editorial.
Diesmal zu Beginn eine kleine Lektion in Sachen Tourenplanung: Da man meiner Frau alpine Kompetenz zuschreibt, konnte Sie die Bitte jenes Jugendleiters nicht abschlagen, der mit gleich 60 Kindern zwischen acht und zehn Jahren einen Rodelausflug ins Karwendel plante. Ein ganz schöner Haufen also, den es da zu bewachen galt. 400 Höhenmeter rauf, zwei Kilometer horizontal, das ergab nach unserer Faustformel eine Stunde fürs Bergauf, ein halbe fürs Waagrechte, in Summe also eineinhalb Stunden - ohne Pausen. Kein Problem. ...
dialog.
Mehrfachverschüttung - Seit über einem Jahr habe ich das Heft nun abonniert und ich bin begeistert von den Themen und den Leserbriefen von vielfach kompetenten Schreibern. Da werden Themen aufgegriffen, die mich als Bergführer stark ansprechen. Zwei Sachen veranlassen mich zu schreiben. Schitourenausrüstung update (Heft 4/03). Betreffend LVS-Geräte ist mir ein kleines aber wichtiges Detail ins Auge gestochen: Bei der Suche mit digitalen Geräten beginnen die meisten Probleme im Nahsuchbereich (ca. 3 Meter). ...
krautundruab'n.
„Idealerweise sollte man über ein großes Maß an Mut und Stärke verfügen, ohne mit diesen Eigenschaften zu prahlen. Und dann, wenn es die Notwendigkeit oder Situation erfordert, sollte man aufstehen und mutig um das kämpfen, was man für wahr und richtig hält.“ (T. Gyatso, 14. Dalai Lama). Tatsächlich gibt es nur sehr wenige Menschen, von denen man behaupten kann, dass sie mutig und stark, gleichzeitig jedoch bescheiden für die Dinge einstehen, welche sie für wahr und richtig halten. Menschen, die aufstehen, ...
ber(g)sönlichkeiten.
"Der Weg ist das Ziel". Klar ist der Gipfelerfolg auch wichtig. Oft bringt es etwas, Zeit in das Erwerben von Fertigkeiten zu investieren um anschließend noch besser und sicherer unterwegs zu sein. „bergpunkt“ hat sich in der Ausbildung, einen Namen gemacht. Wir bieten aber auch geführte Touren an, wie andere Schulen auch. Dabei ist uns wichtig, dass der Bergführer kommunikativ ist und auf die Bedürfnisse und Fragen der Gäste eingeht. Emanuel wassermann geboren am 8. februar 1964 in basel, verheiratet, 2 töchter berufliche laufbahn ...
basisrate.
von Schwiersch Martin
Debatten über Fragen wie - „Welches Risiko gehen Bergsteiger ein?“ - „Ist Bergsteigen gefährlicher als Autofahren?“ - „Ist Alpinklettern gefährlicher als Schitourengehen?“ - „Sind Unfälle beim Bergsteigen verhaltensbedingt ?“ - sind relativ wertlos, solange keine verlässlichen Informationen über die Grundwahrscheinlichkeit (Basisrate) von Unfällen, Beinaheunfällen oder unfallträchtigen Verhaltensweisen in den jeweiligen Betätigungsfeldern vorliegen. ...
mit kindern in die berge.
von Weiss Rudolf
Jede Form der Kindererziehung ist – überspitzt gesprochen – Manipulation. Erwachsene haben eine Vorstellung, was für ihre Kinder „gut“ und „richtig“ ist und setzen verschiedene Mittel und Tricks ein, um Kinder zum erwünschten Verhalten zu bringen. Das gilt auch für die Erziehung zum Bergsteigen. Im folgenden Beitrag stellt Rudolf Weiss die zentralen „motivatorischen“ Grundlagen des Kinderbergsteigens dar. ...
kinderarbeit.
von Höbenreich Christoph
In keinem Lebensalter können grundlegende motorische Bewegungsmuster und soziale Verhaltensweisen so nachhaltig vermittelt werden, wie im Kindesalter. Dass dabei aber bereits auch schon der Grundstein für die Entwicklung konditioneller Fähigkeiten gelegt und insbesondere die Ausdauerfähigkeit trainiert werden kann, sollte nicht übersehen werden. Dem Artikel sei vorausgeschickt, dass er nicht als Anleitung zur Züchtung neuer Mini-Rekordler von Bergläufern oder ...
fett?.
von Merschnik Christian
Ein Anhänger einer wissenschaftlichen Ernährungsweise hat einmal Karl Lukan, einen der bekanntesten Bergsteiger des Wiener Kreises, gefragt: „Und wie, Herr Lukan, regeln Sie Ihren Nahrungshaushalt?“ - „Nahrungshaushalt?“ – „Sie meinen was I so iss?“ – „Ja“ – „A Gulyas halt, und a guates Schweinsbraterl und a Bier dazu“ antwortete dieser dem verdutzt dreinblickenden Nahrungsapostel. Und Lukan war wie gesagt ein guter Bergsteiger! ...
achterknoten.
von Siebert Walter
Im Jahre 2000 stürzte in einer Kletterhalle ein Kletterer beim Ablassen mit dem Topropeseil auf den Boden und brach sich den Fuß. Der Anseilknoten, ein Achterknoten, hatte sich gelöst. Dieses Ereignis ist an sich gar nicht so selten, trotzdem unbedeutend, denn, so tragisch und hart es klingt: Nicht einmal Ereignisse mit Toten führen im Allgemeinen wirklich zu substanziellen Veränderungen einer Branche. Schwere Unfälle gehören einfach dazu?! ...
kletterunfälle.
von Scherer Reinhold
In letzter Zeit häuften sich Unfälle in Tiroler Kletterhallen. Beispielsweise waren nach drei unfallfreien Jahren allein im Oktober in einer Innsbrucker Kletterhalle innerhalb von nur drei Wochen drei schwere Unfälle vorgefallen. Und auch in anderen Hallen gab es schwere Unfälle. Eine Entwicklung, die dem Klettersport nicht gut tut. Klettern ist in, klettern ist cool, klettern kann Jeder. Nur - wer kann auch richtig sichern? ...
young guns.
von Rössler Stefan
Jedes Jahr beenden eine Gruppe von BergsteigerInnen in Chamonix ihre Ausbildung zum staatlich geprüften Berg- und Schiführer. Neben dem Rucksack müssen Herr und Frau Bergführer nun auch die Verantwortung für ihre Gäste mittragen. Hat man in der absolvierten Ausbildung gelernt, dieser Verantwortung gerecht zu werden? Oder wird man als „Greenhorn“ mit den ersten Gästen als „Versuchskaninchen“ ins „kalte Wasser“ der Führungspraxis gestoßen? ...
human factors usa (2).
von Utzinger Chris
In der letzten Ausgabe hat Chris Utzinger über Dale Atkins' Untersuchung menschlicher Faktoren bei Lawinenunfällen in den USA berichtet. Im zweiten Teil wendet sich Chris nun der Arbeit des Lawinenexperten Ian McCammon zu. Ian hat sich mit der Heuristik bei der Entscheidungsfindung im Lawinengelände auseinandergesetzt und zeigt auf, wie diese in gewissen Situationen zur Falle werden kann. Die Ergebnisse seiner Untersuchungen von über 700 Lawinenunfällen ...
masterplan.
von Wassermann Emanuel, Wicky Michael
„Jetzt bin i doch wieder in en Saich ine gfahre, und hät i doch numme d’Karte besser agluegt, wär das nit passiert!“ Schweizerdeutsch für: „14:00 Uhr, Osthang, knietiefer Nassschnee, es rumpelt und pumpelt aus den Felsen rund um uns!“ Eine gute Tourenplanung hilft, Gefahren im Vornherein zu erkennen und entsprechende Konsequenzen daraus zu ziehen. Dabei hat man genügend Zeit und Ruhe, kann sich Alternativen ...
schnapper, schrauber und gefährten.
von Schubert Pit
Karabiner sind noch eine Schwachstelle in der Sicherungskette. Jedoch nicht alle Karabiner und nicht alle in jeder Situation. Die Schwachstellen zu kennen und eine entsprechende Belastung zu vermeiden kann vor Schwierigkeiten und Gefahren für Leib und Leben bewahren. So lange ein Karabiner mit geschlossenem Schnapper in Längsrichtung belastet wird, kann er nicht mehr brechen - auch nicht beim größtmöglichen Sturz. ...
gleiten statt schieben.
von Lercher Andreas
Das Bild des Schitourengehers hat sich geändert: Lodenkniebundhose, Baumwollhemd, rote - bei unseren südlichen Nachbarn gelbe - Wollstrümpfe sind (fast) verschwunden und mussten neuer, furchtbar funktioneller Bekleidung Platz machen. Doch auch an Schi, Schuh und Bindung sind die letzten Jahre nicht spurlos vorübergegangen. Ob leicht und flott hinauf oder breit und schnell hinunter- für jeden Einsatzbereich gibt es perfekt abgestimmtes Material.
ausprobiert.
Kohla "Tirol E.V.O. (Micro)", Garmin "Geko 301", Mammut "Bandschlinge Contact". Die “Contact” ist einfach genial: obwohl sie nur lächerliche 8 mm breit ist, hält sie mit 22 kN Bruchkraft gleich viel aus wie ihre 12 mm oder 16 mm breiten Kolleginnen. Der Grund dafür liegt im verwendeten Material, dem Dyneema. Es handelt sich dabei um eine hochfeste Polyethylenfaser mit sehr geringem Gewicht, die u. a. extrem abriebfest ist und eine geringe Gebrauchsdehnung aufweist. Die "Contact" ist brutal elegant, sie lässt sich perfekt durch kleine Sanduhren fädeln oder ...
medien.
Missgeschicke - Eine Sammlung erlebnispädagogischer Praxisfälle, .. und dann ist es passiert!" So oder ähnlich formulieren Menschen die Wende einer Situation, wenn das Missgeschick, der Fehler oder der Unfall passiert. Jeder Unfall ist einer zu viel und damit ist auch jedes Missgeschick eines zu viel, da ja der Unfall die Folge sein könnte. Aber Missgeschicke werden nur schwer zugegeben oder darüber berichtet, dabei sind sie eine der besten Lerngelegenheiten - auch bei alpinem Handeln. Der berichtete Fehler verhindert den zukünftigen, der verschwiegene hingegen ...