editorial.
„Jeder Beitrag, auf den es keine kontroversen Reaktionen gibt, ist schade um´s Papier.“ Ein kerniger Satz, der – wie passend – polarisiert. Autorinnen, Leser, die Herausgeberinnen, Redakteure und Abonnentinnen sind wenig überraschend so, wie unsere große Bergsteiger-Gemeinschaft: sie alle sind Menschen mit eigenen Wünschen, Ansprüchen, Zielen, Eigenschaften, Erfahrungen und Befindlichkeiten. Hier wie dort ist das ganze Spektrum vertreten, wobei in den letzten Jahren eine klare Entwicklung in Richtung „Einheitsbrei und Wohlfühlatmosphäre“ zu beobachten ist. ...
kommentar.
Eiger Nordwand leicht gemacht - 5 Tipps für ein tolles Bergabenteuer: 1.) Kauf dir bunte Klamotten - die sehen auf Instagram sehr hübsch aus. 2.) Besuch den Diskonter-Kurs „Wie werde ich in 1½ Tagen zum Bergsport-Profi?“. 3.) Durchstöbere Facebook und erfahre alles über die (immer tollen) aktuellen Verhältnisse. 4.) Passe deine Steigeisen vor der Tour an deine neuen Bergschuhe an und 5.) Achte darauf, dass du während der Tour genügend gut verdauliche Nahrung zu dir nimmst, das erleichtert die Biwaknacht ungemein. Bergsport ist „zum Glück“ in: Jeder will es machen und jeder will hoch hinaus. ...
dialog.
[„Achtung Stein!“] Folgende Thematik beschäftigt mich seit ein paar Jahren: Als Kletterer und Bergsteiger habe ich in den letzten Jahren ungute Erlebnisse in Wänden der bayrischen und Tiroler Berge gehabt. Wenn leichtere Touren, die saniert wurden, durch eine Wand gehen, gibt es einen Steinschlag, der mir Angst macht. Es ist einmal eine neue Dimension, wie an allem angerissen wird und dann auch, dass die Neukletterer nicht „Stein" schreien, sondern gar nichts machen. Kurze Auswahl an Erlebnissen der letzten drei Jahre: Oberreintal, große Brocken werden rausgerissen; ...
Bergführer 2.0.
von Bach Tobias, Schmidt Philipp
Hier nun der zweite Teil unserer Überlegungen zum „Bergführer 2.0“. Was bisher geschah: Wir haben uns in bergundsteigen #107 laut Gedanken darüber gemacht, wie zukunftsfähig der Bergführerberuf und die Ausbildung sind. Ausgangspunkt waren unsere eigenen Beobachtungen der letzten zehn Jahre als Fulltime-Bergführer, diverse Zeitungsartikel über Nachwuchsprobleme der Bergführerverbände, eine Befragung einiger Kolleginnen und Kollegen mittels ...
Nachgefragt bei Tobias Bach und Philipp Schmidt.
von Bach Tobias, Schmidt Philipp
„Wenn man mit dem Bergführerabzeichen auf der Brust durch die Hütte geht, dann schauen die anderen zu einem auf!“, hat mir ein Bergführer einmal gesagt. Das stimmt doch und ist immer noch so. Warum seid ihr damit nicht einfach zufrieden und macht mit euren Beiträgen so einen Wirbel? Tobias: Es reicht halt nicht für die Eitelkeit, weil heute kaum noch einer das Abzeichen kennt - was ein anderes Thema ist und auch wieder nicht. ...
Stumme Zeugen.
von Stöhr Dieter
In einem normalen Gerichtsverfahren sind sie nicht viel wert, Zeugen, die den Mund nicht aufmachen und nichts erzählen. Bei der Beurteilung von Naturgefahren sind stumme Zeugen aber seit jeher von großer Bedeutung, weil Naturgefahrenprozesse oft ablaufen, ohne dass ein Mensch diese beobachtet. Die meisten Prozesse hinterlassen aber Spuren in der Natur, die klare Hinweise auf Art, Ausmaß und Häufigkeit eines Naturgefahrenprozesses ...
R.A.G.N.A.R.
von Würtl Walter, Zimmermann Günther, Pietersteiner Klaus, Kapelari Peter, Stöhr Dieter, Höbenreich Christoph
Jede Bergsteigerin und jeder Bergwanderer kennt den Hinweis: „Weg aufgrund von Steinschlag gesperrt!“ Leider hat die Zahl der gesperrten Wege in der jüngeren Vergangenheit deutlich zugenommen. Betroffen sind dabei aber nicht nur Ziele in geologisch instabilen oder vom Auftauen des Permafrosts besonders betroffenen Regionen wie am Mt. Blanc oder am Matterhorn, sondern auch Berge und Wege in der heimatlichen Umgebung. ...
Was passiert, wenn etwas passiert? Die Tätigkeit der Staatsanwaltschaft.
von Freisinger-Auckenthaler Maria
„Was erwartet mich am Gericht nach einem Alpinunfall? Ist man Gericht, Staatsanwaltschaft und Sachverständigen ausgeliefert?“ Alpinunfälle unterliegen – wie andere Unfälle auch – einer gerichtlichen Überprüfung. Auch der alpine Raum ist kein rechtsfreier Raum. Es geht aber keineswegs darum „immer einen Schuldigen zu finden“. Anknüpfend an die bisherigen Beiträge „Der Sachverständige im Strafverfahren“ und „Die Alpinpolizei“ nach einem Unfall in den Bergen sind. ...
Strafrechtliche Aufarbeitung von Alpinunfällen.
von Hofer Norbert
Was erwartet mich am Gericht nach einem Alpinunfall? Ist man Gericht, Staatsanwaltschaft und Sachverständigen ausgeliefert? Alpinunfälle unterliegen – wie andere Unfälle auch – einer gerichtlichen Überprüfung. Auch der alpine Raum ist kein rechtsfreier Raum. Es geht aber keineswegs darum -immer einen Schuldigen zu finden-. Anknüpfend an die bisherigen Beiträge -Der Sachverständige im Strafverfahren- und -Die Alpinpolizei- ...
Lawinenairbags & Risikoverhalten.
von Haegeli Von Pascal, Rupf Reto, Karlen Barbara
Lawinenairbags verringern bei Lawinenabgängen die Gefahr von Totalverschüttungen von involvierten Trägerinnen und Trägern. Es ist deshalb nicht erstaunlich, dass immer mehr Tourenskifahrer oder Freeriderinnen Lawinenairbags mit sich führen. Aber könnten Lawinenairbags die Nutzenden nicht auch zu risikoreicherem Verhalten verleiten? Lawinenairbags sind Rucksäcke mit einem oder zwei aufblasbaren Ballons, die von den Trägerinnen und Trägern manuell ...
Notfall Alpin. Ablaufschema Lawinenverschüttung.
von Dahlmann Philipp, Warnstorff Dominik, Shaw Fabiola, Granel Kosmas, Wechselberger Florian
In den vergangenen bergundsteigen-Beiträgen zu Notfall Alpin haben wir die notwendigen Erste-Hilfe-Maßnahmen nach einer Lawinenverschüttung mehrmals thematisiert. Was fehlt, ist ein übersichtlicher Fahrplan in Form eines kompakten Ablaufschemas, das die relevanten Handlungen und Weichenstellungen darstellt. Diese Zusammenfassung kommt jetzt auf Seite 82, davor gibt es noch ein paar erklärende Worte dazu. ...
Trauma im alpinen Umwelt.
von Mikutta Christian, Kirschner Hans, Kallen Frans Van Der
Im Jahr 2018 kam es zu 861 Rettungseinsätzen durch die alpine Rettung Schweiz mit 1.117 Personen, denen erste Hilfe geleistet wurde. Nicht jede dieser Situationen stellt ein Trauma dar, welches geeignet ist, eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) oder andere psychische Symptome auszulösen. Dennoch zeigt eine Studie, welche die Häufigkeit von traumatischen Erlebnissen bei Bergführern untersuchte, ein deutlich erhöhtes Risiko. Eine weitere Studie ...
Be a social hero! Wie Lawinengefahr effektiv kommuniziert werden kann..
von Daurer Riki
In ihrem Beitrag „Shitstorm Heaven - Willkommen in der alpinen Empörungs-Community“ in bergundsteigen #108 beschäftigte sich Riki Daurer mit den Dynamiken, die aufgrund unzureichender oder teilweise falscher Informationen zu großen sozial-medialen Empörungen führen kön- nen; sie zeigte dies am Beispiel des Lawinen-Themas auf. Soziale Medien haben aber auch viele Vorteile gegenüber herkömmlicher Kommunikation. In diesem Beitrag ...
schräg.
Der Verdrängungswettbewerb am Radlstammtisch ist voll im Gange.