rauscht es in der näheren Umgebung aus den steileren, felsdurchsetzten Bereichen herab und irgendwie schaut es auch nicht nach einer mittelfristigen Entspannung aus. Zurück geht nicht, wir sind schon zu weit drin ...
Intuition und Distanz. 4/10
von Mersch Jan, Behr Wolfgang
Wo hilft uns eigentlich unsere Intuition wenn wir im Gebirge unterwegs sind? Welche verschiedenen Aspekte hat sie? Wie entwickelt man sie und welche Grenzen gibt es dabei? Warum ist Distanz e in weiterer wichtiger Baustein zu einem guten Risiko-Management? In bergundsteigen # 1/09 stellten Jan Mersch und Wolfgang Behr ein Lern- und Entwicklungs-modell für Risiko-Management-Kompetenz vor. Nun werden die Rollen von Intuition und Distanz – als Bausteine für ...
Eyetracking. 4/10
von Ellert Guido, Schafmeister Guido, Dallwig Simon, Phelan Sielle
Menschliches Versagen ist die häufigste Ursache für Lawinenunfälle. Neben der Anwendung von Regeln und Hilfsmitteln entwickelt der Tourenexperte in vielen Jahren ein Bauchgefühl, das ihn bei der Gefahreneinschätzung vom Laien abgrenzt. Eine intensive Wahrnehmungsschulung könnte diesen Prozess des Erfahrenlernens verkürzen und Unfälle reduzieren. „Das Kraulen seiner Arme ähnelt einem Bewegungsablauf im Schwimmen. Mit allen Mitteln versucht er an der ...
Sport und Essstörungen. 3/10
von Drexler Daniel
Wie in jeder anderen Sportart setzt sich auch der engagierte Bergsportler mit seinem Gewicht und seinem Body Mass Index (BMI) auseinander und vergleicht seinen Körper mit anderen. Mann und Frau möchte dem Zeitgeist und Körperkult entsprechen und je höher die geforderte Leistung sein möchte, desto wichtiger wird das Thema „Ernährung“. In Internetforen tauchen gehäuft Fragestellungen dazu auf und auch betroffene Sportler und Athleten äußern sich dazu. ...
In den letzten Zügen .... 2/10
von Schwiersch Martin
Klettern boomt. Vielmehr das Klettern in der Halle boomt - und auch das in mit Bohrhaken rastermäßig „sanierten“ Klettergärten (solchen mit Hinweisschildern vom Tourismusverband, wo auch die Alpenverein-Kletterregeln draufstehen). Der Autor beobachtet diese Entwicklung seit Jahren und macht sich – gerade zurück vom Urlaub im Yosemity – seine Gedanken über das Turnen an Kunstgriffen und die Freiheitssuche „draußen“. ...
Aus Fehlern lernen, aber wie ...?. 2/10
von Cronrath Michael
Michael Cronrath hat sich in seiner Diplomarbeit mit der Vermittlung von Sicherungsmethoden beim Klettern auf der Basis von erlebtem Handeln auseinandergesetzt und lässt uns an seinen Erkenntnissen teilhaben. Die meisten Bergsteiger kennen das Gefühl, bei einer Bergtour, die nicht optimal gelaufen ist, mehr gelernt zu haben, als wenn alles perfekt nach Plan funktioniert hätte. So kann es zB ein wertvolles und intensives Erlebnis sein ...
Free Solo. 1/10
von Huber Alex
Spektakuläre Fotos vom Klettern ohne Seil und Gurt springen uns in letzter Zeit nicht nur aus den alpinen Gazetten an. Der Zeitgeist scheint Gefallen zu finden am ungesicherten Klettern, bei dem ein Fehler, eine Unachtsamkeit, den Tod bedeutet. Einer der bekannten und erfolgreichen Protagonisten dieser Bergsportart ist Alex Huber. Er erzählt von den Ursprüngen und der Entwicklung dieser Spielform - und wie er ihr verfallen ist. Free Solo – das ist Klettern in seiner reinsten Form: ...
Der Sinn des Lebens ist das Glück. 1/10
von Zak Heinz
Auch wenn er es vermutlich nicht gerne hört: Heinz Zak ist ein Urgestein in der Kletterszene. Umso beeindruckender ist nach all den Jahren seine unglaubliche und ansteckende Begeisterungsfähigkeit. Und er hat Solos nicht nur im ausladenden Fels des Yosemites gemeistert, sondern sich auch die Winterüberschreitungen des brüchigen Karwendel-Hauptkammes in den Kopf gesetzt. Von dieser Solobegehung der etwas anderen Art erzählt er in seinem Text ...
Statement Soloklettern. 1/10
von Auer Hansjörg, Mayr Much, Larcher Rolando
Hansjörg Auer, Jahrgang 84, verbucht einige alpinistische Glanzleistungen auf sein Konto. Eigentlich will er ja nicht, aber wer den „Weg durch den Fisch“ mit einem Minimum an Vorbereitung im Solo klettert, der hat eindeutig etwas zu sagen. Der Zeitpunkt einer Free-Solo-Begehung am absoluten Limit der persönlichen Leistungsfähigkeit lässt sich nicht bestimmen oder planen. Es ist eine sehr intensive Reise, bestimmt zu einem Zeitpunkt, auf den man lange wartet ...
Rückmelde-Kultur. 3/09
von Britschgi Walter
Wir Menschen sind in manchen Tätigkeiten einfach etwas ungeschickt. Nicht nur beim Jonglieren, Nageleinschlagen oder Kuchenbacken, sondern auch beim Kommunizieren. Wie wir alle wissen, wird ein Kompliment leicht angenommen, sogar dann, wenn wir etwas übertreiben. Hingegen auf Fehler hinzuweisen ist da schon bedeutend schwieriger. Die folgenden Zeilen bringen einen Vorschlag, wie man die Dinge auch sagen kann. ...
Die Summe unserer Gewohnheiten oder zur Sicherheitskultur in Kletterhallen. 2/09
von Kirmeier Renate
Eine volle Kletterhalle im Winter. Zwei offensichtliche Anfänger sind an der Länge der Hauptwand gescheitert und klettern nun im Toprope bis zu einer Zwischensicherung. Moment mal! Ich beobachte das Ganze aus dem Boulderraum, der in 15 m Höhe ein Sichtfenster zur Hauptwand hat, sehe genau hin, aber es ist tatsächlich so: Sie klettern an einer einzigen Zwischensicherung in ca. 12 m Höhe und ohne jede Redundanz. ...
Es irrt der Mensch solang er strebt. 1/09
von Mersch Jan, Behr Wolfgang
Wie wird man eigentlich ein kompetenter Bergsteiger? Welche typischen bergsteigerischen Entwicklungsmuster führen dahin? Welche Thesen und praktischen Konsequenzen lassen sich daraus ableiten? Glaciér de Trient, ca. 3100 m Seehöhe, April 2004. Bei schönstem Wetter sind wir morgens von der Argentière-Hütte aufgebrochen. Die erste „echte“ Etappe der Haute-Route steht an. ...
Das Geschlecht läuft immer mit oder wann Man(n) zum Risikofaktor wird. 1/09
von Göring Arne, Schröder Tim
Agieren Männer beim Bergsteigen risikofreudiger als Frauen? Gibt es unter Frauen auch männliche Entscheidungsmuster? Arne Göring und Tim Schröder beleuchten im folgenden Artikel das männliche Risikoverhalten unter „ge-Gender-ten“ Aspekten. Als sich vor ca. 8000 Jahren der Faktor Kultur zwischen den Menschen und die Natur schob, entfernte sich der Mensch allmählich von Handlungen, ...
Des einen Freud', des andern Munter. 4/08
von Schwiersch Martin
Eine verblüffende Analogie zwischen Psychologie und praktischer Lawinenkunde. Und ein Plädoyer für die Integration analytischer und strategischer Methoden. Das Schlüsselerlebnis, das diesem Plädoyer zu Grunde liegt, hatte ich beim Alpinforum im November 2007 in Innsbruck. Dort lauschte ich den exzellenten lawinenkundlichen Vorträgen, verfolgte die Diskussionen und führte Seitengespräche mit Bekannten ...
Gruppe in Not. 3/08
von Bach Tobias
In unserer Zeit der Bohrhaken, Bergwegekategorien und Lawinenlageberichte bleibt als die große alpine Gefahr etwas, was simpel und kompliziert zugleich ist: Unser eigenes Verhalten! Simpel, weil wir auf unser Verhalten scheinbar mehr Einfluss haben als auf die wilde Bergnatur.Kompliziert, weil wir aus der Psychologie wissen, dass es mitunter leichter ist, In dieser neuen Situation sind dann viele Sichernde überfordert. ...
warten wir noch ein paar tote ab.. 2/07
von Siebert Walter
Immer wieder erschüttern mich Unfälle, die mit ganz einfachen Mitteln, die schon lange bekannt sind, zu vermeiden wären. Dennoch setzen sich diese Maßnahmen nur sehr schleppend durch - teilweise werden sie auch abgelehnt! Der nächste Unfallist vorprogrammiert und nur eine Frage der Zeit. Landet ein Fall auf meinem Schreibtisch, den ich als Sachverständiger begutachten muss, dann läuft er vor meinem geistigen Auge ab. ...
risk'n'fun. 4/06
von Tollinger Daniela, Einwanger Jürgen
"Ich hab letztes Jahr ein risk´n´fun Training gemacht. Mitausschlaggebend war dieses komische Gefühl, das sich hin und wieder an einem superfetten Powdertag bemerkbar gemacht hat. Zumeist beim Aufstieg oder kurz vor dem "drop in". In diesen Momenten vollkommener Ruhe, wo du nur deinen eigenen Atem hörst, hab ich schon manchmal an diese Lawinensache gedacht. Und daran, dass das, was ich da grad tue, voll daneben gehen kann, von einer Sekunde ...
bergsteigen und management. 3/06
von Malik Fredmund
Um es gleich zu sagen: Um ein guter Manager zu sein, ist Bergsteigen nicht notwendig. Alpinismus allein qualifiziert nicht zur überzeugenden Führung eines Unternehmens. Den meisten guten Managern fehlen umgekehrt sogar Fähigkeiten und Interesse am Bergsteigen. Sie sind in ihrem Beruf gut, ohne je auf einem Berg gewesen zu sein. Wer aber die Neigung zum Bergsteigen hat und Führungskraft ist oder werden will, kann bei diesem Sport viel lernen...
In der Höhle des Löwen. 2/06
von Rougemont-Bücking Ansgar
Das Ziel des folgenden Artikels ist es, eine Übersicht über die wissenschaftlichen Erkenntnisse in Hinblick auf die psychiatrische Bedeutung von Neugier und Nervenkitzel zu erstellen. Die Kenntnis der Hintergründe und Mechanismen, die diesen bei den psychologischen Phänomenen zugrunde liegt, kann bei der Bewertung der Risikobereitschaft des Individuums von Nutzen sein. ...
ex ante. 1/06
von Pirchner Anna
41 Schitourengeher, die eine Lawine ausgelöst haben, wurden hinsichtlich ihrer Einschätzung der Lawinengefahr vor dem Lawinenabgang befragt. Mittels Fragebögen wurden unter anderem die Gedanken der Akteure, sowie deren Einschätzung der Hangsteilheit, der Exposition und der Ausrüstung festgehalten. Die Auswertung mithilfe der "Grounded Theory" ergab vier Kategorien: ...
soll ich. 1/06
von Hartmann Hans Peter
Wir kennen das: Kaum sind nach einem Bergunglück die Opfer lebend oder tot geborgen, beginnen die Medien in schreierischen Schlagzeilen nach neuen Einschränkungen zu rufen, nach Schuldigen zu suchen und deren Bestrafung zu fordern. Mit schönster Regelmäßigkeit erheben dann auch einige "senkrechte Bürger" den zuvor tief in Moralin getauchten Zeigefinger: Warum soll man diese Adrenalin-Junkies überhaupt retten? Und dazu mit Steuergeldern! ...
vergesst den rest!. 2/05
von Töchterle Luis
Wer Nachdenken gerne als "unnötige Hirnwichserei" einstuft, möge diesen Beitrag bitte nicht lesen! Hier geht es primär um theoretische Bilder und erst in zweiter Linie um deren praktische Auswirkungen. Das "Restrisiko" ist ein bei Alpinisten beliebtes Bild, eine Metapher, die nicht unproblematisch im Hinblick auf die gesellschaftliche Akzeptanz ihrer Risikosportart und auf mögliche Rechtsfolgen ist. ...
das entfernungssyndron. 1/05
von Töchterle Luis
Wir sitzen in Jimmy´s Bar, sozusagen im Werk 2 des Alpenvereinshauses in Innsbruck. Wir, das sind zwei, drei Bergführer aus dem Referat Bergsport und dem Sportgeschäft im Erdgeschoß, der/die eine oder andere zufällig anwesende BesucherIn und ich. Das Gespräch dreht sich um einen Bergunfall, der sich - sagen wir - erst gestern irgendwo in der Nähe zugetragen hat und zwei Menschenleben gekostet hat. Die Stimmung ist gedämpft, aber unaufgeregt, ...
rotwein gegen blackout. 1/05
von Schubert Pit
Bis in die 90er Jahre hatte man Unfälle am Berg durch Blackout kaum oder gar nicht für möglich gehalten. Man ging davon aus, dass der Mensch in besonderen Gefahrenbereichen wie eben beim Bergsteigen ausreichend aufmerksam ist. Dann entdeckte der Autor einen Unfall, der sich nur mit einem Blackout erklären ließ. Später ist es zu einer ganzen Reihe beobachteter Beinahe-Unfälle ...
entscheidungsfindung. 3/04
von Streicher Bernhard
Die Realität zeigt, dass Gruppen beim Bergsteigen immer wieder risikoreiche Entscheidungen treffen und es zu Unfällen kommt. Dies passiert, obwohl es Alternativen mit geringerem Risiko gab, den Betroffenen alle notwendigen Informationen bekannt waren, um eine risikoärmere Entscheidung zu treffen und die Betroffenen auch in der Lage waren, die notwendigen Informationen entsprechend zu interpretieren ...
get home itis. 3/04
von Hartmann Hans Peter
"Es ist besser, am Boden zu sein und sich zu wünschen, man wäre am Himmel oben, als dort oben zu sein und sich zu wünschen, man wäre am Boden. Also erzwing' nichts!" Diesen Rat gab mir 1963 mein Fluglehrer Zulu Szélesténji mit auf den Weg, als er mich mit einer blau-weißen Piper Cub auf den ersten Solo-Überlandflug schickte. Dass er damit Recht hat,musste ich in den ersten fliegerischen Sturm- und Drangjahren mehr als nur einmal erfahren ...
angst. 2/04
von Bach Tobias
Payerhütte, 1998. Im Lager las ich noch lange in Joe Simpsons "Sturz ins Leere". Beim Schwierigkeits-Höhenbergsteigen das Bein gebrochen; vom Partner unter unsäglichen Qualen abgeseilt; das Seil nicht gerissen, sondern durchgeschnitten; Spaltensturz; nicht vermisst und gesucht, sondern abgeschrieben; tagelang über den Gletscher gekrochen... Irgendwann schlief ich ein, um wild zu träumen. Ich klammerte mich ans Bettgestell, um dem "Sturz ins Leere" ...
basisrate. 1/04
von Schwiersch Martin
Debatten über Fragen wie - „Welches Risiko gehen Bergsteiger ein?“ - „Ist Bergsteigen gefährlicher als Autofahren?“ - „Ist Alpinklettern gefährlicher als Schitourengehen?“ - „Sind Unfälle beim Bergsteigen verhaltensbedingt ?“ - sind relativ wertlos, solange keine verlässlichen Informationen über die Grundwahrscheinlichkeit (Basisrate) von Unfällen, Beinaheunfällen oder unfallträchtigen Verhaltensweisen in den jeweiligen Betätigungsfeldern vorliegen. ...
human factors usa (2). 1/04
von Utzinger Chris
In der letzten Ausgabe hat Chris Utzinger über Dale Atkins' Untersuchung menschlicher Faktoren bei Lawinenunfällen in den USA berichtet. Im zweiten Teil wendet sich Chris nun der Arbeit des Lawinenexperten Ian McCammon zu. Ian hat sich mit der Heuristik bei der Entscheidungsfindung im Lawinengelände auseinandergesetzt und zeigt auf, wie diese in gewissen Situationen zur Falle werden kann. Die Ergebnisse seiner Untersuchungen von über 700 Lawinenunfällen ...
human factors usa (1). 4/03
von Utzinger Chris
Auch in den USA suchen immer mehr Menschen das winterliche Gebirge in der Freizeit auf und damit steigt die Zahl der Lawinenunfälle. Im letzten Jahrzehnt haben Lawinenfachleute hierzulande die Wichtigkeit der Untersuchung menschlicher Faktoren im Zusammenhang mit Lawinenunfällen erkannt. Ergebnisse dieser Untersuchungen fanden Eingang in die Lawinenausbildung. In einem zweiteiligen Artikel möchte ich Ihnen die Arbeit zweier Experten vorstellen, ...
den letzten beißen die hunde. 3/03
von Hartmann Hans Peter
"Don't get carried away!" An sich vernünftige, reife Menschen verlieren in gewissen Situationen jedes logische Denkvermögen und erliegen einem optimistischen, fast euphorischen Überschwang. Der "weiße (Voll)Rausch" ist ein perfektes Beispiel dafür. Es muss nicht gleich der Tod in der Lawine sein, auch eine anständiger Sturz mit den entsprechenden Verletzungsfolgen kann ausreichen um einen Menschen z.B. ins soziale Out zu führen. ...
fürchte dich nicht vor der angst. 1/03
von Schwiersch Martin
Angst und Furcht sind für Bergwanderer, Bergsteiger und Kletterer mehr oder weniger dauernde Begleiter, wenn sie auch meist im Hintergrund bleiben. Angst im Sinne einer Erwartungsangst wird beim Bergsteigen als überlebensnotwendig angesehen, insoweit sie den sich Ängstigenden vor Gefahren warnt, die seine Fähigkeiten
vorsicht erfahrung. 4/02
von Engler Martin
Das - oft unausgesprochene - Gesetz des Überlebens im winterlichen Gebirge lautet: „Je erfahrener du bist und je mehr du weißt, um so sicherer lebst du". Wenn man sich jedoch die Unfälle (nicht nur) der letzten Jahre genauer ansieht, haben wir es hier zu einem erheblichen Teil mit Wintersportlern oder gar Tourenleitern und Bergführern zu tun, die allgemein als sehr erfahren und wissend gelten. ... Deshalb stellt sich durchaus ...
zufall und muster. 4/02
von Schweizer Jürg
Zwei Schneesportler befahren einen unberührten Tiefschneehang. Der zweite zieht seine Schwünge fünf Meter links der soeben entstandenen frischen Spur und löst beim dritten Schwung eine Schneebrettlawine aus. Ein allen bekanntes Szenario, obwohl es eigentlich recht selten ist. „Schuld“ an dieser Auslösung ist die Schneedeckenvariabilität, so die allgemeine Meinung, und verglichen wird sie oft mit dem Bild eines Minenfeldes....
schau trau wem. 3/02
von Hartmann Hans Peter
Man schrieb das Jahr 1915, als der irische Dichter James Joyce der Einladung einiger Fischer folgte und mit ihnen auslief, hinaus in die Weiten des Atlantiks. Damals waren die Fischerboote aus Holzspanten gefertigt und mit geteerten Leinenbahnen überzogen. Die hölzernen Masten wirkten so zerbrechlich wie der ganze Rest. Ohne Funk und Radar waren sie auch nicht gewarnt vor dem aufkommenden Sturm, welcher dann in Orkanstärke über das Schiff hereinbrach...
angst. 3/02
von Schädle-Schardt Walter
Jeder weiß, dass emotionale Regungen durchaus darüber entscheiden, ob und wie gut uns etwas von der Hand geht. Nervös und mit zittrigen Fingern lässt sich nur schwerlich der berühmte Faden durch das Nadelöhr führen. Emotionen liefern den „Gefühle-Rahmen“, in dem unser Handeln stattfindet. Die gefühlsmäßige Stellungnahme soll sicherstellen, dass wir lebenswichtige Ziele anvisieren oder Bedrohliches vermeiden. Im Gefühl spiegelt sich positiv oder negativ Empfundenes wider...
entweder/oder!. 2/02
von Hartmann Hans Peter
Entscheidungsstrategien, Standardmaßnahmen, Partner-Check - Begriffe, die erst in letzter Zeit vermehrt Einzug in das alpine Vokabular gefunden haben. Vor 10 Jahren sah sich damit wohl kaum ein Bergsteiger konfrontiert. Anders in der professionellen Fliegerei. Seit über 2 Jahrzehnten beschäftigen sich dort Experten mit den „Human Factors“, mit den „menschlichen“ Komponenten und Einflüssen in Zusammenhang mit Unfällen bzw. ...
die kunst, wahr zu nehmen. 1/02
von Schwiersch Martin
In den alten Tagen der Lawinenkunde, vor Einführung „strategischer Methoden“, war Lehrenden und Lernenden klar, dass ein immenses Ausmaß an Erfahrung und Wissen nötig ist, um all die widerstreitenden Informationen der Schneedecke, des Wetterberichts, der Winterentwicklung usw. zu einer gültigen Situationseinschätzung zu verknüpfen und so zu einer angemessenen Entscheidung zu finden. ...
wer bin ich?. 3/01
von Netzer Hajo
„Zum Peter musst du in den Kurs gehen, der macht immer die geilsten Touren“. Einhellige Begeisterung herrscht über den Tourenführer. Er gilt als Garant für spektakuläre Touren und rassige Abfahrten, jeder in der Sektion kann Geschichten und Anekdoten erzählen. Und bei Peter gab‘s auch noch nie einen Unfall. Ein Traum für jede Sektion! Wie problematisch eine derartklare Personenzuschreibung ...
gruppen & dynamik. 3/01
von Lercher Andreas
Du bist mit einer Gruppe unterwegs und weißt genau, dass die Situation der Teilnehmer untereinander und zu dir nicht passt, dass sich keiner wirklich wohl fühlt. Planung und Organisation waren deiner Meinung nach einwandfrei und trotzdem war der Ablauf der Veranstaltung nicht harmonisch - warum? Du versuchst zu analysieren, die Bilder der letzten Stunden und Tage laufen im Zeitraffer in deinem Kopf ab. Was war richtig, was war falsch? ...
Lust auf Angst?. 2/01
von Würtl Walter
Davos, 19. Mai 01. Extremes ist angesagt: Snowboarden in Lawinenhängen, Skateboarden auf Passstraßen, Soloklettern, Kopfsprünge mit Seil und Seitensprünge ohne. Die letzten Grenzen werden gesucht – mit dem Ziel, sie als erster zu überschreiten. Der Kick ist „hip“! Doch was ist Kick, Thrill, Flow? Woher stammt die Lust auf Angst? Und was haben Base Jumper, Ice Climber, Extreme Boarder mit einem Risikokapitalgeber, ...
die herausforderung der ebenbürtigen. 3/00
von Lehner Gerald
Mit Analysen von Ursache und Wirkung lassen sich Jugendkultur und das Massenphänomen Snowboarding nicht mehr erklären. Das Pilotprojekt „risk & fun“ zeigt, wie junge Snowboarder und Sportkletterer die alpine Sicherheit in den Griff bekommen können, ohne den Spaß zu verlieren. Es geht um das riskante Verhalten von Menschen in Gruppen. Das reicht sozialpsychologisch von moderner Lebenskultur bis zu historischen Zwischenfällen. ...