editorial.
Gelassenheit ist eine Tugend, die nicht nur beim Bergsteigen gefragt ist. Vieles ergibt sich von selbst, auch bei der Arbeit an dieser Ausgabe. Gemeinsam mit Riki Daurer auf der Innsbrucker Nordkette beim Geländefahren unterwegs lerne ich Phillip Brugger kennen – zugegeben, ein ziemlich peinlicher Auftritt meinerseits (danke Phillip, für die Aufklärung bezüglich Langlauf- und Wettkampfskier), doch daraus ist das Interview mit ihm und Simon Messner entstanden, ergänzt durch ein Portfolio von ihren alpinen Unternehmungen. ... ...
kommentar.
Nicht geplant, aber stimmig: Heute ist der 8. März und Weltfrauentag. Der Impuls, Frauen in den Mittelpunkt dieses Kommentars zu stellen, war die Auseinandersetzung mit der alpinen Unfallstatistik zur Vorbereitung von Vorträgen über Bergwandern, Klettersteig und Risiko. Die Erkenntnis war nicht wirklich neu, aber selten so intensiv: Der Bergtod ist männlich. Beim Bergwandern ist das Verhältnis Mann-Frau 6:1, bei den Klettersteigen 7:1. Man mag einwenden, dass dieses Verhältnis allein keine Schlüsse zulässt, ...
dialog.
[Risikobereitschaft] Gespannt lese ich immer Ihre Beiträge über Lawinen, Neues gibt es aber nicht viel. Nur die Fachsprache und einige Ausdrücke ändern sich immer wieder. Ich habe mich 35 Jahre lang mit diesem Thema befasst – eine kurze Zeit, wenn man bedenkt, wie lange Lawinen schon abgehen. Vor 35 Jahren bin ich nach Canada ausgewandert zum Heli Skiing und war bei der Geburt dieser Form von Skifahren dabei. Ich kann mich noch gut erinnern, welches Gelände wir damals befahren haben. ...
bergsoenlichkeit - messner & brugger.
Philipp Brugger und Simon Messner, ihr seid zwei Bergsteiger der „jungen Generation“, die (noch) nicht so bekannt sind. Wer seid ihr und was macht ihr? Philipp Brugger:?Das ist gar nicht so leicht zu beschreiben, weil sich bei mir in den letzten Jahren und besonders auch in den letzten Monaten viel verändert hat: Zuerst war ich ein Wettkampfsportler im Bereich Skibergsteigen und Berglauf bzw. Trail-Running. Mittlerweile bin ich viel mehr beim Bergsteigen, möchte die Berge entdecken und widme mich dem Alpinismus mit seinen Abenteuern. ...
portfolio - messner & brugger.
von Messner Simon, Brugger Philipp
In der Abfahrt im unteren Teil der Aiguille du Chardonnet Südwand im Dezember 2015 mit Kilian Jornet und Alex Lafarge. Wir sind erst um 9:00 Uhr vom Auto in Le Tour gestartet und über die Route „Escarra" (S/WI4/bis 80°) auf den Gipfel. Nach einer angenehmen Gipfelrast kam Kilian auf die Idee, dass wir jetzt eigentlich die Südwand abfahren könnten – ist ja erst 14:00 Uhr und die zwei Gegenanstiege vom Argentière Gletscher zum Le Tour Gletscher sind ja nur kurz, ...
Avalanche goes social. Wie Lawinenabgänge solonreif wurden..
von Daurer Riki
Videos vom „Mitschwimmen“ in der Lawinen gehen viral durchs Netz und erreichen unglaubliche Zahlen: der Clip von Tom Oye, Anfang Jänner 2017 auf Facebook gepostet (Abb. 1), hatte eine Reichweite von knapp 10 Millionen und wird fast 70.000 Mal geteilt. Ebenso hoch ist die Anzahl der Kommentare zu solchen Posts - bei dem von Tom 36.000. Was passiert hier? Und was bedeutet das für unsere sozial-mediale Verantwortung als Bergsteiger? ...
Lawinenunfälle Schweizer Alpen.
von Schweizer Jürg, Techel Frank
Grüne Weihnachten werden häufiger. Viele Orte in den Schweizer Alpen verzeichneten den schneeärmsten Dezember seit Messbeginn vor rund 150 Jahren. 2016 war ausserdem das dritte Jahr nacheinander, in dem in den Skigebieten über Weihnachten kaum (natürlicher) Schnee lag. Was heisst das für die Lawinenunfälle? Bekanntlich besagt eine Bauernregel, weniger Schnee heisst nicht weniger Lawinenunfälle. ...
Alles SnowCard, oder was?.
von Behr Wolfgang, Mersch Jan
Probabilistische – also wahrscheinlichkeitsbasierte – Methoden sind Kernbestandteil der aktuellen Konzepte und Empfehlungen zur Abschätzung der Lawinengefahr. Ihre Anwendbarkeit wurde über die Jahre verbessert. Trotzdem werden sie weiterhin wenig angewendet. Dass diese vergleichsweise einfachen Tools aber helfen könnten, die Unfallzahlen signifikant zu senken, zeigen Wolfgang Behr und Jan Mersch ...
Schneedeckenanalyse für den Praktiker.
von Würtl Walter, Riedl Harald
Wer nicht regelmäßig eine Schneedeckenanalyse durchführt, der wird vor allem mit dem sauberen Erstellen des Schneeprofils seine Schwierigkeiten haben. Vor lauter Kornformen und -größen sieht man dann oft die Schwachschicht nicht. Während für Profis wie Lawinenprognostikerinnen oder -kommissionsmitglieder eine präzise und umfassende Untersuchung Standard und tägliches Brot ist, ...
Avatech Scope.
von Würtl Walter
Avatech hat mit der Scope-Schistocksonde ein neues, innovatives Produkt entwickelt, das im kommenden Winter ausgeliefert wird. Da viele zwar wissen, dass es seit Längerem das Avatech-Sondensystem zur Schneedeckenuntersuchung gibt, aber nicht recht wissen, was es kann und wie es funktioniert, haben wir die Neuentwicklung zum Anlass für ein Interview mit Franz Hohensinn genommen. ...
Intuition.
von Michelsen Solveig
Unsicherheiten am Berg rückt man mit immer präziseren Methoden zu Leibe. Risiken minimiert man durch genaue Analysen, aus denen man Muster abzuleiten versucht. Das lässt uns – vermeintlich – immer mehr Sicherheit gewinnen. Doch die ist trügerisch, denn viele Situationen am Berg verlangen eine zügige und komplexe Entscheidung. Und genau dafür ist der reine Verstand nicht gemacht. ...
Wintersport ohne Wenn und Aber?.
von Schwann Christine
Ein Appell an den Hausverstand all jener, die den touristischen Hot-Spots längst den Rücken gekehrt haben und sich viel lieber selbstbewusst im freien Gelände bewegen – aber auch an jene, die über behördliche Wildruhezonen und Sperrgebiete entscheiden. Denn nicht jeder Schifahrer, jede Schifahrerin möchte weiterhin auf präparierten Pisten unterwegs sein, ...
Unfälle auf Hochtouren.
von Winkler Kurt, Hasler Bruno, Mosimann Ueli
Mann, Ausländer, unangeseilt an einem Viertausender unterwegs. Eine Analyse der Schweizer Unfallstatistik zeigt die Risikogruppen – und wirft Fragen auf zur Sicherungstechnik auf Hochtouren. Wunderschöne Aussicht oder wüste Bilder? Auf Hochtouren erleben wir oft beides: eine herrliche Berglandschaft soweit das Auge reicht und erschreckende Zustände, ...
Wann lohnt sich das kurze Seil (nicht)?.
von Winkler Kurt, Hasler Bruno
In bergundsteigen #96 haben Kurt Winkler und Bruno Hasler verschiedene Sicherungsmethoden für Hochtouren vorgestellt, darunter auch das Gehen am kurzen Seil: Eine Sicherung für einfaches, aber trotzdem absturzgefährdetes Gelände, bei der wir das Seil straff und ganz kurz (ca. 1 m) halten und auf Fixpunkte verzichten. ...
Bouldern - Safety Basics.
von Tanner Robert, Schäffler Klaus, Matros Patrick
Laut den Unfallstatistiken gibt es beim Bouldern mehr Verletzungen als beim (Hallen-) Vorstiegsklettern. Das ist nichts Neues und hat – wenig überraschend – etwas mit der mehr oder weniger harten Landung nach einem Absprung/Sturz zu tun. Robert Tanner, Klaus Schäffler und Patrick Matros haben sich mit den Unfallmustern beschäftigt und sich Gedanken über eine „Fallschule“ beim Bouldern gemacht. ...
Kletterhallenstudie 2015. Teil 2.
von Janotte Julia, Schwiersch Martin, Hummel Christoph, Streicher Florian Hellberg Und Bernhard
In bergundsteigen #96 berichteten wir über die ersten Ergebnisse der Kletterhallenstudie 2015. Dabei wurden von 575 beobachteten anspruchsvollen Stürzen nur 37,56 % (n=216) mit geringer Verletzungsgefahr gehalten. Bezogen auf die 115 teilnehmenden Probanden gelang es lediglich 7,83 % (n=9), alle fünf Sturzszenarien mit geringer Verletzungsgefahr zu bewältigen. ...
schräg.
Shitter, Schnapschat, Faselbuk und Co. beleben den Alpinismus.