editorial.
Solche, die Ideen haben, und versuchen, diese umzusetzen. Die etwas Neues ausprobieren und nicht nur Altes nachbeten. Zugegeben, eine zweischneidige Sache, denn Bergsteigen ist überschaubar einfach und es braucht nicht immer und überall etwas „Neues“. Andererseits sind Neugierde und die Freude, immer wieder einmal etwas „anderes“ auszuprobieren. die Triebfedern von Abenteurern und Forschern. Und das waren Bergsteiger ja einmal … Wie auch immer. Einer, der was tut, der polarisiert, der streitet und den wir (nicht nur) deshalb super finden, ist Georg Kronthaler. ...
kommentar.
Nach einem Vortrag zur strategischen Lawinenkunde an der Uni Salzburg stellte mir der Moderator abschließend die Frage, wie aus meiner Sicht die praktische Lawinenkunde in 40 Jahren aussehen wird. Überrascht von der Frage und zu wenig schlagfertig, um mit Einstein zu antworten - „Ich denke niemals an die Zukunft. Sie kommt früh genug.“ - fabulierte ich brav etwas von Stop or Go 4.0 und Lawinen-Airbag. Heute, mit derselben Frage konfrontiert, würde ich selbstbewusster antworten: Die praktische Lawinenkunde in 40 Jahren ist eine digitale.
dialog.
Letztes Jahr erlebte ich einen bedenklichen Fall von Materialversagen, der dank glücklicher Umstände keinerlei ungünstige Konsequenzen hatte. Bei einem Steigeisen hatte sich eine Niete des Frontbügels gelöst, sodass es sich mitten im Aufstieg unversehens vom Fuss löste. Bei einer späteren Inspektion zeigte es sich, dass an beiden Eisen alle Nieten fast durchgescheuert waren. Es war also nur eine Frage der Zeit gewesen, dass sich ein derartiger Vorfall ereignen würde. Entsprechend alarmiert kontaktierte ich den Hersteller (Black Diamond Europa) und erhielt detailliert Auskunft darüber, ...
20 Jahre „Systematische Schneedeckendiagnose“.
von Kronthaler Georg
Vor mehr als zehn Jahren stellten Georg Kronthaler und Bernhard Zenke in bergundsteigen #57 (Winter 06) die „Schneedeckendiagnose zur Beurteilung der Lawinengefahr“ vor. Seitdem ist in der Lawinenkunde viel geschehen, auch die SSD mit dem kleinen Blocktest hat sich weiterentwickelt. Weil sie nicht nur nach wir vor bei den bayerischen Lawinenkommissionen geschult wird, sondern in einigen Ländern vor allem bei Bergführerinnen und Tourengehern ...
Im Gespräch mit Georg Kronthaler.
von Kronthaler Georg
Heute ist ein schöner und warmer Novembernachmittag. Wir sind am Niederndorferberg in Tirol und schauen ins Inntal und auf das Kaisergebirge – von Schnee ist noch keine Spur. Nichtsdestotrotz wird auch dieses Jahr der Winter kommen. Was geht dir durch den Kopf, wenn du an Schnee und kalte Temperaturen denkst? Ich lasse mich einfach überraschen. Was ich mir wünsche, ist ein guter Winter für weitere Forschungsarbeiten. ...
Quantitative Reduktionsmethode (QRM).
von Schmudlach Günter
Reduktionsmethoden stützen sich in der Regel auf Unfallstatistik. Da die Unfallzahlen aber nicht in Relation zu Begehungszahlen gesetzt werden, ist das wissenschaftliche Fundament der bekannten Reduktionsmethoden dünn. Im Folgenden wird deshalb die Quantitative Reduktionsmethode (QRM) vorgestellt, die sich auf zwei grosse Datensätze stützt: Einerseits 1.469 Lawinenunfälle der Jahre 2001-2017 und anderseits ein grosser Datensatz von GPS-Tracks real ...
Der lange Weg. Alpenüberschreitung 1971.
von Hoi Klaus
Die Idee einer Alpenüberschreitung hatte Robert Kittl und er fragte mich wegen einer Teilnahme und Mitwirkung als Bergführer in der Mannschaft. Ich hatte großen Respekt und konnte mich nicht sofort damit anfreunden – Robert Kittl war aber mit seiner Begeisterung für sein Projekt sehr überzeugend. Und nachdem ich kein Interesse am Expeditionsbergsteigen hatte, wollte ich vor allem meine Heimatberge und das bevorzugte Gebiet als Bergführer besser kennenlernen. ...
Nachgefragt bei Klaus Hoi.
von Hoi Klaus
Welches Bild kommt dir als erstes in den Kopf, wenn du heute an eure Alpenüberschreitung von 1971 zurückdenkst? Auf dem Dach der Gonella Biwakschachtel (3.072 m). Nach geglückter Mont Blanc-Besteigung kehren wir nach acht Stunden mittels einer wilden Hangquerung zurück zur rettenden Biwakschachtel. Der Schnee ist in den Steilhängen völlig durchfeuchtet und wir können an diesem Tag nicht weiter absteigen. Unser Vorwärtsdrängen wurde jäh gestoppt ...
Risikokultur in Kletterhallen. Teil1.
von Hitthaler Elias, Schwiersch Martin, Janotte Julia
Während der Held oder die Heldin eigenverantwortlich unterwegs ist, verschiebt sich in der Kletterhalle die Verantwortung für das Management von Risiken: Der Kletterer in der Halle sucht einen Ort auf, an dem auch andere dafür zuständig sind, Lebensgefahren zu managen – Umlenkungen und Zwischensicherungen zu prüfen, Wände normgerecht zu bauen. Man zieht einen Gurt an, den andere so konstruiert haben, dass eine Fehlbedienung unwahrscheinlich ist ...
Notbiwak am Mt. Blanc.
von Sparber Robert
Vergangenen Sommer mussten wir wegen eines schnellen starken Wetterumschwunges im Mont Blanc Gebiet rund 16 Stunden auf einer Höhe von 4.300 m verbringen. Bei Gewitter und Schneesturm. Wir - das sind Herta und Robert, zusammen mit unseren beiden Seilpartnern und einer weiteren „fremden“ Zweierseilschaft – haben dabei glücklicherweise Unterschlupf in einer Gletscherspalte bzw. einem Bergschrund gefunden, was das Ausharren über den Nachmittag ...
Notbiwak Know-how.
von Würtl Walter, Plattner Peter
Ein allgemein gültiges Rezept zum Überstehen eines (Not-) Biwaks gibt es leider nicht, da die Rahmenbedingungen und Voraussetzungen stets andere sind und jeder „Blockierte“ flexibel handeln bzw. reagieren muss. Völlig klar ist die Tatsache, dass „mehr“ und „bessere“ Ausrüs-tung nicht nur das Überleben sicherstellen kann, sondern auch den Unterschied ausmacht zwischen „Gerade noch überstanden – nie mehr wieder!“ und „Unvergessliches Bergerlebnis – gerne nochmals!“.
Faktor Mensch und Entscheidungsprozesse - neue Betrachtungswinkel?.
von Galen Anne Van, Giels John Van
Im folgenden Beitrag stellen Anne van Galen und John van Giels – beide hauptberuflich Beraterinnen bezüglich Resilienz & Risikomanagement in verschiedenen Industriesparten und Mountain-Leader – praktische Einblicke und neue Anwendungshilfen vor, die im risikoreichen Umfeld der Berge bzw. des Bergsteigens die Möglichkeit bieten, systematisch bessere Entscheidungen zu treffen. Der erste Teil dieses Artikels befasst sich mit Methoden, mit deren Hilfe wir besser verstehen, ...
Blauer Engel.
von Hofbauer Markus
Sehr geehrte Redaktion, Vorab ein Lob an Ihre hervorragende Arbeit und das ganze bergundsteigen-Team! Die Zeitschrift hat mich lange durch meine Kletterzeit begleitet und mir wertvolle Inputs für meine Tätigkeit als Instruktor Klettern-Alpin und als Routensetzer gegeben. Weiters möchte ich darauf hinweisen, dass nachfolgende Worte nicht (in der Form, in der ich sie jetzt schreibe) abgedruckt werden. Im Folgenden werde ich sehr persönliche Erlebnisse schildern ...
Nachgefragt bei Markus Hofbauer.
von Hofbauer Markus
Markus, was ist am 12. Februar 2017 im Blauen Engel schief- gelaufen? Natürlich stellt man sich die Frage, ob und welche Fehler gemacht wurden. Was habe ich nicht erkannt oder ignoriert? Aber wenn ich alles rekapituliere, komme ich zum Schluss, dass ich es wieder so machen würde. Daraus ergeben sich natürlich weitere Fragen: War es das wert? Wie sollte ich mit dem Restrisiko umgehen? Verträgt sich das mit meiner Lebensweise? ...
Du tot am Berg, Hans? So kenn ich dich ja gar nicht!.
von Pernlochner-Kügler Christine
Das letzte Alpinforum im Oktober 2018 stand unter dem Motto „Licht & Schatten am Berg“. Nachdem Markus Hofbauer (S. 98) von seinem Unfall und den fatalen Konsequenzen berichtet hat, erzählte die Bestatterin und Psychologin Christine Pernlochner-Kügler (die bei Medien und Autoren begehrt für Interviews und Praktikas ist), was der Tod eines nahestehenden Menschen bei uns auslösen kann. Wir haben sie gebeten darüber einen Beitrag zu schreiben und dabei auch auf die Möglichkeiten des Abschiednehmens ...
schräg.
Neulich vorm Wettersturz ...