editorial.
Beim Wechsel von der Kletterhalle ins alpine Umfeld ist - natürlich neben den Zwischensicherungen - der Standplatz das zentrale Thema, das besonders beim Sturz des Vorsteigers in den Mittelpunkt rückt. Die Sportkletterbewegung hat mit verbesserten Trainingsmethoden und vor allem mit verbesserten Trainingsmöglichkeiten das allgemeine Leistungsniveau ohne Zweifel markant nach oben verschoben.Der Umstieg allerdings, von perfekt präparierten "Kletterpisten" auf die "freie Kletterwildbahn", ..
dialog.
fair or good - Mit Interesse las ich den Beitrag zum Urteil im Zivilverfahren der Jamtal-Lawine des OLG München. Wieder einmal muss ich feststellen, wie schön langsam nordamerikanische Verhältnisse in Europa Fuß fassen. In der Helikopter Ski Industrie von Kanada ist es schon seit vielen Jahren so, dass der Veranstalter einen riesengroßen Anteil an der Gewährleistung zur Sicherheit der Kunden hat. Als Bergführer müssen wir jedes Jahr vor Beginn der Heliskisaison an der "Training Week" der Heliski Firma teilnehmen. Dafür werden wir als Bergführer kaum, wenn überhaupt, bezahlt...
krautundruab'n.
In der Ausgabe 2/02 von bergundsteigen berichteten der Unfallchirurg Martin Lutz und der Anästhesist Peter Mair erstmals über die Ergebnisse ihrer Untersuchungen über auftretende Verletzungsmuster nach Stürzen ins Seil. Die Resonanz auf diesen Beitrag war enorm und motivierte die zwei Verfasser, diese Studie fortzusetzen und mehr Unfalldaten zu sammeln. Dazu werden Kletterer/innen, die unkontrolliert ins Seil gestürzt sind (Mindeststurzhöhe 5 Meter), gebeten, sich bei den Autoren zu melden...
ber(g)sönlichkeiten.
Bergsteigen und Medizin repräsentieren tatsächlich die polaren Welten, in denen ich lebe. Befinde ich mich in der einen, so wünsche ich mir bald wieder einmal in die andere einzutreten, zudem tanke ich in der jeweiligen Gegenwelt Energie für die komplementäre. Die Höhenkrankheit erlebte ich am eigenen Leib erstmals 1970 bei einem raschen Aufstieg am Kilimandscharo. Wenige Meter oberhalb der Top Hut musste ich wegen vernichtendem Kopfschmerz und Erbrechen umkehren. Wir waren typisch "too fast too high" gestiegen...
flying fox.
von Ermacora Andreas
Unfallort: Weißsee Staumauer, Rudolfshütte: Kürzlich wurde ein Rechtsstreit durch den Obersten Gerichtshof entschieden, der einen weiteren Schritt in Richtung Verschärfung der Haftung eines Alpinveranstalters setzt. Involviert bzw. beklagt waren ein alpiner Verein als Veranstalter sowie ein staatlich geprüfter österreichischer Berg- und Schiführer. Andreas Ermacora, in dieser Rechtssache Vertreter des Bergführers und des Veranstalters, über den Verlauf ...
methodik.
von Schädle-Schardt Walter
Keiner Klettergeneration bleibt es erspart. Alle sicherungs- oder rettungstechnischen Elemente vom einfachen Knoten bis zur komplexen Bergetechnik müssen geduldig erlernt werden. Ein gutes Gedächtnis lebt von der Wiederholung und ist leider nur selten das Ergebnis einer einmaligen Anstrengung. Damit das Gelernte auch möglichst lange in unseren Köpfen verfügbar bleibt, ist daher umfangreiche Festigung durch "Überlernen wichtig...
haare bergwärts.
von Schallhart Werner
"Ufstand sisch zwoi Uhr" - mühsam kriechen wir aus dem Lager. Der seichte Kaffee will noch nicht so richtig runter und viele der verschlafenen Gestalten bekommen schon durch das bereits angelegte Gurtzeug beklemmende Gefühle. Es ist sternenklar und frisch - vor der Hütte formieren sich einzelne Glühwürmchen zu Gruppen und langsam setzt sich die Schlange in Bewegung. Wettervorhersage für Graubünden: sonnig, mäßig warm, Strömung aus Süd-West...
kurzschluss (1).
von Fimml Walter
Gewitter zählen zu den eindrücklichsten Bergerlebnissen und Blitz-Geschichten bieten einen idealen Erzählstoff für lange Hüttenabende. Obwohl für weniger als 1% der Alpinunfälle verantwortlich, steht der Blitzschlag auf der alpinen Angstskala ganz weit oben. Verständlich, angesichts des imponierenden Naturereignisses. Trotzdem darf nicht vergessen werden, dass die Begleiter eines Gewitters wie Wettersturz, Wassermassen, Steinschlag und Panikreaktionen ...
redundantia.
von Kunigham Klaus
"Redundanz [lat. redundantia = "Überfülle"] In der Zuverlässigkeitstheorie ist Redundanz die Bezeichnung für den Teil des Material- oder Betriebsaufwands für ein technisches System, der [primär] für ein ordnungsmäßiges Funktionieren nicht erforderlich ("überflüssig") ist. Auf den ersten Blick ist die Forderung nach Redundanz in risikobehafteten Bereichen logisch, einfach und sinnvoll. ...
heil am seil.
von Schubert Pit
In den letzten Jahren gab es einigen Wirbel um Seilprüfungen. Seile, die von Herstellern als normgerecht angeboten wurden (nicht normgerechte dürfen gar nicht auf den EU-Markt gebracht werden), fielen bei Test-Prüfungen einiger Alpinzeitschriften durch. Dies lag mit daran, dass sich die entsprechenden Normen EN 892 und UIAA 101 gerade im Umbruch befanden. Inzwischen ist dieser Prozess abgeschlossen. Die Gefahr eines Seilrisses ...
baustelle standplatz (1).
von Würtl Walter, Larcher Michael
Ehemals selbstverständlicher Inhalt eines jeden Kletterkurses, kann man sich heute durchaus am Standplatzbau vorbeischwindeln - dann, wenn man seinen Sport auf Halle und Klettergarten beschränkt. Hier steht der Sichernde am Boden, gesichert wird am Körper und nach Erreichen des "Top" wird abgelassen. Standplatzbau braucht's hier nicht. Wer allerdings hoch hinaus will und sein Glück in Routen mit mehreren Seillängen sucht, muss mit der Kunst ...
what shell's?.
von Lercher Andreas
Vorbei sind die Zeiten, in denen es galt, bei jedem kleinen Nieselregen die schwere Allwetterjacke herauszunehmen und überzuziehen, um nicht bis auf die Haut nass zu werden. Für "normales Bergwetter" sind die winddichten, wasserabweisenden und bestens atmungsaktiven Softshells (siehe bergundsteigen 1/03) die beste Lösung. Für echtes Sauwetter sind die “neuen” wasserdichten Shells, wie man den klassischen Anorak ...
ausprobiert.
Arc'teryx "Vapor Women's", Petz "Myo 5", Nike "Air Cinder Cone" Mit der ACG-Linie begibt sich der amerikanische Sportschuhhersteller Nike in unwegsames Terrain. Der "Air Cinder Cone" soll dabei als universeller Outdoor-Schuh auch Randbereiche alpiner Aktivitäten abdecken. Das Obermaterial besteht aus atmungsaktivem Spaltleder. Durchgesteppte Nähte sollen dafür sorgen, dass sich der Schuh auch bei stärkerem Gebrauch nicht ausweitet. Die Vibramsohle bietet gute Haftung, die hochgezogenen Seitenteile zusätzliche Griffigkeit im steilen Gelände. In der Praxis entpuppt sich der ...
medien.
"3D" ist ein neues Fachmagazin zum Thema "Jugendarbeit". 3D willeinen Denkraum schaffen - einen Raum, in dem jugend- undjugendarbeitsspezifische Themen und Meinungen publiziert undreflektiert werden. Der Heterogenität der gegenwärtigen Jugendar-beit soll mit der Vielfalt an Themen Rechnung getragen werden.Die Themen in der ersten Ausgabe des Heftes reichen von theoreti-schen Inputs zum Ehrenamt, über psychoaktive Substanzen alsMittel zur Lebensbewältigung, über Praxisberichte, einem Interview ...