Avalanche goes social. Wie Lawinenabgänge solonreif wurden.. 1/17
von Daurer Riki
Videos vom „Mitschwimmen“ in der Lawinen gehen viral durchs Netz und erreichen unglaubliche Zahlen: der Clip von Tom Oye, Anfang Jänner 2017 auf Facebook gepostet (Abb. 1), hatte eine Reichweite von knapp 10 Millionen und wird fast 70.000 Mal geteilt. Ebenso hoch ist die Anzahl der Kommentare zu solchen Posts - bei dem von Tom 36.000. Was passiert hier? Und was bedeutet das für unsere sozial-mediale Verantwortung als Bergsteiger? ...
Lawinenunfälle Schweizer Alpen. 1/17
von Schweizer Jürg, Techel Frank
Grüne Weihnachten werden häufiger. Viele Orte in den Schweizer Alpen verzeichneten den schneeärmsten Dezember seit Messbeginn vor rund 150 Jahren. 2016 war ausserdem das dritte Jahr nacheinander, in dem in den Skigebieten über Weihnachten kaum (natürlicher) Schnee lag. Was heisst das für die Lawinenunfälle? Bekanntlich besagt eine Bauernregel, weniger Schnee heisst nicht weniger Lawinenunfälle. ...
Alles SnowCard, oder was?. 1/17
von Behr Wolfgang, Mersch Jan
Probabilistische – also wahrscheinlichkeitsbasierte – Methoden sind Kernbestandteil der aktuellen Konzepte und Empfehlungen zur Abschätzung der Lawinengefahr. Ihre Anwendbarkeit wurde über die Jahre verbessert. Trotzdem werden sie weiterhin wenig angewendet. Dass diese vergleichsweise einfachen Tools aber helfen könnten, die Unfallzahlen signifikant zu senken, zeigen Wolfgang Behr und Jan Mersch ...
Schneedeckenanalyse für den Praktiker. 1/17
von Würtl Walter, Riedl Harald
Wer nicht regelmäßig eine Schneedeckenanalyse durchführt, der wird vor allem mit dem sauberen Erstellen des Schneeprofils seine Schwierigkeiten haben. Vor lauter Kornformen und -größen sieht man dann oft die Schwachschicht nicht. Während für Profis wie Lawinenprognostikerinnen oder -kommissionsmitglieder eine präzise und umfassende Untersuchung Standard und tägliches Brot ist, ...
Avatech Scope. 1/17
von Würtl Walter
Avatech hat mit der Scope-Schistocksonde ein neues, innovatives Produkt entwickelt, das im kommenden Winter ausgeliefert wird. Da viele zwar wissen, dass es seit Längerem das Avatech-Sondensystem zur Schneedeckenuntersuchung gibt, aber nicht recht wissen, was es kann und wie es funktioniert, haben wir die Neuentwicklung zum Anlass für ein Interview mit Franz Hohensinn genommen. ...
Intuition. 1/17
von Michelsen Solveig
Unsicherheiten am Berg rückt man mit immer präziseren Methoden zu Leibe. Risiken minimiert man durch genaue Analysen, aus denen man Muster abzuleiten versucht. Das lässt uns – vermeintlich – immer mehr Sicherheit gewinnen. Doch die ist trügerisch, denn viele Situationen am Berg verlangen eine zügige und komplexe Entscheidung. Und genau dafür ist der reine Verstand nicht gemacht. ...
Angewandte Lawinenkunde im DAV 2017. 4/16
von Mersch Jan, Hocke Hans-Christian
Der Deutsche Alpenverein als Bergsport-Verband mit rund 1,2 Millionen Mitgliedern hat über 2.000 ausgebildete Trainer und Übungsleiter, für welche die Lawinengefahr im Winter ein zentrales Thema ist. Als Trainer Skibergsteigen, Skihochtour, Wasserfall oder als DAV-Übungsleiter Skilauf, DAV-Freerideguide, oder Trainer mit Zusatzqualifikation Schneeschuhbergsteigen engagieren diese sich mit Ausbildungskursen und Führungen ...
Lawinenunfall Schneebiger Nock. 4/16
von Hofer Matthias
Nach der Riesenlawine an der Schneespitze am 6. Januar 2015 mit zwei Toten (Bericht bergundsteigen #93, Winter 15) kommt es etwas mehr als ein Jahr später wiederum im Südtiroler Reintal und nur elf Kilometer entfernt zu einem großen Lawinenunfall: Am Samstag, den 12. März 2016, wird eine gigantische Lawine am Nordwesthang des Schneebigen Nocks (3.358 m) ausgelöst und reißt sechs Skitourengeher in den Tod ...
Das Schneeprofil - Totgesagte leben länger?. 4/16
von Mitterer Christoph, Reuter Benjamin, Proksch Martin, Schweizer Jürg
Das Schneeprofil ist tot – es lebe das Schneeprofil! So einfach ließe sich die Diskussion der letzten 30 Jahre über die Sinnhaftigkeit von Schneedeckenuntersuchungen zusammenfassen. Was ist dran an dieser nicht immer objektiv geführten Diskussion über Schneeprofile? Ist es nur ein Tool für Profis, Nostalgiker oder maximal schneekornverliebte Freaks? Segelflieger planen ihre Flüge mit dem Flugwetterbericht ...
Die Hangneigung - eine Unbekannte?. 4/16
von Würtl Walter
Ob Einsteiger oder Experte, Anfänger oder Erfahrener – jeder weiß, dass das Risiko einer Lawinenauslösung mit zunehmender Hangneigung steigt. Einfach ausgedrückt könnte man auch sagen: „Je steiler, desto Lawine!“ An dieser geradezu trivialen Tatsache ist grundsätzlich nicht zu rütteln, wenngleich die Hangsteilheit in der Praxis weit schwieriger zu fassen ist, als dies zu vermuten wäre. Die Menschen in den Bergen waren sich schon immer des Umstands bewusst ...
Ista - bergundsteigen im Gespräch mit Ruedi Kellerhals und Anjan Truffer. 4/16
von Kellerhals Ruedi, Truffer Anjan
Vor einiger Zeit trafen wir zufällig den Schweizer Dominique Perret. Eine Ikone der Freerideszene des vergangenen Jahrhunderts, bekannt für seinen geschmeidigen Abfahrtsstil, mit dem er seine Spuren auf der ganzen Welt bis zum Everest hinterlassen hat. Damals erzählte er uns mit großer Leidenschaft, dass er gerade dabei ist, seine Idee von einer Ausbildung fürs Geländefahren umzusetzen. Das Ganze nennt sich ISTA ...
Lawinen-Verschütteten-Suche. 4/16
von Plattner Peter, Würtl Walter
Im letzten „leicht gemacht“ (bergundsteigen #96) ging es um das allgemeine Verhalten bei einem alpinen Notfall. Das dort vorgestellte Schema beinhaltet den Punkt „Verletzte bergen“, was bei einem Lawinenunfall übersetzt bedeutet, verschüttete Personen zu orten und auszugraben. In diesem „leicht gemacht“ konzentrieren wir uns aber nur auf den Ablauf der Verschüttetensuche, das Ausschaufeln kommt das nächste Mal dran ...
Neue Notfallausrüstung Winter 16/17. 4/16
von Würtl Walter, Plattner Peter
Alle ambitionierten TourengeherInnen, verantwortlichen TourenführerInnen oder professionell tätigen Berg- und SkiführerInnen stellen sich jedes Mal zu Winterbeginn eine Frage: „Was gibt es „Neues“ in Sachen Notfallausrüstung?“ Dementsprechend haben wir uns bei den Firmen und im Fachhandel umgehört, die neuesten Produkte angefordert oder gekauft und sie bereits ausprobiert. Wer sich an dieser Stelle gleich eine umfassende Bewertung der neuen Notfallausrüstung erwartet ...
Skitourenguru. 3/16
von Schmudlach Günter
Skitourenguru bewertet täglich das Lawinenrisiko auf 625 populären Skitouren der Schweiz. Indem der Benutzer schnell zu einer Kandidatenliste von Skitouren mit tiefem Lawinenrisiko gelangt, kann diese neue Plattform einen Beitrag zur Lawinenunfallprävention leisten. Günter Schmudlach, der Entwickler und Betreiber von www.skitourenguru.ch, erklärt im Folgenden, weshalb auch Skeptiker dieser Entwicklung eine Chance geben sollten. ...
Schneewissen einst & heute. 3/16
von Höller Peter
Der Untertitel mag im ersten Moment provokativ klingen. Bei kritischer Betrachtung der Literatur stößt man aber unweigerlich auf die Frage, ob die Schnee- und Lawinenkunde dem Tourengeher in den letzten Jahrzehnten tatsächlich nennenswerte (neue) Erkenntnisse brachte? Peter Höller, der Autor dieser Zeilen, traut sich jedenfalls zu behaupten, dass die heute verwendeten Grundsätze und Prinzipien zum überwiegenden Teil aus den 20er- und 30er-Jahren des vorigen ...
Lawinen im Sommer. 2/16
von Würtl Walter
Dass es auch in den Sommermonaten oder in der Übergangszeit Lawinen gibt, wird im Bergsport - grob gesagt - schlicht ignoriert. Lawinen gehören zum Winter. Und der endet bekanntermaßen irgendwann einmal im Frühjahr und beginnt frühestens zu Allerheiligen. Bestätigt wird das durch den Umstand, dass es dazwischen keinen amtlichen Lawinenlagebericht gibt! Kein Lagebericht – keine Lawinengefahr, so einfach ist das! Schaut man in die Datenbank der Alpinpolizei ...
Wir leben in einem Medienzeitalter. 1/16
von Preradovic Milena
Während wir vor der digitalen Revolution noch topinformiert waren, wenn wir morgens unsere Kreiszeitung gelesen und abends die Tagesschau gesehen haben, werden wir heute von Medien überspült. Sie sind überall und allgegenwärtig und durch die sozialen Netzwerke durchdringen sie inzwischen auch unser Privates. Außerdem geht medial jetzt nichts mehr verloren. Jeder Artikel, der jemals irgendwo auf dieser Welt ins Internet gestellt wurde, ...
Schneemetamorphose. 1/16
von Proksch Martin, Schneebeli Martin
Das mit dem Schnee ist schon immer so eine Sache: schön und weiß, ja, aber hochkompliziert! Und obendrein verändert er sich permanent, der „Siach“, wie soll man denn da was verstehen? Solche oder ähnliche Gedanken wird wohl der Großteil der Tourengeher oder Variantenfahrer schon einmal gehabt haben. Höchste Zeit also, sich die Umwandlung des Schnees, die Schneemetamorphose, einmal genauer anzuschauen. ...
Lawinenbildung. 4/15
von Schweizer Jürg, Reuter Benjamin
Immer wieder sehen wir uns mit der Kritik konfrontiert, dass manche Beiträge in bergundsteigen zu komplex sind, besonders was die Schnee- und Lawinenkunde betrifft. Wir denken, dass es hier für manche tatsächlich schwierig ist, tiefergehenden Überlegungen zu folgen, ganz einfach weil die Grundlagen fehlen. Und so haben Jürg Schweizer und Ben Reuter einen Beitrag geschrieben, der zwar auch nicht ganz einfach zu verstehen ist ...
Inferno am Dreikönigstag. 4/15
von Beikircher Werner
Am 6. Januar 2015 lösen Tourengeher im über 40° steilen Gipfelhang der Schneespitze im Reintal/Südtirol eine Lawine aus. Ein Mensch kann nur noch tot ausgegraben werden, ein weiterer stirbt zehn Tage später im Krankenhaus an seinen Verletzungen. Die Primärlawine löste allerdings zig weitere Lawinen aus und es hätte auch Dutzende weitere Skitourengeher erwischen können, die an diesem Tag unterwegs waren. Werner Beikircher über ein Lawinengeschehen ...
Der Lawinenlagebericht - eine unverstandene Liebe?. 4/15
von Mitterer Christoph
Die Beurteilung der Lawinengefahr für einen einzelnen Hang ist schwierig und komplex. Das ist einfach so, oder? Der letzte Winter hat uns eindrücklich gezeigt, dass auch erfahrene Personen Probleme hatten, die Lawinensituation richtig einzuschätzen. Deshalb verwundert es kaum, dass jeder Skitourengeher oder jedes Lawinenkommissionsmitglied, ach was, sogar jeder Bergführer sich ein möglichst einfaches Werkzeug wünscht, das klar vorgibt, ob ein Hang hält oder nicht, ...
Arbeiten mit Symbolen. 4/15
von Studeregger Arno, Podesser Alexander, Jöbstl Lisa, Gobiet Andreas, Riegler Andreas, Zenkl Gernot
Im Lawinenlagebericht des Lawinenwarndienstes Steiermark. Im Beitrag „Typische Situationen, Lawinenprobleme & Gefahren- muster“ in bergundsteigen 4/14 hat das Autorentrio Mitterer/Nairz/Mair einen Überblick über die verschiedenen Kommunikationsansätze der Lawinenwarndienste gegeben. Der Lawinenwarndienst Steiermark hat sich damit - und besonders mit verschiedenen Icons - intensiv beschäftigt und stellt seinen Ansatz inklusive den Ergebnissen einer Online-Befragung ...
Wir haben uns verfahren. 4/15
von Andres Michi
Nahezu alle Ausbildungen zur Beurteilung des Lawinenrisikos beginnen mit probabilistischen Methoden. Vor allem für Einsteiger und Wochenendtourengeher eine tolle Sache. Dass diese „Strategien“ neben ihren Stärken auch einige Schwächen haben, ist nichts Neues. Der Südtiroler Bergführer Michi Andres hat sich darüber seine Gedanken gemacht. Um es vorweg zu nehmen: Ich bin Skibergsteiger. Beruflich und privat. Seit bald 30 Jahren und mit an die 100 Skitouren pro Winter. ...
Unschärfen im Risikomanagement. 4/15
von Harvey Stephan
Lawinenabgänge können räumlich und zeitlich nicht genau vorhergesagt werden. Um mit dieser Unsicherheit in der Praxis umgehen zu können, werden verschiedene hilfreiche Faustregeln und Werkzeuge für die Beurteilung und Entscheidung verwendet. Bei der Aufarbeitung von Lawinenunfällen werden diese jedoch gerne als „Verkehrsnorm“ verstanden. Eine starre Anwendung einzelner Methoden wird aber dem komplexen Sachverhalt im Lawinengelände nicht gerecht. ...
Lawinen und Recht. 4/15
von Rhyner Hansueli, Schweizer Jürg
Vom 1. bis 3. Juni 2015 trafen sich im Kongresszentrum Davos (Schweiz) rund 250 Juristen und Fachleute aus dem Bereich Schnee und Lawinen, um aktuelle Themen im Spannungsfeld Recht und Lawinen zu diskutieren. Veranstaltet wurde das Seminar vom Schweizer Schnee- und Lawinenforschungsinstitut SLF. Hansueli Rhyner und Jürg Schweizer fassen diese Veranstaltung für bergundsteigen zusammen. Das letzte internationale Seminar dieser Art im Jahre 2005 ...
Fürchtet den Altschnee. 1/15
von Techel Frank, Winkler Kurt
Immer wieder das gleiche Bild: häufig schwere Lawinenunfälle im Wallis und in Graubünden, relativ wenige im Norden und Süden der Schweizer Alpen (Abb. 1). Worauf ist diese Häufung der Unfälle zurückzuführen? Sind im Wallis und in Graubünden so viele Tourengeher unterwegs oder sind es vergleichsweise wenige, die hier ein höheres Risiko eingehen? Weil eine wirkungsvolle Lawinen-Prävention bei den hohen Risiken ansetzt, wollten es die Lawinenwarner des SLF genauer wissen ...
Wieder nichts gelernt. 1/15
von Würtl Walter
Obwohl der Winter aufgrund der schlechten Schneelage lawinentechnisch gesehen recht spät begonnen hat, gab es ab Ende Dezember zahlreiche Unfälle. Schon nach den ersten Lawinen wurde über Tageszeitungen, Internet, Radio und Fernsehen in nie dagewesenem Ausmaß vor dem Verlassen der gesicherten Pisten gewarnt. Dabei entstand recht schnell der Eindruck, dass es sich um den schlimmsten, unberechenbarsten und heikelsten Winter seit Bestehen der kalten Jahreszeit handelt. ...
Risikokultur bei Lawinenentscheidungen. 4/14
von Hellberg Florian, Hasler Bruno
Am Workshop nahmen 16 Experten aus Lichtenstein, der Schweiz, Österreich, Italien (Südtirol) und Deutschland teil. Zusammengesetzt waren die Teilnehmer aus Vertretern von Bergsportverbänden, staatlichen Institutionen, aus der Forschung sowie der Rechtsbeurteilung. Moderiert wurde der Workshop von Bruno Hasler (SAC) und Florian Hellberg (DAV). Zum Einstieg stellten wir Moderatoren die These „Wir Bergsteiger/Bergführer/Tourenleiter/Alpinverbände wollen eine ...
Typische Situationen, Lawinenprobleme & Gefahrenmuster. 4/14
von Mitterer Christoph, Nairz Patrick, Zenke Bernd, Mair Rudi
Lawinenwarndienste haben es sich zur Aufgabe gemacht, ihre Produkte möglichst einheitlich und übersichtlich zu gestalten. Das soll dem Nutzer helfen, die wichtigsten Schnee- und Lawineninfos möglichst rasch und sprachenunabhängig zu erfassen. Viel Arbeit wurde in der Vergangenheit bereits investiert, um diesem Ziel näherzukommen: 5-teilige Gefahrenstufenskala, Regionalisierung, einheitliche Textblöcke der Lageberichte, Wichtiges voran, Datenstandards und Icons sind nur ... ...
Die Wirksamkeit des Lawinenairbags. 3/14
von Haegeli Pascal, Falk Markus, Zweifel Benjamin, Procter Emily, Jarry Frédéric, Logan Spencer, Kronholm Kalle, Biskupic Marek, Brugger Hermann
Was bringt ein Lawinenauftriebssystem, ein Lawinenairbag tatsächlich? Darüber gibt es mehrere Untersuchungen: einige kommen von Herstellern, andere sind nicht mehr ganz aktuell, die meisten sind nicht vergleichbar, weil unterschiedliches Zahlenmaterial verwendet wurde. Pascal Haegeli und sein Autorenteam haben analysiert und bewertet und in einer internationalen Studie die Wirksamkeit des Lawinenairbags mit den aktuellsten Daten dargestellt. ...
Gruppendynamik. 1/14
von Zweifel Benjamin
Gruppendynamik beschreibt das Verhalten und die psychologischen Prozesse, die innerhalb einer sozialen Gruppe (intra) oder zwischen Gruppen (inter) stattfinden. Mit Gruppen sind in diesem Fall zwei oder mehr Personen gemeint. Der Psychologe Kurt Lewin (1951) nutzte den Begriff Gruppendynamik, um zu beschreiben, wie Individuen oder Gruppen in sich ändernden Umständen agieren und reagieren. In der Sozialpsychologie gibt es ...
Nassschneelawinen. 1/14
von Mitterer Christoph, Schweizer Jürg
Neue Fakten: Energiebilanz und Nassschneelawinen. Die Lawinensituation im Frühjahr ist eigentlich einfach – und doch komplex zugleich. Trägt die Schneedecke, ist alles klar; die Lawinengefahr ist meist gering. Bricht man ein, kann‘s gefährlich werden. Die beiden Situationen können aber gefährlich nahe beieinander liegen. Literatur und Hintergrundwissen zur nassen Schneedecke bzw. zu Nasschneelawinen gibt es erstaunlich wenig ...
Grenzen des Lawinenlageberichtes. 4/13
von Zenke Bernhard
... und seine Bedeutung für Lawinenkommissionen. Beim Innsbrucker Alpinforum im November 2012 gab es erstmals einen eigenen Themenblock für die Lawinenkommissionen. Deren Mitglieder entscheiden u.a. über Straßen-, Pisten- und Wegesperren aufgrund der aktuellen Lawinensituation. Bernhard Zenke erinnerte in seinem Referat, dass die Mitglieder der Lawinenkommissionen bei der Beurteilung eines relevanten Einzelhanges nicht auf die im Lawinenlagebericht ... ...
Schlüsselfaktor Gelände revisited. 4/13
von Schweizer Jürg, Reuter Benjamin
In einigen Wochen müsse er und Ben beim Alpinforum in Innsbruck einen Vortrag halten. Über Geländefaktoren beim Skitourengehen. Ja, die Nordamerikaner mit Avaluator und ATES, eh klar; aber wie darüber praxisnah referieren und was wir davon überhaupt halten. Sich mit Jürg Schweizer austauschen zu dürfen, ist immer ein Geschenk und bei diesem Thema stellte sich bald heraus, dass wir derselben Überzeugung sind: Das Gelände ist „der“ relevante Faktor ...
Gleitschneelawinen. 4/13
von Mitterer Christoph, Schweizer Jürg
Dezember 2008. Wir stehen in einem offenen Fischmaul. Es schneit und ist ungemütlich kalt. An der Anrisskante machen wir uns bereit, um ein Schneeprofil aufzunehmen. Plötzlich blickt mein Arbeitskollege auf: „Spinn ich? Oder hörst du das Knacken auch?“ Bevor ich eine Antwort geben kann, gleitet die komplette Tafel unter dem Gleitschneeriss, also direkt unter uns ab und donnert ins Tal. Oha!!? Eine Gleitschneelawine! Aber warum gerade jetzt? Was führte dazu? ...
Update Notfallausrüstung. 4/13
von Hellberg Florian, Plattner Peter
Wie jedes Jahr tut sich auch diese Saison wieder einiges am LVS-Gerätemarkt. Die DAV Sicherheitsforschung hat die Neuigkeiten sowie die Eckdaten der aktuellen Geräte in einer Übersicht zusammengestellt. Details zu den Geräten und der Test sind auf der DAV-Homepage unter http://www.alpenverein.de/Bergsport/ Sicherheit/ zu finden. Generell hat es sich bei den meisten Herstellern etabliert ...
Lawine! Was tun?. 4/13
von Plattner Peter, Würtl Walter
In Ausbildungskursen richtet sich meist die gesamte Aufmerksamkeit bei einem Lawinenunfall auf die Kameradenrettung: LVS-Suche, sondieren, ausgraben. Was man selbst unternehmen kann, um der eigenen drohenden Lawinenverschüttung zu entgehen, darüber wird fast nichts erzählt und schon gar nicht trainiert: „Wenn du einmal in einer Lawine bist, kannst du eh nichts mehr machen“, so die weit verbreitete Meinung. Dass das so nicht immer stimmt ...
ABS oder WVT. 1/13
von Bach Tobias
ABS-Rucksäcke sind so ziemlich das teuerste Ausrüstungsteil, das es im Bergsport gibt. Die Industrie bemüht sich z.Z., den ABS als Teil der „Standard- Notfallausrüstung“ im Schneesport zu etablieren. Wenn das Mitführen solcher Rucksäcke zur Verkehrsnorm wird, knallen bei den Herstellern die Sektkorken. Doch was bedeutet das für den Erlebnisraum Berg? Nachdenkliches von Tobias Bach. Mein Bruder fährt alljährlich nach Lech am Arlberg. Dort bekommt er beim ...
Das neue Schweizer Lawinenbulletin. 4/12
von Winkler Kurt
Das traditionsreiche „Nationale Lawinenbulletin" und die „Regionalen Lawinenbulletins“, Gebietsbeschreibungen wie „Nördlicher Alpenkamm westlich vom Wildstrubel ohne Iffigen" und Telefonband 187 - sie alle sind Geschichte. Für diesen Winter wurde das Schweizer Lawinenbulletin komplett überarbeitet. Kurt Winkler erklärt, was sich verändert hat.Neu hat das Lawinenbulletin immer dasselbe Format und besteht aus zwei Teilen: Einer interaktiven Karte ...
stop or go 2012. 4/12
von Larcher Michael
Angeregt von Werner Munters Reduktionsmethode (RM) entwickelten Robert Purtscheller und Michael Larcher 1999 das Risikomanagement-Konzept “Stop or Go”. Heute ist “Stop or Go” in Österreich weit verbreitet und Grundlage aller Lawinenkurse im OeAV. Über die Entwicklung und den aktuellen Stand 2012 berichtet Michael Larcher. Bei dem Versuch, „Stop or Go“ in eine Formel zu verpacken, werden Mathematiker einwenden, dass man auf die Klammer ...
Risikowahrnehmung im Lawinengelände. 4/12
von Kristensen Krister, Genswein Manuel, Munter Werner
Obwohl sich wesentlich mehr Menschen im Lawinengelände tummeln, ist die durchschnittliche Zahl der Lawinentoten in den letzten Jahren nicht gestiegen. Schön. Und vermutlich auch ein Ergebnis der vielen Ausbildungs- und Informationsangebote sowie der verbesserten Notfallausrüstung. Warum es aber dennoch immer wieder tödliche Lawinenunfälle bei mit den üblichen Methoden „erkennbaren“ Verhältnissen gibt, und warum dabei regelmäßig erfahrene Personen betroffen ...
Nur ein Leben. 4/12
von Keil Benno
Super Tag. Schon bei der Auffahrt von Hintertux Richtung Gefrorene Wand wissen wir, dass heute - am ersten Tag nach diesen „Aprilschneefällen“ - die Bedingungen hervorragend sind. In der Gondel schwebend zirkeln schon die ersten Freerider unter uns ihre Spuren in die pistennahen Pulverhänge. Sonne, fetter Spray und natürlich die rekordverdächtige Schneelage dieses Winters in Nordtirol. Wir sind hier, um eine Spezialrunde vom Skigebiet über den Kleinen Kaserer ...
jung & wild vs erfahren. 4/12
von Zweifel Benjamin
Im Gegensatz zum Expressflaschenzug - den wir in der letzten Ausgabe von bergundsteigen an dieser Stelle vorgestellt haben - ist der Seilrollenflaschenzug das Mittel bzw. die Rettungstechnik der Wahl, wenn es darum geht, jemanden zum Stand hinaufzuziehen. Der Seilrollenflaschenzug ist etwas aufwändiger zu bauen, dafür aber ein „doppelter Flaschenzug" mit 4-facher Übersetzung (+ Reibung). Komplett frei hängende Personen können aber dennoch nur mit höchster Anstrengung ...
Wissen, Vorsicht & Gefahr beim Schitourengehen. 1/12
von Schwiersch Martin
Die eine kennt sich gut aus, der andere ist bewusst vorsichtig. Welcher der beiden Schitourengeher ist mit weniger Risiko unterwegs? Darf ich mit mehr Wissen mehr riskieren, näher an die Grenze gehen? Oder aber auf eine Ausbildung getrost verzichten, wenn ich auf viel verzichte? Diese Fragen geistern seit Jahren im Kopf von Martin Schwiersch herum und nun ist seine Abhandlung darüber fertig und wir dürfen sie abdrucken. ...
bergsoenlichkeit. 4/11
Werner Munter, du bist seit 2006 im Ruhestand und heuer 70 Jahre alt geworden. Es ist ruhiger geworden um dich, nicht mehr so viele Vorträge, aber regelmäßig deutliche Lebenszeichen und klare Zwischenrufe. Wie geht es dir als Pensionist? Der Übergang war leichter als ich mir gedacht habe, weil ich bereits vorher - obwohl ich am SLF eine 100-%-Stelle als Bundesangestellter hatte - frei war. Ich hatte glücklicherweise einen Chef, der als einziges verlangt hat: „Was du jetzt machst, schreibst und sagst du im Namen des Institutes.“ ...
Und Gott würfelt doch. 4/11
von Munter Werner
Erstaunlicherweise kommt das Wort „Zufall“ in der klassischen Lawinenkunde kaum vor, ebensowenig wie das eng damit zusammenhängende „Risiko“. Im Zeitalter der „Sicherheit“ waren diese Begriffe tabu! Höchstens in den Wendungen wie „per Zufall wurde der Unfall am Gegenhang beobachtet“ oder „zufälligerweise ragte eine Hand aus dem Schnee“ wurde das Wort verwendet, jedoch praktisch nie zur Beschreibung der Schneebrettauslösung durch Schifahrer ...
Zum Tode verurteilt. 4/11
von Bilek Hanno, Würtl Walter
Dass eine Lawinenauslösung stets mit Lebensgefahr verbunden ist, muss unter Tourengehern, Variantenfahrern und Winterbergsteigern nicht extra betont werden, da nach wie vor über 50 % der Ganzverschütteten die Lawine nicht überleben. Dass der Anteil der Traumatoten bei Lawinenunfällen aber deutlich höher ist als bislang angenommen, ist dennoch eine Überraschung. Die Grundlage zum „Überleben bei Lawinenereignissen“ stellt sowohl in der theoretischen Diskussion ...
LVS-Suche. 4/11
von Genswein Manuel
Bildet man in der Lawinenrettung aus, weiß man, dass es vor allem die letzten Meter sind, die dem Übenden Zeit und Nerven kosten. Auf jedem Niveau: Fällt es dem Einsteiger schwer, seine Feinsuche auch bei einem flach eingegrabenen Gerät endlich zu beenden, tut sich der Könner hart, wenn das Gerät so tief eingegraben ist, dass keine Sondierung möglich ist. Was tun? Manuel Genswein gibt einen Überblick über die aktuellen Such- und Bergestrategien auf diesen verflixten letzten Metern ...
bergundsteigen leicht gemacht - Offenes Sondieren. 4/11
von Würtl Walter
Allen Bemühungen zum Trotz scheint es (nicht nur) in Österreich eine vergebliche Forderung zu sein, dass man abseits der gesicherten Pisten mit der standardmäßigen Lawinennotfallausrüstung (LVS-Gerät, Schaufel und Sonde) unterwegs ist. So kommt es immer noch häufig vor, dass Personen ohne LVS-Gerät von Lawinen verschüttet werden. Laut Daten des Kuratoriums für Alpine Sicherheit müssen immer noch rund ein Viertel der ganzverschütteten Lawinenopfer ...
Lawinensituationen als Muster erkennen. 4/11
von Harvey Stephan
„Achtung Lawine!“ ist der Name eines eidgenössichen Merkblattes zum Thema Lawinenpräventation. Inzwischen gibt es schon die sechste Auflage davon und das Besondere und vor allem Benutzerfreundliche daran ist, dass es alle großen alpinen Institutionen und Verbände in der Schweiz, SLF, SAC, Bergführer, Armee, Schiverband, Bergsportschulen, Naturfreunde, Alpine Rettung usw., gemeinsam herausgebracht haben - auch das gibt es. ...
Schneeprofil Kurzanleitung. 4/11
von Nairz Patrick
Soviel steht fest: Das Graben von Schneeprofilen ist primär etwas für Profis, genauer gesagt für jene, die ständig ihre Nase in den Schnee stecken. Erst dann ist es nämlich in Kombination mit Prozessdenken möglich, ein umfassendes und ziemlich realistisches Bild über den Schneedeckenaufbau zu bekommen. Entscheidungen können dadurch mitunter leichter gefällt werden. Der Artikel richtet sich demnach an interessierte Wintersportler, aber auch an Entscheidungsträger ...
Einfluss von Erwärmung & Strahlung auf die Schneedecke. 4/11
von Schweizer Jürg, Reuter Benjamin
Der Postbus fährt sonntags erst um 8 Uhr. Es ist ungewöhnlich warm; die Sonne brennt auf die Südosthänge. Wir kommen langsamer voran als erwartet und sind erst zu Mittag auf dem Gipfel. Zum Glück geht die Abfahrt durch den steilen Nordnordosthang. Wie erhofft hat’s noch keine Spuren – und das nach fast drei Wochen schönstem Wetter. Der Plan geht auf. Ich fahre los. Nur ganz oben im Hang hat die Sonne kräftig gewirkt, der Schnee ist leicht feucht ...
bergsoenlichkeit. 1/11
Ihr seid beide beim Land Tirol angestellt und erstellt im Winter täglich den Lawinenlagebericht. Wie nennt sich eure Abteilung genau? RM. Lawinenwarndienst Tirol, wir sind ein Fachbereich im Katastrophen- und Zivilschutz. Wann habt ihr für diese Wintersaison den ersten Lawinen-lagebericht ausgegeben? RM. Am 25. Oktober 2010 haben wir eine erste „Information zur Lawinensituation“ verfasst - allerdings ohne Angabe einer Gefahrenstufe. Wie in fast jedem Jahr war der Grund dafür der erste intensive Schneefall, der Gefahr für die Leute bedeutet; ...
Freispruch nach toedlichem Lawinenunfall. 1/11
von Ermacora Andreas
Im Februar 2010 wird bei einer Sektionsschitour auf die Saumspitze/Arlberggebiet ein Schneebrett ausgelöst und eine Person stirbt. Der angeklagte ehrenamtliche Vereinsführer einer Vorarlberger Alpenvereinsgruppe wird vom Landesgericht Innsbruck vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen freigesprochen, die Staatsanwaltschaft verzichtete auf die Erhebung einer Berufung. Andreas Ermacora war der Verteidiger ...
Das Wie? Wo? Was? der Lawinengefahr. 1/11
von Hellberg Florian, Semmel Chris
Die W-Fragewörter scheinen in der Lawinenkunde Konjunktur zu haben, doch im Gegensatz zum w3 der österreichischen Berg- führerausbildung geht es bei Wie? Wo? Was? des DAV darum, die ausgegebene Gefahrenstufe zu checken. Der Lawinenlagebericht (LLB) gibt uns zwar eine lokale und täglich aktualisierte Experteneinschätzung der Gefahrenlage in den Alpen - bei welcher anderen Risikobeurteilung steht uns solch ein professionelles Hilfsmittel zur Verfügung? ...
W3. 1/11
von Gebetsberger Peter
Was-Wo-Wer ist gefährlich? Dafür steht w³, das „Ent- scheidungs- und Ausbildungskonzept für risikobewusstes Verhalten im winterlichen Gebirge“, das Peter Gebetsberger für den Österreichischen Bergführerverband und die Naturfreunde Österreich entwickelt hat. Im Folgenden erfahren Sie, wie die Bergführeraspiranten auf den Umgang mit der Lawinengefahr ausgebildet werden. Touren im winterlichen Gebirge gehören zu den risikobehafteten Natursportarten - Risiken ...
Ein hoffnungsvoller Lawinenunfall. 1/11
von Fauchère Patrick, Zen-Ruffinen Greg, Würtl Walter
Es ist Freitag, der 10. Oktober 2010 bei der ICAR-Tagung in der Slowakei und wir erwarten mit Spannung den Vortrag von Patrick und Greg. Die beiden sind Größen in der alpinen Rettung und bekannt für außergewöhnliche Unfallbeispiele. Patrick Fauchère ist Deputy Chief Pilot bzw. Flight Safety Manager bei der Air-Glaciers und Präsident der ICAR-Flugrettungs- kommission. Greg Zen-Ruffinen ist Mitglied der Medizinischen Kommission der ICAR und Notarzt bei der Air-Glaciers ...
64-65 (lawinenrettungs-abc). 1/11
von Würtl Walter
Für alle Nicht-Profi-Retter und Menschen, die sich noch kein Hobby aus der Lawinenrettung gemacht haben erklärt Walter Würtl wie – und unter welchen Voraussetzungen – eine Schitourengruppe eine Mehrfachverschüttung lösen kann. Voraussetzungen z Meine Gruppe ist oft zwischen 3 und 7 Personen groß – meistens gehen wir aber zu zweit. z Ich verwende funktionelle Notfallausrüstung: Metallschaufel (inkl. Teleskopstiel), Sonde ...
Eyetracking. 4/10
von Ellert Guido, Schafmeister Guido, Dallwig Simon, Phelan Sielle
Menschliches Versagen ist die häufigste Ursache für Lawinenunfälle. Neben der Anwendung von Regeln und Hilfsmitteln entwickelt der Tourenexperte in vielen Jahren ein Bauchgefühl, das ihn bei der Gefahreneinschätzung vom Laien abgrenzt. Eine intensive Wahrnehmungsschulung könnte diesen Prozess des Erfahrenlernens verkürzen und Unfälle reduzieren. „Das Kraulen seiner Arme ähnelt einem Bewegungsablauf im Schwimmen. Mit allen Mitteln versucht er an der ...
Was sind Gefahrenmuster. 4/10
von Nairz Patrick, Mair Rudi
n den vergangenen Jahren hat die „Mustererkennung“ in der Lawinenkunde an Bedeutung gewonnen. Stephan Harvey vom SLF hat neben anderen dazu publiziert und im eidgenössischen Merkblatt „Achtung Lawine!“ werden die vier „typischen Lawinenprobleme“ genannt: Neuschnee, Triebschnee, Nassschnee und Altschnee. Die beiden Lawinenwarner Rudi Mair und Patrick Nairz beschäftigen sich in ihrem aktuellen Buch ebenfalls mit solchen klassischen Gefahrenmustern ...
Lawinenkunde für alle. 4/10
von Kranebitter Klaus
Inzwischen sind sie in Mode gekommen: Angebote für Jugendliche zum Thema Lawinenkunde. Vermarktet werden sie natürlich anders, mehr in die Richtung „Risikomanagement für Freerider“. Alpenvereine, Alpinschulen und auch private Initiativen sind mit unterschiedlichen Ausbildungskonzepten unterwegs. In den vergangenen zwei bergundsteigen 4er-Ausgaben haben wir über die entsprechenden Programme von DAV und OeAV berichtet. ...
Reverse Ferntriage. 4/10
von Genswein Manuel
Triage stammt vom französischen Verb „trier“, was „sortieren“ bedeutet und in diesem Zusammenhang mit Sichtung bzw. Einteilung übersetzt werden kann. Der Begriff kommt aus der Militärmedizin und beschreibt die – ethisch schwierige – Aufgabe, wie bei vielen Verletzten die vorhandenen Ressourcen am besten eingesetzt werden können. Im Zusammenhang mit der Kameradenrettung ein heikles Thema, das in der Vergangenheit kontrovers diskutiert wurde ...
medien. 4/10
„Die 10 entscheidenden Gefahrenmuster erkennen“ lautet der Untertitel dieses Buches, welches vom Tiroler Lawinenwarner-Duo Mair/Nairz passend zum 50. Geburtstag des Lawinenwarndienstes Tirol erschienen ist. Vom Titel nicht verwirren lassen – nein, es geht nicht um die „Schweizer Muster“ nach Harvey, dann wären es ja nur vier. Vielmehr haben die Autoren einen typischen Tiroler Winterverlauf bzw. dessen Lawinenunfälle anhand von regelmäßig wiederkehrenden Situationen ...
editorial. 1/10
Der Winter geht dem Ende zu. Ein Winter, der uns nicht wegen seinem tollen Schnee, sondern wegen seiner Lawinenunfälle in Erinnerung bleiben wird. Die Saison ist noch nicht ganz vorbei, doch die Zahl der Todesopfer ist bereits jetzt höher als im langjährigen Durchschnitt. Eine Bestätigung, dass schneearme Winter mit ihrem schlechten Schneedeckenaufbau „gefährlicher“ sind? Zweifelsohne. Dennoch waren da Lawinenereignisse, die besonders bewegten. Jener im Diemtigtal oder im Val Lasties zählt dazu, wo neben „Freizeittourengehern“ auch Retter ums Leben kamen. ...
Der Schweineversuch von Vent. 1/10
von Paal Peter, Falk Markus, Brugger Hermann
Im Jänner dieses Jahres beschäftigte ein Tierversuch über „das Ersticken in einer Lawine“ über Wochen die Medien. Sowohl die Öffentlichkeit als auch die Alpinszene zeigte sich erschüttert. Otto-Normalverbraucher, Politiker, Touristiker, Bergsteiger und namhafte Fachleute beteiligten sich rege an einer Diskussion über Sinn und Unsinn dieser Studie. Vieles wurde geschrieben und weltweit berichtet. ...
LVS, Schaufel, Sonde. Immer und überall?. 1/10
von Rath Kristian
Auch wenn die Lawinengefahr ein für uns Wintersportler hochkomplexes und schwierig einzuschätzendes Thema bleibt, gibt es immer wieder mal Situationen, wo wir wirklich günstige, das heißt sichere Verhältnisse vorfinden. In den Kreisen der Garanten werden diese Tage dann als Ausnahmetage geführt, wo man schon mal auf den einen oder anderen (Notfall-) Ausrüstungsgegenstand vergessen darf. Seien wir uns ehrlich, ist schon mal vorgekommen ...
Lawinenunfall Rifflsee 07. 4/09
von Wallner Robert
Der Oberste Gerichtshof in Wien (OGH) hat am 23. Juni 09 sein Urteil zum Lawinenunfall im Nordwesthang des Grubenkopfes vom 2. März 07, bei dem eine Person getötet und eine weitere leicht verletzt wurde, gefällt. Der OGH hatte das Urteil des Oberlandesgerichtes Innsbruck (OLG) zu überprüfen und kam zum Ergebnis, dass dieses falsch war. Das OLG hatte im Gegensatz zum Landesgericht Innsbruck (LG) keine besonders gefährlichen Verhältnisse angenommen, ...
Risko und Lawinenrettung. 4/09
von Kristensen Krister, Genswein Manuel, Atkins Dale
Gemäß dem Paper „Risk and Avalanche Rescue“, welches von den Autoren am International Snow Science Workshop ISSW 2008 präsentiert wurde, beschreibt der vorliegende Artikel geeignete Entscheidungsstrategien, die sich auf systematische Risiko- und Nutzanalysen für die Lawinenrettung berufen. Bis heute sind weltweit zahlreiche Lawinenretter während organisierten Rettungseinsätzen ums Leben gekommen. Einige dieser Unfälle haben sich dabei in Situationen ...
Entscheidungstraining Lawinen II. 4/09
von Streicher Bernhard, Huber Manfred
In der letzten Ausgabe von bergundsteigen haben uns Bernhard Streicher und Manfred Huber den ersten Kursteil eines möglichen Ansatzes zu einer reflexiven Lawinenkunde präsentiert. Die drei Tage des ersten Kursteils waren geprägt von der Vermittlung der lawinenkundlichen, führungstechnischen und gruppendynamischen Grundlagen. Im zweiten Kursabschnitt stehen nun der einzelne Teilnehmer und seine Führungspersönlichkeit im Vordergrund. ...
ISSW. 4/09
von Wessels Julia, Mair Paul
Knapp 550 Fachleute aus Wissenschaft, Naturgefahren-Management und Bergsport haben am 1. europäischen „International Snow Science Workshop“ (ISSW) aktuelle Fragestellungen und vielversprechende Lösungen aus dem Schnee- und Lawinenbereich diskutiert. Walter Würtl und Paul Mair waren für bergundsteigen vor Ort.Am Internationalen Snow Science Workshop ISSW in Davos haben vom 27. September bis 2. Oktober 2009 cirka 550 Fachleute ...
Kameradenrettung durch Gäste. 4/09
von Genswein Manuel
Ist es pure Illusion oder doch realistisch als Bergführer durch seine Gäste aus einer Lawine gerettet zu werden. Dieser Frage ging Manuel Genswein nach, als er im vergangenen Winter „klassischen Gästen” - sprich echten Anfängern - versuchte, in nur 15 Minuten die Kameradenrettung beizubringen. Das Ergebnis ist durchaus überraschend.Eine besondere Form der Kameradenrettung stellt jene durch Gäste von kommerziellen Schi- und Bergsportanbietern dar. ...
Der Nivocheck. 4/09
von Munter Werner
Der Nivocheck (von lat. nix, nivis = Schnee) - auch Gefahren-check genannt - ist ein Werkzeug zum selbständigen und eigenverantwortlichen Einschätzen der lokalen Gefahrenstufe gemäß der fünfstufigen Euroskala. Die fünfte Stufe sehr groß wird weggelassen, da kaum von alpinistischem Interesse und zudem leicht einschätzbar nach einem mehrtägigen Schneesturm mit mehr als 1 m Neuschnee. ...
Entscheidungstraining Lawinen. 3/09
von Streicher Bernhard, Huber Manfred
Reflexive Lawinenkunde in der Ausbildung. In einem ersten Beitrag zum Thema „Reflexive Lawinenkunde“ in bergundsteigen #1/08 wurde für eine stärkere Integration psychologischer Faktoren in die praktische Lawinenausbildung argumentiert. In diesem Artikel wird nun der erste Teil eines einwöchigen Kurskonzeptes zum „Entscheidungstraining Lawinen“ vorgestellt, das zentrale Elemente einer reflexiven Lawinenkunde enthält und welches sich in besonderem ...
Effizienz der Kameradenrettung bei minimalem Training. 1/09
von Genswein Manuel, Eide Ragnhild
Obwohl die Wirksamkeit und der Nutzen der Kameradenrettung mit LVS, Schaufel und Sonde theoretisch nicht in Frage gestellt wird, werden oft ernste Zweifel laut, wenn es um die Effizienz und die Überlebenschancen in der Praxis geht; insbesondere bei komplexen Szenarien mit mehreren Verschütteten. Ob und wie erfolgreich Anfänger nach einem relativ kurzen Training solche Situationen lösen können, haben die Autoren untersucht. ...
Seil & Schihochtour. Eine Empfehlung. 1/09
von Würtl Walter, Plattner Peter
Die Hauptsaison für die klassischen Hochtouren im vergletscherten Gelände der Ost- und Westalpen steht vor der Tür. Beim Packen des Rucksackes wird nun auch vermehrt zu Seil und Gurt gegriffen – oft mit gemischten Gefühlen, denn vielen Bergsteigern erscheint die richtige Seil- und Sicherungstechnik bei Schihochtouren als besonders anspruchsvoll. Nicht ganz zu unrecht, denn Schihochtouren gelten als Königsdisziplin im Bergsport, ...
Auf der Suche nach dem Gleichgewicht. 4/08
von Munter Werner
Risiken und Unsicherheiten sind ein natürliches, wesentliches Element der Touren im winterlichen Gebirge und machen einen Teil ihres Reizes und ihrer Faszination aus. Wer in die Berge geht, nimmt bewusst und freiwillig ein erhöhtes Risiko in Kauf. Schitouren und Abfahrten im ungesicherten Gelände gehören zu den risikobehafteten Natursportarten. Ohne seriöse Ausbildung und langjährige ...
Intuition, Wiedererkennung & Muster. 4/08
von Mersch Jan
Anfänger sind von allen Ansätzen in der Lawinenkunde überfordert. Profis fühlen sich von allen strategischen Methoden eingeengt. In der Praxis verwendet der Experte mehrere verschiedene Werkzeuge - aber nie nur „die“ eine Methode. Jan Mersch fasst die unterschiedlichen Herangehensweisen zusammen und präsentiert die Ergebnisse einer Diplomarbeit zu diesem Thema. ...
Des einen Freud', des andern Munter. 4/08
von Schwiersch Martin
Eine verblüffende Analogie zwischen Psychologie und praktischer Lawinenkunde. Und ein Plädoyer für die Integration analytischer und strategischer Methoden. Das Schlüsselerlebnis, das diesem Plädoyer zu Grunde liegt, hatte ich beim Alpinforum im November 2007 in Innsbruck. Dort lauschte ich den exzellenten lawinenkundlichen Vorträgen, verfolgte die Diskussionen und führte Seitengespräche mit Bekannten ...
Peers, Trainees & wilde Hunde. 4/08
von Einwanger Jürgen, Zentner Manfred
1999 startete die Österreichische Alpenvereinsjugend das Projekt risk’n’fun für jugendliche Snowboarder und Schifahrer, die abseits der Pisten unterwegs sind. Heute ist risk’n’fun ein Erfolg, eine der modernsten alpinen Ausbildungsmethoden. Paul Mair hatte die Gelegenheit sich mit Manfred Zentner und Jürgen Einwanger zu unterhalten, über neue Ausbildungskonzepte, deren Nachhaltigkeit und einer aktuellen Studie dazu. ...
Zwischen Himmel und Hölle. 4/08
von Genswein Manuel, Eide Ragnhild
In bergundsteigen 4/07 berichtete Manuel Genswein über das V-förmige Schneeförderband, einer Strategie zum effizienten Ausschaufeln von Verschütteten. Dabei mussten er und seine zahlreichen Schauflerinnen und Schaufler feststellen, dass die verwendeten Lawinenschaufeln erstaunlich rasch beschädigt bzw. unbrauchbar wurden. Grund genug, um bei einer ähnlichen Studie – es ging um die Effizienz der Kameradenrettung bei minimalen Trainingsaufwand, ... ...
Russisches Roulette. 1/08
von Schweizer Jürg
Vor mehr als 10 Jahren, im Januar 1994, führte das Eidgenössische Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF Davos eine Tagung zum Thema „Lawinen und Rechtsfragen“ durch. Der international anerkannte Skirechtsexperte Dr. H. K. Stiffler stellte damals in seinem Übersichtsreferat zu den Rechtsgrundlagen fest, dass Lawinen (und Lawinenunfälle) weitestgehend voraussehbar seien. ...
10hochminus5. 1/08
von Wäger Philippe, Zweifel Benjamin
Seit drei Jahren läuft beim Eidgenössischen Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF ein Projekt, bei dem Touren- und VariantenfahrerInnen im Raum Davos gezählt werden. Damit liegen Zahlen zur Aktivität im ungesicherten winterlichen Gebirge vor - eine Größe, welche bisher weitgehend unbekannt war. In Kombination mit den ebenfalls dokumentierten Schnee- und Lawinenverhältnissen sind Aussagen zum Verhalten der Wintersportler möglich.
18 Minuten. 1/08
von Brugger Hermann, Paal Peter, Beikircher Werner
Was tun, wenn es trotz aller Vorsicht passiert: ein Lawinenabgang, der innerhalb von Sekunden einen phantastischen Tourentag in eine Tragödie verwandelt. „Karin steigt uns voraus, um als erste die Fünfte Hornspitze zu erreichen. Sie quert den letzten Hang knapp unterhalb des Gipfelgrates. Plötzlich ein dumpfer Knall und ich sehe, wie der Steilhang in seiner vollen Breite in sich zusammenbricht. In Zehntelsekunden stürzt eine riesige, weiße Masse auf uns zu, ...
reflexive Lawinenkunde. 1/08
von Streicher Bernhard
Gute Gründe für eine stärkere Integration psychologischer Faktoren in der praktischen Lawinenausbildung. Dieser Beitrag trägt den Titel „Reflexive Lawinenkunde“. Damit meine ich eine Sichtweise, die konsequent von den Bedürfnissen und Einschränkungen des Skitourengehers ausgeht und vorhandenes lawinenkundliches Wissen und die Ausbildung entsprechend dem Menschen anpasst. ...
editorial. 4/07
10 Jahre Reduktionsmethoden. 1997 erschien Werner Munters „3 x 3 Lawinen". Meine Begeisterung damals mündete in den Artikel „Die Risikoformel. Das Missing Link in der Lawinenkunde?" Das Fragezeichen hinter dem Untertitel würde ich heute weglassen und überlegen, mit einem Rufezeichen zu schließen. In „Die Logik des Gelingens" dürfen wir den Meister auch in dieser Ausgabe begrüßen. Munter formuliert die wichtigsten Grundlagen - neu, brillant, kompakt - und er verschafft uns einen Überblick über die verschiedenen Reduktionsmethoden, ...
optimale optik. 4/07
von Nairz Patrick, Eckerstorfer Markus
"Die Bedeutsamkeit des Lawinenlageberichts (LLB) kann kaum mehr erhöht werden. Anstrengungen der Lawinenwarndienste müssten künftig vor allem in Richtung erhöhter Verständlichkeit und perfekter Präsentation des LLB unternommen werden." Dies ist kurz zusammengefasst das Ergebnis der in bergundsteigen 4/05 veröffentlichten Studie des DAV-Sicherheitskreises. Das Ergebnis deckt sich auch mit den Grundsätzen ...
lawinenreport. 4/07
von Mair Rudi
Selten sind zwei meteorologisch dermaßen unterschiedliche Winter unmittelbar hintereinander gefolgt: Während der Winter 2005/2006 ein wirklich ‚kerniger' war mit verbreitet Schneebedeckung von Ende November bis Ende März, wurde der folgende Winter 2006/2007 oft gar nicht richtig als solcher wahrgenommen, die Talregionen waren zumeist schneefrei und auch auf den Bergen stellte sich der begehrte Schnee nur äußerst zögerlich ein. ...
hals & beinbruch. 4/07
von Hohlrieder Matthias, Mair Peter
Mit der ursprünglich hebräischen Redewendung "Hals- und Beinbruch" könnte man einem Tourengeher oder Variantenfahrer viel Glück wünschen - eigentlich paradox, denn gerade der Genickbruch ist die klassische tödliche und der Beinbruch die häufigste Verletzung des Lawinenopfers. Dies ergab eine wissenschaftliche Untersuchung von Lawinenopfern an der Medizinischen Universität Innsbruck. ...
logik des gelingens. 4/07
von Munter Werner
Mit der "Munter-Methode" wird heute allgemein die Reduktionsmethode (RM) und hier vor allem das Zahlen- und Rechenwerk der professionellen Reduktionsmethode (PRM) verbunden. Dass Werner Munter auf dieser Grundlage in den letzten Jahren noch weitere Werkzeuge entwickelt hat, um "Blitzentscheide" zu treffen, wurde - auch in Expertenkreisen - kaum wahrgenommen. Höchst an der Zeit, in bergundsteigen Raum zu schaffen für die "Goldene Regel"...
lvs mit system. 4/07
von Genswein Manuel
Obwohl ein enger Zusammenhang zwischen einem systematischen Vorgehen und der Effizienz einer Lawinenverschüttetensuche angenommen wurde, fehlte bisher ein eindeutiger statistischer Beweis aufgrund von praktischen Überprüfungen. Diese Lücke schloss nun der bekannte Schweizer LVS-Experte Manuel Genswein mit einer Testserie, an der rund 120 BergführerInnen teilnahmen. ...
pieppippipiep. 4/07
von Stopper Dieter, Mullen Jon
Eine Lawine reißt mehrere Schneesportler mit sich und begräbt sie dicht nebeneinander. Obwohl die Opfer mit Lawinen-Verschüttetensuchgeräten (LVS-Geräten) ausgerüstet sind, ist deren Ortung sehr schwierig. Denn die Sendesignale überlagern sich. Suchspezialisten, LVS-Gerätehersteller und Spezialisten alpiner Verbände nehmen an, dass dieser GAU häufig auftritt (als Miterfinder der 3-Kreismethode ging es mir genau so). ...
schaufel strategie. 4/07
von Genswein Manuel, Eide Ragnhild
Das Ausgraben eines Lawinenverschütteten stellt mit Abstand den größten Zeitfaktor in der Lawinenrettung dar. Wenn man den Gesamtprozess von der Signalsuche bis zum Abtransport des Verschütteten betrachtet, stellt die Phase zwischen dem Auffinden des Verschütteten mittels Sonde und den Empfehlungen betreffend Atemhöhle eine Lücke in den ansonsten klar strukturierten und systematisierten Handlungsempfehlungen dar. ...
der elchtest. 1/07
von Schwiersch Martin, Stopper Dieter, Bach Tobias, Leuthardt Tom
Die strategische Lawinenkunde (Reduktionsmethode (Munter, 2002), Stop or Go (Larcher, 2001), SnowCard (Engler & Mersch, 2001)) hilft dem Skibergsteiger, die Lawinengefahr einzuschätzen und gibt Antwort auf die Frage: "Befahren oder nicht befahren?". Zur Überprüfung der Wirksamkeit der strategischen Lawinenkunde wurden bislang Unfälle am "grünen Tisch" nachträglich analysiert. Ergebnis: Je nach Verzichtbereitschaft ...
intuition oder risikomanagement. 1/07
von Mersch Jan, Trenkwalder Pauli
Ein Großteil der Skitourengeher setzt sich zu wenig mit dem Risiko der Lawinengefahr auseinander. Die Erkennung der Gefahrenstellen im Gelände ist laut den Ergebnissen der Sicherheitsforschung erschreckend schlecht. Die konsequente Anwendung der strategischen Lawinenkunde - SnowCard, Reduktionsmethode, Stop or Go, etc. - hilft, das Risiko zu erkennen und mit entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen darauf zu reagieren. ...
lawinenreport 2006. 4/06
von Mair Rudi
Der Lawinenwinter 2005/2006 war aus Sicht der Statistik knapp unterdurchschnittlich. Mit 22 Lawinentoten in Österreich wurde annähernd der langjährige Durchschnitt von 26 Opfern erreicht. Interessant auch der Vergleich mit den beiden wesentlich extremeren Vorwintern: so gab es 2003/2004 mit 8 Lawinentoten eine sehr geringe Opferbilanz, während im Winter 2004/2005 48 Menschen bei Lawinenunfällen ums Leben kamen. ...
lawinenunfall am rendl. 4/06
von Riedl Harald
Mit 4 Todesopfern war der Lawinenunfall am Vorderen Rendl im Arlberggebiet der folgenschwerste im Winter 2004/05 in Österreich. Besonderes Aufsehen erregte dieser Unfall nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass einige der Betroffenen von einem staatlich geprüften Skiführer angeführt wurden. Wie der Sachverständige die Fakten darstellen, welche Schlüsse er ziehen würde und wie diese vom Gericht gewürdigt werden, interessierte besonders auch die Fachleute ...
rm. 4/06
von Kraml Sabine, Fuhrer Andreas
Die "strategische Lawinenkunde" ist heute fester Bestandteil in den meisten alpinen Ausbildungssystemen und trägt ganz wesentlich dazu bei, Ja/Nein-Entscheidungen transparent herbeizuführen und Sicherheitsstandards zu definieren. Sabine Kraml, Physikerin am Europäischen Labor für Teilchenphysik, und der Berufsbergführer Andreas Fuhrer haben in einer Analyse von Lawinenereignissen das Unfallvermeidungspotential der elementaren und ...
hangneigung. 4/06
von Schweizer Jürg
"Steil genug muss es sein, damit Lawinen überhaupt abgehen können!", wussten schon unsere Großväter und handelten - auch ohne Strategien und Co - dementsprechend. Nach wie vor ist die Hangneigung ein bedeutsamer und wohl der am einfachsten zu beurteilende lawinenbildende Faktor. Gleichzeitig bietet das Gelände - und damit auch die Steilheit - oft den Schlüssel zur Verminderung der Lawinengefahr. Die großen Meister erkennt man daran, dass sie gekonnt, ...
risk'n'fun. 4/06
von Tollinger Daniela, Einwanger Jürgen
"Ich hab letztes Jahr ein risk´n´fun Training gemacht. Mitausschlaggebend war dieses komische Gefühl, das sich hin und wieder an einem superfetten Powdertag bemerkbar gemacht hat. Zumeist beim Aufstieg oder kurz vor dem "drop in". In diesen Momenten vollkommener Ruhe, wo du nur deinen eigenen Atem hörst, hab ich schon manchmal an diese Lawinensache gedacht. Und daran, dass das, was ich da grad tue, voll daneben gehen kann, von einer Sekunde ...
schneedeckendiagnose. 4/06
von Kronthaler Georg, Zenke Bernhard
Praktische Lawinenkunde lebt durch Erfahrung und ständige Weiterbildung. Fundiertes Wissen eröffnet Möglichkeiten, um Entscheidungen zu treffen, sie zu begründen und gegebenenfalls auch Dritten gegenüber transparent zu machen. Die Lawinenwarnzentrale Bayern bildet seit vielen Jahren die Mitglieder der örtlichen Lawinenkommissionen in Schnee- und Lawinenkunde aus. Dabei wird besonders Wert darauf gelegt, den Teilnehmern neben ...
der nietentest. 4/06
von Schweizer Jürg
Die Schneedecke besteht aus mehreren Schichten, vergleichbar mit einer Crèmeschnitte. Je unterschiedlicher diese, umso ungünstiger die Stabilitätsverhältnisse im Hang. Am Eidgenössischen Institut für Schnee- und Lawinenforschung in Davos hat man die Eigenschaften instabiler Schneedecken mit den Eigenschaften stabiler Schneedecken verglichen und dabei Muster erkannt, die auch für die Praxis nützlich sein können. Wer also seine Nase in die Schneedecke ...
apropos - abs und tourenbindung. 1/06
von Koblmüller Edi
Nur “innerlich” und nicht öffentlich habe ich mich bisher selbstkritisch mit der Frage auseinandergesetzt, warum der Lawinenunfall überhaupt passiert ist - und mit der Frage, ob da nicht auch die ”Psychologie deroptimalen Ausrüstung” eine Rolle gespielt haben könnte. Ende Februar 2005 bin ich in den Abruzzen um Haaresbreite dem Lawinentod entgangen. Das persönliche Grenzerlebnis beim ...
lawinenunfall = gerichtsfall?. 1/06
von Schweizer Jürg, Harvey Stephan
Lawinenunfälle sind seltene Ereignisse. Noch seltener sind Lawinenopfer. Trotzdem wird ihre Zahl von den Medien akribisch genau notiert. Das Medienecho bei einem Lawinentoten, oder gar mehreren am selben Wochenende, ist unvergleichlich größer als bei anderen Unfalltoten, etwa im Straßenverkehr. Noch weit größer ist die Aufmerksamkeit, wenn es dann auch noch zu einem gerichtlichen Nachspiel kommt. ...
ex ante. 1/06
von Pirchner Anna
41 Schitourengeher, die eine Lawine ausgelöst haben, wurden hinsichtlich ihrer Einschätzung der Lawinengefahr vor dem Lawinenabgang befragt. Mittels Fragebögen wurden unter anderem die Gedanken der Akteure, sowie deren Einschätzung der Hangsteilheit, der Exposition und der Ausrüstung festgehalten. Die Auswertung mithilfe der "Grounded Theory" ergab vier Kategorien: ...
soll ich. 1/06
von Hartmann Hans Peter
Wir kennen das: Kaum sind nach einem Bergunglück die Opfer lebend oder tot geborgen, beginnen die Medien in schreierischen Schlagzeilen nach neuen Einschränkungen zu rufen, nach Schuldigen zu suchen und deren Bestrafung zu fordern. Mit schönster Regelmäßigkeit erheben dann auch einige "senkrechte Bürger" den zuvor tief in Moralin getauchten Zeigefinger: Warum soll man diese Adrenalin-Junkies überhaupt retten? Und dazu mit Steuergeldern! ...
stufe 2 _ unter 30°. 1/06
von Enzenberg Albrecht
Gewöhnlich bin ich in einer offenen Gruppe von Freunden unterwegs: wer Zeit hat, geht mit. Wobei es keine Hierarchie gibt, da alle mehr oder weniger gleich erfahren sind - allerdings bei unterschiedlicherAusbildung. Das Problem des “Führers aus Gefälligkeit” wurde immer wieder heftig diskutiert, ebenso wie die Standardausrüstung, die es mitzuführen gilt. Daher kam mir im März 2005 eine organisierte Tour mit dem Ziel Lamsenjochhütte (Karwendel) sehr gelegen. ...
lawinenreport. 4/05
von Würtl Walter
148 bekannt gewordene Unfälle, 353 Beteiligte, 72 zum Teil schwer Verletzte und 48 Tote sind die erschreckenden Eckdaten des vergangenen Winters. Damit starben in der Saison 2004/05 fast doppelt so viele Menschen wie im langjährigen Durchschnitt. Im vorliegenden Beitrag wird versucht, interessante Aspekte des Unfallgeschehens herauszuarbeiten, die es uns (vielleicht) ermöglichen, "Unfallmuster" zu erkennen. ...
verstehen skitourengeher den lawinenlagebericht?. 4/05
von Schwiersch Martin, Stopper Dieter, Bach Tobias
Der Lawinenlagebericht (LLB) ist die zentrale Planungsgrundlage für Skibergsteiger. Durch die strategischen Lawinenkunden hat er in den letzten zehn Jahren an Bedeutung noch hinzugewonnen. Konsequent wird auf den Lawinenlagebericht auch in lokalen Zeitungen oder Radioprogrammen hingewiesen - und die Skibergsteiger nutzen ihn intensiv, wie die täglichen Zugriffe auf die Internetseiten der Lawinenwarndienste zeigen. ...
strategie dav. 4/05
von Mersch Jan
Spätestens seit Werner Munter 1997 seine Reduktionsmethode vorstellte und damit den Paradigmenwechsel in der praktischen Lawinenkunde einläutete, beschäftigt sich das Bundeslehrteam des DAV mit der Weiterentwicklung der praktischen Lawinenkunde. Im vorliegenden Artikel wird der aktuelle Stand dieses fast zehnjährigen Entwicklungsprozesses dargestellt ...
leise rieselt der schnee. 4/05
von Span Norbert
Die Metamorphose des Schnees gehört sicher zu den interessantesten Phänomenen, die es im Winter zu beobachten gibt. Sie ist letztlich dafür verantwortlich, ob wir durch staubenden Pulverschnee pflügen, über glitzernde Firnhänge gleiten oder aber im Bruchharsch einen Sturz nach dem anderen bauen. Von großer Bedeutung sind die Umwandlungsprozesse jedoch auch innerhalb der Schneedecke ...
das schneebrett. 4/05
von Zobl Norbert
04.02 - 06.02.2005. Ein Tourenwochenende für die OEAV-Sektion Imst-Oberland wurde von mir organisiert. Insgesamt 10 Teilnehmer werden von zwei staatlich geprüften Berg- und Skiführern und einem Lehrwart Hochalpin begleitet und unterstützt. Untergebracht sind wir in der Lizumer Hütte in den Tuxer Alpen, ein klassischer Ausgangspunkt für Skitouren mit den Schwerpunkten Aus- und Fortbildung. ...
kein signal von werner m.. 4/05
von Beikircher Werner
Der 19. Februar 2005 ist ein schöner Tag im Nordosten Südtirols, nicht allzu kalt, nicht zu viel Wind. Wind hat es nun schon Wochen lang gegeben in diesem Jahr, stürmischen Wind, Nordstau ohne Unterlass und immer wieder Schnee auf der Nordseite der Zillertaler Alpen. An deren Südseite, im Frankbachtal, einem kurzen Seitental des Ahrntales und eingerahmt von hohen Dreitausendern, ist an diesem Morgen ...
das entfernungssyndron. 1/05
von Töchterle Luis
Wir sitzen in Jimmy´s Bar, sozusagen im Werk 2 des Alpenvereinshauses in Innsbruck. Wir, das sind zwei, drei Bergführer aus dem Referat Bergsport und dem Sportgeschäft im Erdgeschoß, der/die eine oder andere zufällig anwesende BesucherIn und ich. Das Gespräch dreht sich um einen Bergunfall, der sich - sagen wir - erst gestern irgendwo in der Nähe zugetragen hat und zwei Menschenleben gekostet hat. Die Stimmung ist gedämpft, aber unaufgeregt, ...
skitourenunfälle. 1/05
von Mosimann Ueli
Spricht man von Gefahren und Risiken im Skitourenbereich, sind zumeist Lawinenauslösung und Verschüttung sowie die Methoden zur Risikoabschätzung dieser Lawinengefahr die zentralen Themen, welche die Fachwelt beschäftigen. Bereits ein erster Blick in die Statistik bestätigt, dass diese Gewichtung durchaus berechtigt ist. Auch mit immer besseren Prognosemodellen und einer ganzen Palette von neuen Interpretationshilfen kommt es auf Skitouren ...
exposition süd. 1/05
von Zingerle Othmar
Werner Munter nennt es den todgeilen Dreier: Damit meint er die Kombination von Stufe 3 im Lawinenlagebericht, Hangneigung steiler als 40° und Exposition Nord. Wenn man auf die Südseite wechselt, ist das Problem bereits deutlich entschärft - oder doch nicht? Othmar Zingerle hat die Lawinenunfälle in Südtirol analysiert und kam zu einem erstaunlichen Ergebnis. Mit diesem Beitrag will er Experten wie auch Genuss-Skitourengeher zum Nachdenken ...
punktortung. 1/05
von DieterStopper , Semmel Chris
Lawinenopfer müssen schnell geborgen werden. Jede eingesparte Minute steigert die Überlebenschance. Bevor gegraben werden kann, müssen die Verschütteten genau geortet werden! Aber gerade die Punktortung macht den Suchern häufig Schwierigkeiten. Bieten die neuen digitalen LVS-Geräte Vorteile? Bei Kursen zur Verschüttetensuche zeigt sich immer wieder, ...
lawinenreport. 4/04
von Würtl Walter
Im langjährigen Durchschnitt versterben in Österreich jeden Winter 26 Menschen in Lawinen. Vergleicht man diese Zahl mit der "Lawinenbilanz" des vergangenen Winters, könnte man beinahe von einem "erfreulichen Ergebnis" sprechen. Dabei vergisst man jedoch, dass Lawinenunfälle niemals erfreulich sein können! Acht Menschen verloren beim Wintersport ihr Leben und 19 Personen wurden zum Teil schwer verletzt ...
das unbekannte wesen. 4/04
von Schweizer Jürg, Harvey Stephan
Bei der Beurteilung des Lawinenrisikos ist die Schneedecke die große Unbekannte, weshalb folgerichtig in den letzten Jahren verschiedene strategische Entscheidungsmethoden entwickelt wurden. Im Gelände helfen kritische Neuschneemengen, Wumm-Geräusche oder spontane Auslösungen die Lawinengefahr besser zu beurteilen. Was aber, wenn es keine solche äußeren Anzeichen der Lawinengefahr gibt? ...
lwd-news. 4/04
von Nairz Patrick
Sind Lawinenprognostiker nach Ende der Wintersaison arbeitslos? Meist nicht, zumindest nicht im Mai. Das ist jener Monat, in dem sich die Lawinenwarndienste auf nationaler und internationaler Ebene treffen, mit dem vorrangigen Ziel, Arbeitsweise und Produkte zu vereinheitlichen und den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen anzupassen. Nutznießer dieser Tagungen sind neben den Lawinenwarndiensten selbst ...
die lawine. 4/04
von Eisendle Hanspeter
Die Zeit heilt alle Wunden, sagt man. Amputationen aber bleiben. Nichts ist mehr, wie es vorher war. Den Verlust mir lieb gewordener Personen, den ich als Verantwortlicher mitverschulde, das Scheitern an der Aufgabe, die mir so viel bedeutet, empfinde ich ähnlich wie eine Amputation, das immer wiederkehrende "Aufblitzen" dieses Ereignisses in allen Lebenssituationen schmerzt.
lvs - eine (zwischen)bilanz. 4/04
von Hohlrieder Matthias, Mair Peter, Würtl Walter, Brugger Hermann
Eine Bergung innerhalb der ersten Viertelstunde ist in der Regel nur durch Kameraden, kaum jedoch durch den organisierten Rettungsdienst möglich. Voraussetzung für Bergezeiten unter der kritischen 15-Minutengrenze ist eine rasche Lokalisation des Verschütteten. Bereits 1968 wurden zu diesem Zweck Lawinen-Verschütteten-Suchgeräte (LVS) eingeführt, die heute neben Schaufel und Sonde zur Standardausrüstung der Tourengeher und Variantenfahrer gehören.
3-kreis-methode. 4/04
von Stopper Dieter, Semmel Chris
Lawinengefahr ist Lebensgefahr. Für Ganzverschüttete zählt jede Minute, denn mit zunehmender Verschüttungszeit sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit dramatisch. Sind mehrere Wintersportler verschüttet, ist das Auffinden der Opfer eine schwierige Aufgabe. Nur eine klare Methode und entsprechendes Können führen zum Ziel. Lehrteam und Sicherheitsforschung des Deutschen Alpenvereins propagieren daher die 3-Kreis-Methode, ...
mehrfachverschüttung. 4/04
von Buschor Domenic, Kröll Franz, Hohensinn Franz, Müller Peter
Mithilfe einer optimalen Suchmethode muss es möglich sein, in der Stresssituation eines Lawinenunfalls eine beliebige Anzahl Verschüttete unabhängig von ihrer Anordnung und Verschüttungstiefe innerhalb kurzer Zeit zuverlässig aufzufinden. Eine solche Suchmethode richtet sich streng nach Effizienz- und Effektivitätskriterien. Hier die Grundsätze von Mammut, Ortovox, BCA und Stubai.
human factors usa (2). 1/04
von Utzinger Chris
In der letzten Ausgabe hat Chris Utzinger über Dale Atkins' Untersuchung menschlicher Faktoren bei Lawinenunfällen in den USA berichtet. Im zweiten Teil wendet sich Chris nun der Arbeit des Lawinenexperten Ian McCammon zu. Ian hat sich mit der Heuristik bei der Entscheidungsfindung im Lawinengelände auseinandergesetzt und zeigt auf, wie diese in gewissen Situationen zur Falle werden kann. Die Ergebnisse seiner Untersuchungen von über 700 Lawinenunfällen ...
masterplan. 1/04
von Wassermann Emanuel, Wicky Michael
„Jetzt bin i doch wieder in en Saich ine gfahre, und hät i doch numme d’Karte besser agluegt, wär das nit passiert!“ Schweizerdeutsch für: „14:00 Uhr, Osthang, knietiefer Nassschnee, es rumpelt und pumpelt aus den Felsen rund um uns!“ Eine gute Tourenplanung hilft, Gefahren im Vornherein zu erkennen und entsprechende Konsequenzen daraus zu ziehen. Dabei hat man genügend Zeit und Ruhe, kann sich Alternativen ...
lawinen report 2003. 4/03
von Würtl Walter
Im vergangenen Winter verbrachten wieder unzählige Menschen ihre schönsten Stunden in den Bergen. Und das in den allermeisten Fällen unfallfrei. Dennoch passierten auch im Winter 2002/03 Lawinenunfälle mit mehr als 200 Beteiligten. Für 34 Wintersportler kam die Hilfe zu spät. Im folgenden Beitrag werden neben den tödlichen Lawinenunfällen auch besonders typische oder eindrückliche Unfallereignisse beschrieben. ...
human factors usa (1). 4/03
von Utzinger Chris
Auch in den USA suchen immer mehr Menschen das winterliche Gebirge in der Freizeit auf und damit steigt die Zahl der Lawinenunfälle. Im letzten Jahrzehnt haben Lawinenfachleute hierzulande die Wichtigkeit der Untersuchung menschlicher Faktoren im Zusammenhang mit Lawinenunfällen erkannt. Ergebnisse dieser Untersuchungen fanden Eingang in die Lawinenausbildung. In einem zweiteiligen Artikel möchte ich Ihnen die Arbeit zweier Experten vorstellen, ...
llb matrix. 4/03
von Nairz Patrick
Es gibt zwei Grundprobleme bei den zahlreich geführten Diskussionen rund um den Lawinenlagebericht. Problem 1 besteht darin, dass dem Textteil des Lawinenlageberichts häufig viel zu wenig Beachtung geschenkt wird und man sich einzig auf die Gefahrenstufe konzentriert. Problem 2: Viele Personen können den Lawinenlagebericht, insbesondere die ausgegebene Gefahrenstufe, nicht richtig interpretieren. ...
rutschblock 73. 4/03
von Schweizer Jürg
Der Lawinenlagebericht informiert und warnt heutzutage Einheimische und Touristen zuverlässig vor der herrschenden Lawinengefahr. Vor allem für den Tourenfahrer ist er eine unentbehrliche Grundlage bei der Tourenplanung. Doch wie gut wird die Lawinengefahr prognostiziert? Beschreibt der Lagebericht die Situation übervorsichtig oder zu optimistisch? In den letzten zwei Wintern hat das Eidgenössische Institut für Schnee- und Lawinenforschung in Davos ...
effizienz am lawinenkegel. 4/03
von Brugger Hermann, Kern Martin, Etter Hans-Jürg, Falk Markus
Ärzte stellen sich in ihrer Tätigkeit immer wieder dieselbe Frage: wie wirksam ist ein Heilmittel oder ein medizinischer Eingriff wirklich? Zur Beurteilung der therapeutischen Wirksamkeit hat sich in der Medizin im letzten Jahrzehnt das Prinzip der "evidence based medicine" als ein neues und sehr effizientes Konzept etabliert. Mit dem Ziel, die Grundprinzipien dieses Konzeptes auch auf die Beurteilung der Wirksamkeit von ...
den letzten beißen die hunde. 3/03
von Hartmann Hans Peter
"Don't get carried away!" An sich vernünftige, reife Menschen verlieren in gewissen Situationen jedes logische Denkvermögen und erliegen einem optimistischen, fast euphorischen Überschwang. Der "weiße (Voll)Rausch" ist ein perfektes Beispiel dafür. Es muss nicht gleich der Tod in der Lawine sein, auch eine anständiger Sturz mit den entsprechenden Verletzungsfolgen kann ausreichen um einen Menschen z.B. ins soziale Out zu führen. ...
stress hoch vier. 1/03
von Semmel Chris, Stopper Dieter
Die Statistik zeigt, dass Mehrfachverschüttungen bei Lawinenunfällen häufiger vorkommenals bisher angenommen. Die Lokalisierung der Opfer gestaltet sich dann in aller Regel weitschwieriger als die Suche nach einem einzelnen Verschütteten. Die DAV-Sicherheitsforschunghat ein Versuchsfeld vorbereitetet und die verschiedenen Gerätehersteller eingeladen, ihre Spezialisten zu schicken, um eine Mehrfachverschüttungunter praxisnahen Bedingungen zu...
schwimmen gegen schnee. 1/03
von Brugger Hermann
Ein Ehepaar löst bei einer Skitour in Südtirol ein Schneebrett aus. Während der Mann sich aus den Schneemassen befreien kann, wird die Frau vollständig verschüttet. Im letzten Moment, nachdem sie sich in der Lawine mehrmals überschlagen hat und bevor sie mit dem Kopf nach unten endgültig im Schnee festsitzt, gelingt es ihr, eine Hand zum Mund zu führen und sich den Schnee aus dem Mund zu kratzen. Sie denkt noch an ihre Familie und glaubt "nun sei alles aus", bevor sie ...
lawinenreport. 4/02
von Mayr Raimund
Das Kuratorium für Alpine Sicherheit beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit den Unfällen in den österreichischen Bergen. Gerade diese Auseinandersetzung zeigt, dass ein Großteil der BergsteigerInnen die Touren mit Bedacht und Vorsicht durchführen und - trotz manchmal gegenteiliger Behauptungen - unsere Berge kein „Tollhaus“ der Kopflosen und Hasardeure sind. Dennoch passierten auch im vergangenen Winter 79 Lawinenunfälle, denen nicht weniger ...
lawinenlagebericht. 4/02
von Nairz Patrick
Vor nunmehr fast 10 Jahren haben sich die europäischen Lawinenwarndienste auf die Einführung einer einheitlichen, 5-teiligen Lawinengefahrenskala geeinigt. Alpine Vereine, Verbände und selbstverständlich auch die Lawinenwarndienste bemühten sich seither um intensive Aufklärungsarbeit. Die Praxis zeigt jedoch, dass es immer noch Wissenslücken gibt, wenn es um den Lawinenlagebericht...
lawinen & bulletin. 4/02
von Harvey Stephan
In den letzten Jahren ist am Eidgenössischen Institut für Schneeund Lawinenforschung (SLF) in Davos eine Schadenlawinendatenbank1 mit allen bekannten Sachschadenereignissen bis inklusive Winter 1998/99, sowie allen Skifahrerlawinen der letzten 30 Jahre entstanden. Von den 11500 - zum Teil über 100 Jahre alten - erfassten Ereignissen sind rund 1200 Skifahrerlawinen, das heißt Lawinen, die durch Personen ausgelöst oder durch die Personen ...
zufall und muster. 4/02
von Schweizer Jürg
Zwei Schneesportler befahren einen unberührten Tiefschneehang. Der zweite zieht seine Schwünge fünf Meter links der soeben entstandenen frischen Spur und löst beim dritten Schwung eine Schneebrettlawine aus. Ein allen bekanntes Szenario, obwohl es eigentlich recht selten ist. „Schuld“ an dieser Auslösung ist die Schneedeckenvariabilität, so die allgemeine Meinung, und verglichen wird sie oft mit dem Bild eines Minenfeldes....
lawinen-rasterfahndung. 1/02
von Schweizer Jürg
Im April 2001 führte das Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) in Davos einen LVS-Reichweitentest durch. Ziel war es, die Suchstreifenbreite der neuen Geräte zu bestimmen und eine von dem Schweizer Techniker Felix Meier vorgeschlagene Methode1 zur Bestimmung der Suchstreifenbreite zu verifizieren. An drei Tagen bestimmten acht Studenten2 die maximale (in koaxialer Kopplungslage) und die mittlere Reichweite ...
werner munter's tafelrunde. 4/01
von Plattner Peter
"Wenn du merkst, dass du auf einem toten Pferd reitest, steige ab!" (indianisches Sprichwort) Das Eidgenössische Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) in Davos lud Anfang November dieses Jahres zu einem internationalen Lawinenforum. Drei Tage nahmen 60 Teilnehmer - der Großteil davon Bergführer - die Gelegenheit wahr, sich aus erster Hand über den aktuellen Stand der verschiedenen Beurteilungsmethoden zu informieren.
stop or go. 4/01
von Larcher Michael
Allmählich wird die Sicht auf das „Neue“ in der praktischen Lawinenkunde klarer. Möglichkeiten aber auch Grenzen, offene Fragen und echte Fortschritte werden benennbar. „Stop or Go“ ist eines jener „neuen“ Werkzeuge, mit dessen Hilfe es gelingen soll, einerseits Entscheidungsprozesse zu strukturieren und andererseits einfache Handlungskonzepte umzusetzen. Michael Larcher fasst die wesentlichen Bausteine zusammen und gibt einen ...
snowCard & faktorencheck. 4/01
von Engler Martin
Vor rund 15 Jahren begann die Entwicklung der damals „Entscheidungstraining“ genannten Strategie der Lawinenbeurteilung. Einige Jahre später kam Werner Munter mit dem Konzept der 3x3-Filtermethode und Reduktionsmethode und hat hier die stärksten und nachhaltigsten Impulse in diese Richtung gesetzt. Diese Impulse und die Erfahrungen der langjährigen Eigenentwicklung flossen nun in den ...
reduktionsmethode. 4/01
von Munter Werner
Als ich vor 10 Jahren die provokante These vertrat, man könnte das Einzelhangrisiko in Minutenschnelle mit dem kleinen 1x1 einschätzen ohne in die Schneedecke zu gucken, löste das eine Revolution in der Lawinenkunde aus. Die Idee, die Gefahrenstufe des LLB mit der Steilheit zu verknüpfen, erwies sich als außerordentlich fruchtbar. Alle heute propagierten Entscheidungsmodelle (elementare Reduktionsmethode, Stop or Go, SnowCard, Limits) ...
limits. 4/01
von Geyer Peter
Bergführer wissen, dass es an der Komplexität der Sache selbst liegt, dass es immer wieder Lawinenunglücke in „eigenen Kreisen“ geben wird. Dennoch ist es unsere Pflicht, dies nicht einfach als gegebenes Faktum hinzunehmen, sondern unser Denken und Handeln dahingehend zu hinterfragen, wie wir diese Unfälle in unseren Reihen effektiver reduzieren können. Ein möglicher Ansatz dazu könnte über den Weg einer „neuen Bescheidenheit“ führen...
lawinenreport. 4/01
von Mayr Raimund
Lawinengefahr bedeutet Lebensgefahr! Diese schmerzhafte Einsicht blieb uns auch im vergangenen Winter nicht erspart. Auf Grundlage der Unfallerhebungen des Bundesministeriums für Inneres und des Österreichischen Bergrettungsdienstes stellte Raimund Mayr eine Auswahl von Lawinenunfällen der letzten Saison zusammen. Glücklicherweise gingen nicht alle Unfälle tragisch aus und vielfach kamen die Beteiligten mit dem Schrecken davon...
jamtal, 28.dezember '99. 4/01
von Larcher Michael
Gefahrenstufe 4, Nordwesthang, 400 steil, zu einer Zeit, in der die Hütte normalerweise geschlossen ist, 9 Tote. Was für ein Wahnsinn! Bei diesen Eckdaten sind die Schwarz-weiß-Denker schnell am Plan - auch die aus den eigenen Reihen - und reden von unverantwortlichem Leichtsinn und Geschäftemacherei. Folgender Beitrag von Michael Larcher, der als gerichtlicher Gutachter mit dem Fall betraut wurde, richtet sich an die Graustufen-Denker ...
des schnees gespür für schi und board. 4/00
von Schweizer Jürg
Das Gewicht eines Schneebrettes beträgt schnell einmal hundert Tonnen. Warum sollen da die 70 kg eines Schifahrers für die Schneebrettauslösung entscheidend sein? Regiert da nicht eher der Zufall? Die Lawinenunfallstatistik spricht andererseits eine deutliche Sprache. Rund 90 % der Lawinenopfer sind Freizeitsportler und die allermeisten von ihnen haben „ihre“ Lawine selbst ausgelöst. Die Chance, von zufällig herabstürzenden Schneemassen ...
stop or go vol.2. 4/00
von Larcher Michael
„Stop or Go“ ist keine „Neue Lawinenkunde“ und „Stop or Go“ ist auch keine Zauberformel für 100% Sicherheit - und: „Stop or Go“ würde es ohne Werner Munter nicht geben. Diese Feststellungen erscheinen wichtig, angesichts der Inflation, die der Begriff „Neu“ heute erlebt, und angesichts der kollektiven Sehnsucht (der Autor ertappt sich selbst immer wieder dabei) nach absoluten Sicherheiten und Heilversprechungen...
lawinenreport. 4/00
von Mayr Raimund
Leider blieb Österreich auch im Winter 1999/2000 nicht vor größeren Lawinenunfällen verschont. Besonders die Ereignisse im Jamtal und am Schmiedingerkogel, bei denen insgesamt 21 Personen ums Leben kamen, belasten die Statistik. Glaubte man vor einem Jahr an einen Jahrhundertwinter, wurde dieser heuer in den schneereichen Regionen entlang der Alpennordseite wieder erreicht und gebietsweise übertroffen. Es gab daher besonders ...
last chance. 4/00
von Plattner Peter
In Berg&Steigen 4/99 haben wir erstmals alle auf dem Markt befindlichen Rettungsgeräte für Schitourengeher vorgestellt. Im vergangenen Jahr hat sich einiges getan, aus der Schweiz kommt eine aktuelle Statistik über die Effizienz der diversen Rettungsgeräte und schließlich ist der „Avalanche Ball“ auf den Markt gekommen. Eines darf man bei dieser steigenden Anzahl an Ausrüstungsgegenständen für Schitourengeher aber nicht aus den Augen verlieren.
die herausforderung der ebenbürtigen. 3/00
von Lehner Gerald
Mit Analysen von Ursache und Wirkung lassen sich Jugendkultur und das Massenphänomen Snowboarding nicht mehr erklären. Das Pilotprojekt „risk & fun“ zeigt, wie junge Snowboarder und Sportkletterer die alpine Sicherheit in den Griff bekommen können, ohne den Spaß zu verlieren. Es geht um das riskante Verhalten von Menschen in Gruppen. Das reicht sozialpsychologisch von moderner Lebenskultur bis zu historischen Zwischenfällen. ...
sellrainer südhang vom rotgrubenspitz 66% (33°). 1/00
von Mair Paul, Würtl Walter
"Should I stay or should i go ...?" Der Motor läuft mit voller Drehzahl und übertönt dabei selbst den Sound von „The Clash“, der aus den Boxen dröhnt. Würden wir nicht lauthals mitsingen, wäre das Lied wohl nicht zu erkennen. Unser PS- und altersschwacher Bus gibt trotzdem sein Bestes und kämpft sich tapfer die letzten steilen Kurven zum Parkplatz hinauf. Strahlend blauer Himmel und dieTatsache, ...
die typische "schifahrerlawine". 1/00
von Schweizer Jürg
Während der letzten zehn Jahre (1987/88-1996/97) hat das Eidg. Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) in Davos, Daten zu über 630 sogenannten Schifahrerlawinen publiziert. 1 Diese wurden nun detailliert untersucht und zwar in bezug auf die Charakteristiken: Art, Größe, Auslösung und Schneedeckenaufbau. Die Ergebnisse bestätigen nicht nur altbekannte Regeln, sondern liefern auch neue, teilweise überraschende Erkenntnisse. Die Untersuchung wäre nicht ...
lawinenreport. 4/99
von Mayr Raimund
Der Winter 1998/99 war gekennzeichnet von den Katastrophenereignissen in Galtür und Ischgl-Valzur. Bei diesen zwei Lawinenunfällen starben 38 Personen. Man muss bis ins Jahr 1972/73 zurückblättern, um eine ähnlich schlechte Jahresbilanz zu finden. In der vorliegenden Statistik wurden in erster Linie Personenereignisse berücksichtigt. Nur wenige Sachschadensfälle wurden in die Statistik aufgenommen....
flexibilität im kopf. 4/99
von Netzer Hajo
Der Aufstieg zur Hütteist nicht möglich! Das Militär beschießt das Tal mit Panzergranaten. Einmal entschieden, wird die Sache durchgezogen! Man spricht auch von „ballistischem“ Verhalten und das Risiko, neue Informationen und Gefahrenzeichen zu ignorieren, besteht besonders in geführten Gruppen. Dabei erscheint für ehrenamtliche Führer dieses Problem noch größer zu sein als für Profiführer.
stop or go. 4/99
von Larcher Michael
Was für eine Leistung! Nachdem Lawinenexperten über Jahrzehnte die Komplexität der Schneedecke beschworen hatten und den einzigen Ausweg darin sahen, dem komplexen System Natur ein ähnlich komplexes Lehrsystem entgegenzusetzen, kommt dieser Werner Munter und wagt mit unvergleichlicher Rhetorik und Originalität den großen Bruch. Mit seiner Reduktionsmethode1 entwirft er ein Zahlenspiel, das die wesentlichen Lawinenfaktoren ...
rettungsgeräte für schitourengeher. 4/99
von Plattner Peter
Alle, die im Winter im alpinen Gelände unterwegs sind - egal ob Variantenfahrer, Schi-/Snowboardtourengeher oder Schneeschuhwanderer - setzen sich dem Risiko aus, von einer Lawine verschüttet und getötet zu werden. Mit diesem Risiko umzugehen bzw. es so gering wie möglich zu halten, ist der Inhalt von seriösen Lawinenausbildungen und Seminaren. Das Wissen um die Faktoren, die zum Entstehen von Lawinen führen, kombiniert mit ...
"Welch ein herrlicher tag". 1/99
von Valentin Gerald
„Eine Lawine!“ Ich schrecke aus meinen Gedanken auf. Als ich hochblicke, ist die weich geformte Winterlandschaft von einem scharfen Anriß durchschnitten und eine Tourengruppe von einem Schneebrett erfaßt. Wie konnte das passieren? Wer hat einen Fehler gemacht? Ich verschiebe die Antwort auf diese Fragen, die mir spontan durch den Kopf schießen, auf später. Jetzt heißt´s erst einmal nichts wie hin zur Unfallstelle!
wer oben bleibt, überlebt. 1/99
von Larcher Michael
Wiederholt berichteten wir in Berg&Steigen und in den OeAV-Mitteilungen über die Entwicklung des Rettungsgerätes „Lawinen-Airbag“. Eine erste grundsätzliche Empfehlung dieses Rettungssystems wurde von seiten des OeAV bereits im Jahre 1995 ausgesprochen. Daß die Rucksäcke bisher von den Tourengehern nicht angenommen wurden, ist eine Tatsache, die Gründe dürften vor allem im Preis und im verminderten Rucksackkomfort gelegen sein. ...
die "pieps"-schule. 1/99
von Wolf Thomas, Larcher Michael
Kaum ein Ausbilder, der nicht regelmäßig mit der Aufgabe konfrontiert ist, einer Gruppe in kurzer Zeit den Umgang mit dem VS-Gerät beizubringen. Daß dabei ein methodischer Weg sehr hilfreich ist, leuchtet ein. Denn schließlich gibt es auf einem Kurs Wichtigeres: die Prävention, d.h. lernen, wie man sein Risiko kontrolliert.Bevor wir mit unserem „Pieps-kurs“ beginnen, sollten einigeVoraussetzungen ...